Zwei Stunden Protest bei Ductil Steel

Die Hälfte der Entlassenen protestierte in Ferdinandsberg

Mittwoch, 22. Mai 2013

Ferdinandsberg/Oţelu Roşu - Der vergangene Woche angekündigte Protest gegen die Übertretung des Tarifvertrags durch die Besitzer des Stahlwerks Ductil Steel begann wie angekündigt um 9 Uhr. Daran beteiligten sich etwa die Hälfte der 420 Entlassenen – nach Polizeiangaben rund 200 Personen – und er dauerte vor dem Unternehmenssitz zwei Stunden lang. Daraufhin zogen die Protestierenden ins Stadtzentrum, wo sie, in einer in Rumänien bereits bewährten Manier, den Durchgangsverkehr für eine halbe Stunde lahmlegten, indem sie im Bummelschritt über die Fußgängerübergänge im Stadtzentrum schritten und die Nationalstraße DN 68 Karansebesch/Caransebeş – Hatzeg/Haţeg, also die einzige Direktverbindung zwischen dem Südbanat und Siebenbürgen, blockierten.

Ursprünglich hatten die Gewerkschafter von Ductil Steel eine Genehmigung für zehn Protesttage eingeholt, die in einer ähnlichen Art wie am vergangenen Montag ablaufen sollten. Während des Protests kam aber am Montag die Idee auf, eine Verlängerung der Genehmigungsfrist für diese Proteste bei der Stadt und den Ordnungskräften zu fordern.
Der Grund des Protestes ist die Tatsache, dass die 420 Entlassenen des Stahlwerks Ductil Steel bis zum heutigen Tag weder die letzte Lohnrate für April, noch die Abfindung, bestehend aus drei Monatslöhnen bekommen haben, die ihnen laut Tarifvertrag zustehen. Laut Gewerkschaftsführer Victor Sabău haben die Neubesitzer, die von der russischen Mechel-Gruppe deren fünf rumänischen Schwerindustriewerke für einen symbolischen Preis übernommen haben, der Gewerkschaft mitgeteilt, dass sie gegenwärtig über kein Geld für diese Zahlungen verfügen.

„Versprochen hatten die Russen zuerst, dass das Lohn- und Abfindungsgeld am 13. Mai überwiesen werde. Das ist nicht geschehen“, sagte Victor Sabău. „Alles, was wir davon gesehen haben, waren die Lohnzettel, auf denen die Abschlusszahlung vom April mit der Abfindung zusammengerechnet sind. Der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter und die Unternehmensverwaltung beteuern, dass sie keine Lösung haben, um uns – das heißt allen ehemaligen Arbeitnehmern von Ductil Steel Ferdinandsberg – zu unserem Recht zu verhelfen. Sie behaupten, die einzige Hoffnung sei das Arbeitsamt des Verwaltungskreises Karasch-Severin, AJOFM, über welches das Geld vom Garantiefonds der Unternehmen kommen soll. Aber das ist ein langwieriges Prozedere.“ Montag forderten die Protestler in Ferdinandsberg, dass alle Parlamentarier des Banater Berglands und Wirtschaftsminister Varujan Vosganian unverzüglich zu einem Gespräch mit den Entlassenen nach Ferdinandsberg kommen sollen.

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