Bürgernahe Polizei für Romadörfer

Schweizer fördern Handbuch und Romani

Mittwoch, 15. Mai 2013

Rumänen und Schweizer an einem Tisch: Thema war die bürgernahe Polizei in rumänischen Dörfern. Foto: Zoltán Pázmány

Am Anfang stand ein Abkommen zwischen Rumänien und der Schweiz - seit letztem Jahr schon befindet sich das Projekt in einer erweiterten Phase. Konkret geht es um das Projekt der bürgernahen Polizei, oder Nachbarschaftspolizei, das in der Zeitspanne 2012-2014 über die Städte hinaus auch im ländlichem Raum in Rumänien umgesetzt werden soll. Die Projekterweiterung sahen die Initiatoren von rumänischer Seite vor allem in Dörfern mit größerer Roma-Bevölkerung und in Ortschaften mit Konfliktpotenzial notwendig.

Vor Kurzem fand vor diesem Hintergrund in Temeswar/Timişoara ein Treffen zum Thema „Internationales Seminar über gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Minderheiten“ statt. Diese Veranstaltung galt als Teil des Projektes zur „Förderung des Konzeptes einer bürgernahen Polizei, vor allem in Roma-Siedlungen und in anderen Gemeinschaften mit sozial-ökonomisch benachteiligter Bevölkerung“. Als Projektpartner beteiligten sich Schweizer Experten auf diesem Gebiet, Vertreter der Westuni in Temeswar und der Rumänischen Akademie. Eingeladen waren Gäste der Polizei-Hochschule aus Deutschland, Polizisten aus Norwegen und Vertreter des Generalinspektorates der Rumänischen Polizei.

Dieses Projekt der bürgernahen Polizei, „Poliţia de Proximitate“, hat kurz nach dem Jahr 2000 begonnen und wurde in einer ersten Etappe in den Städten Rumäniens umgesetzt - mit guten Resultaten, wie es heute nicht nur in Rumänien, sondern auch von den Schweizern gewertet wird. Man wollte nicht unbedingt das Schweizer Modell der bürgernahen Polizei 1:1 auch in Rumänien umsetzten, sagen Schweizer Fachleute. Sinn und Idee war, ersteinmal das Konzept rüberzubringen. Der Leiter des Büros des Schweizer Erweiterungsbeitrags an der Botschaft in Bukarest, Thomas Stauffer, sagte der BZ, dass es nicht entscheidend sei, ob das Projekt nach den Vorstellungen der Schweizer umgesetzt worden sei, sondern „ob die Ziele erreicht wurden“ und dies sei geschehen, so Stauffer. 

Das Projekt verfolgt die Idee, Delikten vorzubeugen, um so auch das Gefühl der Sicherheit im ländlichen Raum zu vermitteln, aber auch die Möglichkeit zu bieten, dass die Polizei schnell einschreiten kann, wenn Probleme anstehen. Für den ländlichen Raum und die Gemeinden mit Konfliktpotenzial stellt man sich vor, dass die Tätigkeiten der Polizei von Transparenz geprägt sind, dass ein direkter Draht zur Bevölkerung besteht, und dass Partnerschaften gegründet werden können, um sinnvolle Lösungen für Probleme auf dem Lande zu finden.

Mit Unterstützung der Schweizer Experten wird derzeit auch an einem Handbuch für die bürgernahe Polizei gearbeitet. Verzeichnet werden darin Erfahrungen, die man in den Jahren des Projektablaufs in den Städten gemacht hat. Zugute kommen soll das Buch vor allem den Polizisten, die im ländlichen Raum nun das neue Konzept umsetzen sollen.

Einen besonderen Stellenwert innerhalb des mit 2,3 Millionen Schweizer Franken geförderten Projektes wird der Gründung eines Zentrums für Kultur und Linguistik in der Romani-Sprache zugedacht. Dieses soll innerhalb der Polizeischule in Slatina eingerichtet werden. 2.500 Polizisten werden im Bereich bürgernaher Polizei ausgebildet.

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