Duale Berufsausbildung, Migrationswelle und Cybersicherheit im Fokus

DWC „Banat“ bei der Konferenz Deutscher Wirtschaftsclubs in Ungarn dabei

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Auf der Vierten Konferenz der Deutschen Wirtschaftsclubs in Budapest (v.l.n.r.): Michael Bullert, Dr. Boldizsár Bencsáth, Gergely Pröhle, Unterstaatssekretär für internationale und europäische Angelegenheiten, Frank Spengler, Leiter des Auslandsbüros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung, und Gábor Kiss, Verantwortlicher für Regierungsbeziehungen bei Mercedes-Benz in Ungarn
Foto: Nóra Halász

„Mit den Konferenzen wollen wir ein grenzüberschreitendes Netzwerk errichten und unser Networking auf eine international Basis stellen”, sagte Michael Bullert, Vizepräsident des Deutschsprachigen Wirtschaftsclubs (DWC) „Banat“, bei seiner Rückkehr aus Budapest. In der ungarischen Hauptstadt beteiligte sich der Geschäftsführer der Firma „Syonic“ zusammen mit weiteren vier DWC-Mitgliedern an der 4. Konferenz der Deutschen Wirtschaftsclubs. Veranstaltet wurde die Konferenz vom DWC Ungarn unter der Leitung von Arne Gobert, wobei zu den Teilnehmern die Deutschen Wirtschaftsclubs aus Temeswar, Arad, Sathmar/Satu-Mare und Russland, sowie Vertreter der Carl-Wolff-Gesellschaft aus München und der Konrad-Adenauer-Stiftung zählten.

Erstmalig hatten sich nicht nur die Vorstände der jeweiligen Wirtschaftsclubs an der Konferenz beteiligt, sondern auch einzelne Mitglieder durften teilnehmen, sodass schließlich ungefähr 80 bis 100 Personen dabei waren. In den vergangenen Jahren hatten die Konferenzen in Kiew, Berlin und Hermannstadt/Sibiu stattgefunden.

 

Ungarns Außenminister zu Gast

 „In allen Wirtschaftsclubs in Mittel- und Osteuropa sind die gleichen Themen aktuell. Wir haben über die duale Berufsausbildung gesprochen, über die aktuelle Flüchtlingskrise, über Cybersicherheit und über die Abwanderung von Arbeitskräften“, sagte Michael Bullert.

Zu den prominenten Rednern zählte Ungarns Außenminister Péter Szijártó, der das Problem der Flüchtlinge ansprach. „Wir waren uns auf jeden Fall alle einig, dass wir investitionsfreundlich und nicht ausländerfeindlich sind. Trotzdem haben wir Gesetze in Europa und darin ist klar definiert, wie man mit Asylanträgen umgeht. An den Schengen-Außengrenzen sind Flüchtlinge zu registrieren und das passiert nämlich nicht. Deswegen ist Ungarn im Fokus, denn es versucht, die Stellung zu definieren, dass an den Schengen-Außengrenzen, wie zum Beispiel in Griechenland, diese Registrierungen stattfinden müssen“, berichtete Michael Bullert.

 

Duale Berufsausbildung in Ungarn gesetzlich geregelt

Was die duale Berufsausbildung angeht, so sei diese in Ungarn politisch gesetzt. „Es gibt in diesem Bereich einen Staatssekretär, der sich extra um dieses Thema kümmert. Von der ganzen gesetzlichen Grundlage ist man in Ungarn diesbezüglich weiter“, erklärte Michael Bullert. Trotzdem sei die Situation auch in Rumänien sehr gut. Allein in Temeswar nehmen ungefähr 150 Schülerinnen und Schüler die duale Berufsausbildung in Anspruch, in Kronstadt/Braşov wird  nun eine zweite Berufsschule eröffnet. In Temeswar unterstützen vier deutsche Unternehmen die duale Berufsausbildung und zum ersten Mal ist auch eine rumänische Firma dabei. „Wir brauchen aber eine einheitliche, gemeinsame Ausbildungspolitik für Rumänien, weil wir in allen Teilen Rumäniens Investoren haben“, sagte Michael Bullert.

Neben der internationalen Vernetzung im geschäftlichen Bereich sei es wichtig, voneinander zu lernen. Darüber hinaus sollten gewisse Themen, wie zum Beispiel die Flüchtlingspolitik, gemeinsam diskutiert werden. „Unter anderem wollen wir erreichen, dass es gegenseitige Mitgliedschaften der Clubs untereinander gibt und dass unsere Mitglieder auch die Veranstaltungen in anderen Ländern besuchen können und über die entsprechenden Angebote rechtzeitig informiert werden. Dies ist insbesondere für diejenigen von uns von Interesse, die in mehr als einem Land beruflich engagiert sind“, sagte der Vizepräsident des DWC Temeswar. „Grundsätzlich ist eine Vernetzung von Menschen und Geschäften immer ein Vorteil“, fügte Michael Bullert hinzu.

An der Konferenz in Ungarn beteiligten sich unter anderen der ungarische Botschafter in Berlin, József Czukor, der Bildungsstaatssekretär László Palkovics und der Cybersicherheits-Experte Bencsáth Boldizsár, CEO der Firma CrySysLab. Mit dabei waren Vertreter der Firmen Mercedes, Audi, Bosch, BASF sowie von Versicherungsunternehmen und Banken. Neben der Konferenz gab es eine Stadtrundfahrt und eine Donauschifffahrt wie auch ein traditionelles Oktoberfest. Die nächste DWC-Konferenz soll 2016 in München stattfinden. Veranstalter wird die Carl-Wolff-Gesellschaft sein, ein Netzwerk von Geschäftsleuten mit siebenbürgischen Wurzeln.

 

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