Auf Deutsch, im Dialog mit den Rumäniendeutschen

Bundeskanzlerin Merkel und Staatschef Johannis treffen Forumsvertreter

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zum Abschied ein Foto mit banat-schwäbischen und sächsischen Trachten. Foto: Adrian Ardelean

Erwartungsvolle Blicke gehen die Treppe hinunter. Das Mädchen im bunten Trachtenrock rückt ein letztes Mal die Falte zurecht, der Junge daneben nimmt den Hut kurz ab, setzt ihn dann wieder auf. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs aus den EU-Ländern in Hermannstadt ist Informationen nach zu Ende und nun wird das Eintreffen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Rumäniens Staatschef Klaus Johannis erwartet. Die Hermannstädter Bürgermeisterin Astrid Fodor, der DFDR-Vorsitzende Paul Jürgen Porr und der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț haben längst den auserkorenen Treffpunkt, den Spielgelsaal des Forumsgebäudes, verlassen, um die ranghohen Politiker zu empfangen.

 

Und dann folgt starker und langanhaltender Applaus.  Offiziell und seriös, aber trotzdem locker und freundlich zeigten sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis beim Treffen mit Vertretern der deutschen Minderheit aus dem ganzen Land. Der Spiegelsaal war voll und die Anwesenden voller Erwartung. Bundespräsidenten hatten sich bereits beim Sitz des Demokratischen Forms der Deutschen in Rumänien eingefunden, ein(e) Bundeskanzler(in) noch nie, wie auch der DFDR-Vorsitzende Paul Jürgen Porr hervorhob. Was Merkel und Johannis dann zu sagen hatten, waren knappe Statements, aber mit Gewicht und ganz in dem Sinne dessen, was sich die deutsche Minderheit in politisch nicht gerade einfachen Zeiten aus dem Munde ranghoher Persönlichkeiten erwartet.

 

Die deutsche Minderheit sei „eine Bereicherung für das, was man deutsche Kultur im weiteren Sinn bezeichnet“, so Dr. Angela Merkel, die erwähnte, „dass wir Ihre Verbündeten sind, wenn man Sie beleidigt“, mit Bezug auf die Verleumdungskampagne gegen die deutsche Minderheit. Zum Gesamtbild Rumäniens sagte die Kanzlerin, „Rumänien hat sich unter der Präsidentschaft von Präsident Klaus Johannis dennoch sehr gut entwickelt. Sie sind ein wichtiges Glied in Europa geworden. Ich darf Danke sagen, dass Sie eine Brücke zwischen unseren Ländern sind, dass Sie das kulturelle Erbe hier hochhalten. Wir versuchen, das mit 2,4 Millionen Euro zu unterstützen, auch mit der Ausbildung deutschsprachiger Lehrer“. Rumäniens Staatschef Johannis hätte am liebsten „jeden einzelnen namentlich begrüßt, wenn es die Zeit erlauben würde“. Er lobte die Minderheitenpolitik Rumäniens und erachtet es als sinnvoll,  diese als Beispiel in die künftige strategische Agenda der EU aufzunehmen, „als wichtigen Teil unseres Rezepts, wie wir die EU in Zukunft sehen“.

 

Anschließend fotografierten sich Merkel und Johannis mit Persönlichkeiten der deutschen Gemeinschaft und mit Trachtenträgern aus dem Banat und aus Siebenbürgen. Nach einem insgesamt etwa halbstündigen Aufenthalt verließen sie den Spiegelsaal genauso wie sie ihn betreten hatten. Unter langanhaltendem Beifall.

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