BANATER ZEITUNG: Nachrichtenarchiv

Der sozialistische Dadaist

Ist die Kunst ein Spiegel, den man der Wirklichkeit vorhält? Von wegen! Sie ist ein Hammer, mit dem man die Wirklichkeit gestaltet. So zumindest fasste es Karl Marx auf. Kein Wunder also, dass in allen sozialistischen Staaten Künstler verfolgt und zensiert wurden. Denn den eigentlichen Monopolanspruch auf die Realität hatten die Führungseliten erhoben. Sie bestimmten, was richtig und was falsch war, wer im Recht und wer im Unrecht lag. Und...

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Unverheilte Wunden

In dieser Woche erfüllen sich 25 Jahre, seit Temeswar die tragischste und triumphalste Zeit seiner Geschichte erlebt hat: die Dezemberrevolution. Temeswar hat zwischen dem 16. und 22. Dezember 1989 Rumänien vorgemacht, wie man ein vermeintlich für ewig installiertes Regime abschütteln kann. Und seinem Beispiel sind, spät – aber immerhin doch,  nahezu alle anderen Ortschaften Rumäniens gefolgt, bis die Sekundärchargen der kommunistischen Führung...

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Der geplatzte Traum

Das traurige an der internationalen Konferenz zum Thema „25 Jahre seit der Rumänischen Revolution“ war die spärliche Anzahl an Besuchern. Bekannte Persönlichkeiten, die sich seit den 1990er Jahren für die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit einsetzen, sprachen vor einer Handvoll Menschen, über die ungelösten Probleme des Landes. Ana Blandiana erinnerte an den ersten Jahrestag seit der Revolution, als im ganzen Land erneut protestiert...

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Maßgeschneidertes für die Marktwirtschaft

 

Die versilberten Messingknöpfe sind schon angenäht und die elektrische Nähmaschine läuft noch einmal über die Weste aus schwarzem Stoff. „Dies ist für die Tanzgruppe des deutschen Forums“, sagt Radu Cristea, Vorarbeiter bei der Handwerkergenossenschaft für Maßschneiderei „Îmbracamintea“ in Temeswar. Er ist einer von 52 Angestellten des Temeswarer Unternehmens - vor 25 Jahren, zur Wende, waren es etwa 850. Die Trachtenanzüge und Fracks für die...

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„Ich war bloß fünf Stunden Revolutionsteilnehmer“

Traian Orban, Tierarzt, geboren am 20. Februar 1944 in Petroschen, besuchte Schulen in Temeswar und studierte in Klausenburg. Nach Abschluss der Hochschule 1973 arbeitete er als Tierarzt in verschiedenen Tierzuchtkomplexen, zuletzt, 1989, als Farmleiter in Cadar, Gemeinde Tormak, bei Gataja. In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1989 hing er am Radio und hörte die Nachrichten von „Freies Europa“ über die Protestbewegungen, die am Nachmittag...

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Pro-Musica-Studioaufnahme mit Soldaten

Bei der Revolution 1989 war ich bloß viereinhalb Jahre alt. Ich hatte die Zeit als Pionier oder zumindest als „Falke des Vaterlandes“ nicht erlebt und man kann sagen, ich habe keine Erinnerung an die Zeit während des Kommunismus. Doch ich konnte in meinem bis dahin kurzem Lebensabschnitt Sachen sehen, erleben und fest in Erinnerung behalten: Das Schlangestehen zusammen mit meiner Mutter vor dem Laden für einen Liter Milch, umgeben von Milchgeruch...

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Vorbildlich im Unnachahmenswerten

Im Kloster Moldovita lebt Schwester Tatiana, eine Klosterführerin, ehemalige Lehrerin, der vom Erstberuf ein paar Ticks übriggeblieben sind („Haben Sie verstanden!?“, „Wiederholen Sie Bitte!“). Sie spricht nicht nur ein stark, aber angenehm pittoresk angehauchtes Deutsch, sondern gibt auch Antworten auf Fragen, die nachdenklich stimmen. Einem Oberlehrer, der nach dem Leben im Nonnenkloster fragte, schaute sie zuerst ironisch in die Augen, fragte...

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Zum dritten Mal: Wiener Ball in Temeswar

Roxana Jinaru hat die Ballschuhe angezogen, ihr weißes Satinkleid schimmert, sie ist auf das Ereignis vorbereitet. Die ehemalige Lenau-Schülerin, die zurzeit Rechtswissenschaften studiert, nimmt als Debütantin an dem dritten Wiener Ball in Temeswar teil. „Es hat auf jeden Fall etwas mit Träumen aus der Kindheit zu tun, es ist eine Chance, sich wie eine Prinzessin zu fühlen. Es ist ein bisschen wie Aschenputtel, einen Abend auf dem Ball tanzen, um...

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Departement für Interethnische Beziehungen auf Forumsbesuch

„Kulturelle Identitäten im Donauraum“ war das Thema einer zweitägigen Fachkonferenz in Temeswar/Timisoara, die vom Ministerium für regionale Entwicklung und öffentliche Verwaltung sowie dem Departement für Interethnische Beziehungen veranstaltet wurde.

Die Tagung bot auch Anlass für die Delegation vom Departement das Demokratische Forum der Deutschen aus dem Banat zu besuchen. Der neue Forumsvorsitzende Ioan Fernbach empfing die Gäste im...

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Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Rembrandt van Rijn, dessen Werke die besten Museen der Welt zieren, wird ab heute und bis zum 10. Januar auch in Temeswar präsent sein. Die Temeswarer können 273 Gravuren des als „Maler des Lichtes und der Schatten“ und als einer der bedeutendsten Graveure des 17. Jahrhunderts in die Kunstgeschichte eingegangenen Niederländers im Kunstmuseum bewundern. Das Highlight unter den Ausstellungen am Jahresende in der Stadt an der Bega findet als Event...

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