Zwischen Tradition und Innovation

Rund 50 Teilnehmer kamen am Samstag zum 12. Kuratorentag nach Hermannstadt

Dienstag, 12. März 2013

Mit der traditionellen Versöhnung begann der Gottesdienst in der Johanniskirche.

Im Bischofspalais hörten die Kuratoren Vorträge von Johannes Halmen (am Tisch, 2. v. r.) und Dr. Stefan Cosoroabă (re., daneben Reinhart Guib und Friedrich Philippi, v. li.). Fotos: Holger Wermke

Hermannstadt - Mit Glockengeläut oder ohne, soll der Pfarrer in einer halbleeren Kirche von der Kanzel predigen oder nahe bei den Gläubigen, muss der Gemeinderaum hübsch hergerichtet sein – mit solchen und anderen Fragen rund um die zeitgemäße Gestaltung von Gottesdiensten beschäftigten sich die Teilnehmer des 12. Kuratorentages der evangelischen Kirche A.B. in Rumänien. Rund 50 Gemeinde- und Bezirkskuratoren folgten der Einladung von Landeskirchenkurator Friedrich Philippi und diskutierten am vergangenen Samstag in  Hermannstadt/Sibiu über das Thema „Unser Gottesdienst – traditionelle und neue Formen“. 

Der Kuratorentag begann traditionsgemäß mit einem von Bischof Reinhart Guib und dem Hermannstädter Pfarrer Klaus Untch gefeierten Abendmahlsgottesdienst in der Johanniskirche. Begrüßt wurden sie hier von der Alzener Kuratorin Rosemarie Müller, die zur Versöhnung nach alter Sitte aufrief. Unter den Gästen des Gottesdienstes waren neben Altbischof Dr. D. Christoph Klein auch der neugewählte Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Dr. Paul-Jürgen Porr und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften, Werner Henning.

Er meine, es lohnt sich über den Gottesdienst nachzudenken, sagte Philippi in seinem Grußwort an die Kuratoren und Kuratorinnen. Erstmals wurde ein geistliches Thema für den Kuratorentag gewählt, auch vor dem Hintergrund, dass die Kirchenleitung 2013 das Jahr des Gottesdienstes ausgerufen hat. Bischof Guib dankte in seiner Predigt den anwesenden Kuratoren „für das, was Ihr für Eure und unsere Kirche tut“. „Die Kirche braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, sowohl für die Liegenschaften, aber vor allem auch für den Gottesdienst“, meinte Guib. Dieser regte an, dass auch Kuratoren Bibellesungen oder Predigten übernehmen könnten, und hatte damit insbesondere Diasporagemeinden ohne wöchentlichen Gottesdienst im Sinn.

Über Inhalte und die Möglichkeiten, Gottesdienste zu gestalten, sprachen der Dechant des Schäßburger Kirchenbezirks Johannes Halmen sowie Dr. Stefan Cosoroabă in zwei Vorträgen im Bischofspalais. Letzterer ermutigte die Kuratoren, offen mit ihrem Pfarrer über die Art und Weise des Gottesdienstes in ihrer Gemeinde zu sprechen. Auch unter Diaspora-Bedingungen und in geschrumpften Gemeinden sei es möglich, gute Gottesdienste zu feiern. Angesichts übergroßer Kirchen für Kleinstgemeinden oder ungünstigen Bedingungen in Gemeinderäumen müsse man von Fall zu Fall über neue Formen des Gottesdienstes nachdenken. Mit diesen Anregungen gingen die Kuratoren nach der Mittagspause in die Arbeitsgruppen, wo das Thema in kleinem Kreise diskutiert wurde.

Der Kuratorentag dient der Begegnung und der Weiterbildung der ehrenamtlich tätigen Kuratoren der evangelischen Landeskirche. Eingeladen sind alle Kuratoren aus Gemeindem mit mindestens 20 Mitgliedern sowie die Bezirkskuratoren.

Kommentare zu diesem Artikel

Alexander, 12.03 2013, 22:22
Die Feststellung die Kirche braucht Menschen ist offenkundig richtig. Das der Bischof dies feststellt ist eine Anerkenntniss des ueberall in Siebenbuergen Sichtbaren. Allein, der Erkenntniss muessen Taten folgen, Bemuehungen diesem Mangel an Menschen entgegenzuwirken. Davon ist die Kirche A.B. aber noch weit entfernt. Eine Erkenntniss ohne folgerungen kann getrost als Lippenbekenntniss betrachtet werden, als Offenbarungseid der Kirchenleitung.
hosmok, 12.03 2013, 15:08
"„Die Kirche braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, sowohl für die Liegenschaften, aber vor allem auch für den Gottesdienst“, meinte Guib. "

Menschen, die Verantwortung und nicht nur Pöstchen übernehmen, waren bei den Siebis schon immer eine Selbstverständlichkeit. Was ist bloss geschehen, dass es nun von höchster Stelle dieses Aufrufes bedarf...?

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