Zwischen Schildkrötennestern sonnenbaden

Entdecken und Entspannen auf der Insel Zakynthos im Ionischen Meer

Donnerstag, 18. Juni 2015

Navagio Beach mit dem berühmten Schiffswrack - einer der meistfotografierten Strände

Blick vom Bochali-Hügel auf die von venezianischer Architektur geprägte Inselhauptstadt Zante Town

Zakynthos: Weiße Strände und das türkisblaue Meer laden zum Sonnenbaden, Schnorcheln und Schwimmen ein. Aber auch die bergige Landschaft im Westen oder der flachere Teil der Insel im Osten haben Sehenswertes zu bieten.

Touristen sonnen sich zwischen den gekennzeichneten Nestern der vom Aussterben bedrohten Unechten Karettschildkröte.
Fotos: Andreea Oance

Der Strand von Navagio mit seinem berühmten Schiffswrack ist wohl eines der bekanntesten Ausflugsziele auf der griechischen Insel Zakynthos. An der Westküste der Insel gelegen, ist die Bucht mit dem glasklaren Wasser und den faszinierenden Felswänden einzigartig. Doch nicht nur das Navagio-Wrack, sondern auch die azurblauen Höhlen (Blue Caves), die Schildkröteninsel (Marathonissi) und die Olivenbaumplantagen - machen aus Zakynthos eine der schönsten griechischen Inseln im Ionischen Meer. Sie steht hoch auf der Wunschliste rumänischer Touristen, vor allem, weil von Mai bis Oktober Charterflüge das Reiseziel in knapp zwei Stunden zugänglich machen.

Entspannt legt man sich am goldenen Kalamaki-Strand zum Sonnenbaden auf den Liegestuhl. Bald aber lädt das klare Wasser zum Schwimmen ein. Der Strand besteht aus feinem Sand und die ersten Schritte ins warme Wasser sind sehr angenehm. Auch mehrere Meter vom Ufer entfernt reicht einem das Wasser nur bis zu den Hüften. Mit jedem weiteren Schritt ändert sich die Farbe, von glasklar bis hin zu azurblauen Tönen.

Kalamaki liegt zwischen der Hauptstadt Zakynthos Town, auch italienisch Zante Town genannt, und Laganas, der Partymeile der Insel. Wer mit dem Flugzeug anreist, lernt diesen Ort als ersten kennen. Vom hiesigen Strand aus bieten die landenden Flugzeuge einen atemberaubenden Anblick, als ob sie aus dem Wasser in die Luft stiegen, um dann knapp über den Köpfen der Menschen am Strand zur Landepiste zu schweben. Doch für die vom Aussterben bedrohte Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) ist der Flughafen ein Stressfaktor, denn diese nutzt die Strände im Süden der Insel entlang der Bucht von Laganas als Nistgebiet.

Bedrohte Schildkröte als Markenzeichen

In Form von Kühlschrankmagneten, als Druck auf Badetüchern und als Dekorationsobjeke - die Unechte Karettschildkröte ist überall zu sehen und längst zum Symbol von Zakynthos geworden. Leider zählt sie zu den stark gefährdeten Meerestierarten. Anfang Juni vergraben die Weibchen am südlich gelegenen Strand von Kalamaki in der Nacht ihre Eier im Sand. Zwischen 857 und 2018 Eiablagen werden dort pro Jahr gezählt. Die Brutzeit beträgt etwa 55 Tage. Die frisch geschlüpften Jungen machen sich  sofort auf den Weg ins offene Meer. Es ist sehr wichtig, die Gelege zu schützen, da die Überlebensrate der Jungen sehr gering ist. Von etwa 1000 Eiern schaffen es nur ein bis zwei Schildkröten. Die Reptilien beginnen erst in ihrem 30. Lebensjahr Eier zu legen. Sie kehren gewöhnlich zum selben Strand zurück, wo sie selbst geschlüpft sind. Die Schildkröten in Kalamaki werden meistens von Touristen, aber auch von den Flugzeugen verschreckt. All diese Faktoren stören oder verhindern die Eiablage.

Wird ein Nest in einem gefährdeten Bereich gefunden, beispielsweise am Strandeingang, wird es mit einem Gitter geschützt. Um diese Schildkröten zu schützen sind motorisierte Wassersportarten an manchen Stränden der Insel verboten. Für diese sind die Strände in Tsilivi, Argassi und Alykanas ideal. Ebenso gibt es an einigen Stränden Abgrenzungen, damit nicht Sonnenschirme die Eier zerstören. Um die Tiere bei der Eiablage in der Nacht nicht zu stören, wird ein Teil des Strandes ab 19 Uhr komplett gesperrt. Freiwillige überwachen die Gegend und informieren die Touristen über den Schildkrötenschutz am Strand.

Die Touristen fühlen sich davon nicht gestört, die meisten sind eher begeistert, sich zwischen Schildkrötennestern sonnen zu dürfen. Die Unechten Karettschildkröten sorgen für Attraktivität auch im Wasser: Zahlreiche Bootsrundfahrten werden täglich, vor allem in der Nähe der Schildkröteninsel Marahonissi, veranstaltet. Die Wahrscheinlichkeit, die Caretta caretta zu sehen, ist groß, da sie alle 20 Minuten zum Luftholen an die Wasseroberfläche kommt.
 
Ein Schiffswrack wird zum Touristenmagneten

Als weiteres Markenzeichen für Zakynthos gilt das Navagio-Schiffswrack. Der Navagio Strand bietet eine atemberaubende Landschaft, die bloß vom Meer aus zugänglich ist. Man kann sich zum Beispiel mit einem Touristenboot ab Zante Town oder Porto Vromi auf eine etwa zweistündige Wasserfahrt begeben, oder individuell Boote mieten. Diese Fahrt bietet viele interessante Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die „Blue Caves“ (blaue Höhlen) und man kann in azurblauen Lagunen mit klarem, warmem Wasser baden. Ein Besuch der Bucht ist auf jeden Fall ein Muss. Der Navagio Strand gehört zu den meistfotografierten Griechenlands - und der ganzen Welt. Hier liegt am Ufer das Wrack eines alten Schiffes, gestrandet in den 80er Jahren.

Der Legende zufolge ist die Panagiotis beim Schmuggel von Zigaretten während eines Sturms auf Grund gelaufen – und bis heute dort geblieben. „Navagio“ bedeutet übrigens so viel wie „Schiffswrack“. Die Legende klingt ziemlich unecht, aber egal: Ob wahr oder erfunden – die Geschichte des Schiffswracks zieht Tausende von Touristen wie ein Magnet an.

Achtung, am  besten Strandschuhe mitnehmen! Der weiße Kieselstrand ist zwar schön vom Meer aus gesehen, jedoch kann er schon bei den ersten Schritten die Füße verletzen. Auch eine Fahrt mit demBoot über die Bucht sollte man auf keinen Fall verpassen. Der Anblick ist verzaubernd.

Venezianischer Flair in Zante Town

Die Insel Zakynthos bietet viele geschichtsträchtige Orte. Einer ist die Hauptstadt, Zante Town (italienisch) oder Zakynthos Town. Sie liegt an der Ostküste und erstreckt sich bis auf den Hügel Bochali hinauf. Hier liegt auch eine von den Venezianern erbaute Zitadelle, die auf jeden Fall besichtigt werden sollte. Der Ort hier oben kann mit Quads erreicht werden und bietet einen wunderbaren Panoramablick auf den Hafen.

Bewohnt war er schon in der Antike. Starke Einflüsse römischer Besetzung kann man in der Hafenstadt beobachten. Die Häuser sind von venezianischer  Architektur geprägt. Sogar ihren Beinamen - „Blume des Ostens“ - verdankt Zakynthos der langen Herrschaft der Venezianer. Diese waren begeistert von der Vielzahl der bunten Blumen, die hier das ganze Jahr über blühen.

Insel der Oliven

Das Inselinnere ist vom Tourismus in vielen Teilen noch weitgehend unberührt. Wer dem Tumult entkommen möchte, kann sich einfach ein Quad mieten – 20 bis 30 Euro pro Tag, für mehrere Tage sinkt auch der Mietpreis. Malerische Bergdörfer und wilde, unbewohnte Strände enthüllen sich im nordwestlichen Teil der Insel. Der Norden und Westen von Zakynthos ist von wilden Steilküsten, kleinen einsamen Buchten und zerklüfteten Bergen geprägt. Der höchste Berg ist der Vrachionas, mit 750 Metern.

Zakynthos ist aber auch eine Insel der Oliven: 36 Prozent der gesamten Inselfläche mit 410 Quadratkilometern sind von Olivenbäumen bedeckt. Die Olivenölproduktion ist eine der wichtigsten Wirtschaftstätigkeiten der Inselbewohner. Der Anbau ist seit sehr langer Zeit Tradition, einige der Olivenbäume sollen über 1000 Jahre alt sein. Der Anbau erfolgt fast ausschließlich biologisch. Auch ein Besuch des Olivenölmuseums ist empfehlenswert: Die Öl-Mühle „Aristeon“ ist ein traditionelles Familienunternehmen in Lithakia und die Pressfabrik hat im Hof ein kleines Museum eingerichtet.

Touristen sind herzlich zu einer Führung in verschiedenen Sprachen durch die Mühle und durch die Geschichte der Olivenölproduktion eingeladen. Eine interessante Zeitreise, die bis ins Jahr 1850 zurückgeht: beginnend mit der traditionellen Tierkraft-Mühle über Metallpressen per Muskelkraft und später hydraulische Pressen. Längst hat sich die Fabrik in eine moderne Produktionsstätte mit ökologischer Verarbeitung der Oliven verwandelt. Die Bauern verkaufen ihre Oliven an die Fabrik oder lassen sie nur pressen und verkaufen das Öl selbst.  

Nach dem Besuch des Museums läuft so manch einem das Wasser im Mund zusammen. Nach so vielen Informationen zur Herstellung des Olivenöls und nachdem man die verschiedenen Geschmacksrichtungen mit frischem Hausbrot verkosten darf - Olivenöl mit Zitronen, Knoblauch oder Orange, kann man dem Drang, etwas mit nach Hause zu nehmen, kaum widerstehen.

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