BANATER KIRCHEN

Die Klosterkirche der Barmherzigen Brüder zum „Heiligen Josef“ - Griechisch-katholische Pfarrei Temeswar II, Str. Sf. Ioan/ 700-er Markt

Mittwoch, 15. März 2017

Die griechisch-katholische Kirche in unmittelbarer Nähe der Augenklinik: Seelsorger sind derzeit Dechant Nicolae Ovidiu Teodorescu, griechisch-katholischer Vikar von Temeswar, und Pfarrer Daniel Muntean.
Foto: Der Verfasser

Der Grundstein der Kirche und des anliegenden Krankenhauses wurde 1735 gelegt, wobei die Kosten der Bauarbeiten von der „Bruderschaft der Unbefleckten Empfängnis und des Heiligen Johannes von Nepomuk“ getragen wurden. Die Bauingenieure, die an diesem Kloster arbeiteten, waren Johann Lechner und Caspar Dissel. Nachdem die Bauarbeiten 1737 beendet waren, hatte der oben genannte Verein, vertreten durch Graf Andreas Hamilton, am 1. November 1737 die Einrichtung dem Orden der Barmherzigen Brüder anvertraut. Die Barmherzigen Brüder, in Temeswar auch die „schwarzen Priester“ genannt, kamen aus Belgrad ins Banat; der Orden wurde im 16. Jahrhundert in Spanien vom hl. Johannes von Gott (Juan Ciudad) gegründet. Ihr Charisma war die Kranken- und Altenpflege, wobei eine besondere Aufmerksamkeit den geistig Kranken geschenkt wurde. Die Barmherzigen Brüder sind die ersten Mönche, die eine klare Trennung zwischen dämonischer Besessenheit und Geisteskrankheit gemacht haben. Im Jahr 1748 spendete Kaiserin Maria Theresia 60.000 Gulden für den Bau der Klosterkirche und für den Krankenhausbetrieb. Das Gotteshaus wurde 1757 von Bischof Franz Anton Engl von Wagrain dem hl. Josef, Bräutigam der Gottesmutter und Nährvater unseres Heilands, geweiht.

In der Nacht vom 6. zum 7. Juli 1849, während der Belagerung Temeswars durch die ungarischen Revolutionäre, wurde die Kirche von einem Artilleriegeschoss getroffen und größtenteils beschädigt. 1851 wurde sie neu errichtet, wobei der ursprüngliche Barockstil beibehalten wurde. Im Inneren des Gotteshauses, auf der Chorempore, gibt es heute noch einige Restteile der ältesten Orgel der Stadt. Der Hauptaltar stellt den hl. Josef dar. Flankiert wird dessen Gemälde von den Statuen des heiligen Ladislaus und der heiligen Theresia von Avila. Eine wunderbare und große Darstellung der hl. Theresia von Avila (der „großen Heiligen“) im Gebet vor dem hl. Josef, gemalt in Wien 1881, ist an der rechten Kirchenwand zu sehen. Unter der Kirche befindet sich ein Gewölbe, das aber anscheinend nicht als Krypta benutzt wurde.

Neben der Kirche befand sich das Barmherzigenspital samt Kloster, das der Kirche angehörte. Auch dieses Gebäude wurde 1849 stark beschädigt. Zwei Jahre später wurden auch sie neu errichtet. Innerhalb des „Spitals“ wurde 1737 die erste Apotheke Temeswars eröffnet. Sie trug den Namen „Zum Granatapfel“, da diese äußerst gesunde Obstart das Symbol des Ordens war und bis heute ist. Im Gebäude des ehemaligen Barmherzigenspitals, 1948 verstaatlicht und bald danach aufgelöst durch das kommunistische Regime, befindet sich seit vielen Jahren die Augenklinik.

Im Jahr 1990 überließen die Römisch-Katholische Diözese Temeswar und der Orden der Barmherzigen Brüder, heute in Budapest und Wien vertreten, die ehemalige Klosterkirche den griechisch-katholischen Gläubigen zur Nutzung.

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