Eine Banater Schwäbin auf Weltreise

Bregenz – die österreichische Toskana

Mittwoch, 15. März 2017

Die Zauberflöte auf der Seebühne

Der Bodensee aus der Pfänderbahn
Fotos: Die Verfasserin

Im westlichsten Teil Österreichs gelegen ist die Hauptstadt Vorarlbergs vor allem für die Bregenzer Seefestspiele bekannt. Diese traditionsreiche Kulturveranstaltung findet jedes Jahr Ende Juli - Anfang August statt. Das sind auch genau die allerbesten Monate, um Bregenz zu besuchen. Am Ufer des Bodensees gelegen, ist Bregenz am bequemsten aus Wien, mit der Fluglinie „People´s Viennaline“, zu erreichen. Vier Mal täglich fliegt diese Familienfluggesellschaft von Wien nach Altenrhein. Das Essen im Flugzeug ist nicht das normale, nach nichts schmeckende Flugzeugkatzenfutter, sondern täglich frisch selbstgekocht, von der Frau des Chefpiloten. In der Bordzeitschrift wird jedes Besatzungsmitglied persönlich vorgestellt. Im Sommer gibt es mit dem Firmenlogo bedruckte Badehandtücher zum Mitnehmen und im Winter Decken. Mit People´s zu fliegen ist fast wie mit einem Privatjet zu fliegen, aber zu Economy-Preisen. Aus Altenrhein gibt es Shuttlebusse, die für die 20-Kilometer-Strecke nach Bregenz kostengünstige Transfers anbieten. Da es kleine Neunsitzer-Kleinbusse sind, ist eine Vorausbuchung empfehlenswert.

Alles in Bregenz spielt sich zwischen dem Bodensee und dem Hausberg ab. Im Hochsommer ist Einmal-in-den-See-Springen ein absolutes Muss. Das Badehaus Mili ist ein historischer Holzpfahlbau mit Sonnenterrassen, von dem aus Kopfsprünge besonders viel Spaß machen. Das offizielle Motto der Stadt lautet: „Das Mehr am See“. Daher gibt es vom Hafen aus unzählige Seetouren, die man buchen kann. Ob einfach zum Ein-Stündchen-in-der-Bregenzer-Bucht Herumfahren oder die Dreiländer-Panoramatour entlang des schweizerischen, deutschen und österreichischen Seeufers ist dabei Geschmackssache. Die Vorarlberg-Lines bieten auch interessante Themenfahrten mit Verköstigung. Natürlich gibt es an der Bregenzer Seepromenade auch Tret- oder Elektroboote zum Mieten.

Das jährliche Highlight am See ist aber die aufwendig inszenierte Seebühne. 2017 wird vom 19. Juli bis zum 20. August Bizets „Carmen“ aufgeführt. Die Zuschauertribünen sind am Seeufer aufgebaut und die Bühne ist auf dem See. Die Akustik und die Aussicht über die Bühne mit dem See im Hintergrund sind nach Sonnenuntergang absolut atemberaubend! Natürlich sieht man die Bühne von der Seite kostenlos und hört die Musik ganz ohne Tickets auch von der Seepromenade aus. Die unzähligen Cafés am See sind aber meistens während der Vorführungszeiten zu voll, um einen Tisch ohne Reservierung zu ergattern. Den schönsten Sonnenuntergang bietet das Café Welle, von wo aus die Spaziergänger an der Promenade wie Scherenschnitte aussehen.

Es ist zauberhaft, am See zu sitzen. Aber fast noch bisschen beeindruckender ist es, den See von oben zu sehen. Der Hausberg macht dem Bodensee aber haarscharfe Konkurrenz in puncto Aussicht. Das Burgrestaurant am Gebhardsberg ist ideal für eine mittelalterliche Tafeley mit germanischem Met aus dem Horn. Die traditionsreiche Vorarlberger Küche kommt hier ganz auf ihre Kosten, mit Spezialitäten wie Bregenzerwälder Käsesüpple mit Röstzwiebele und Alpkäseobladen oder handgemachten Schlutzkrapfen mit Kürbisfüllung.

Die einzige Art, die Aussicht vom der Gebhardsberger Burg noch zu steigern, ist nur 300 Meter vom Hafen entfernt. Die Pfänderbahn, transportiert einen in ein paar Minuten auf den Pfänder. Von hier oben reicht der Blick über den Bodensee an schönen Tagen sogar bis nach Friedrichshafen und Konstanz.

Kunstbegeisterte dürfen das Bregenzer Kunsthaus nicht verpassen. Die ausgestellten Werke sind aber allesamt in der Kategorie moderne Kunst, auch bekannt als des Kaisers neue Kleider oder ist das Kunst oder kann das weg? Dafür ist das Café neben dem Kunsthaus absolut Spitze. Shoppingfans ist Bregenz als die Heimat von Wolford bekannt. Im Outlet in Bregenz gibt es die weltbekannte Luxusunterwäschemarke zu den allerbesten Preisen. Die Altstadt von Bregenz begeistert mit alten, engen Gässchen voller kleiner Läden, die zum Bummeln und Verweilen einladen.

Hier befindet sich auch die schmalste Hausfassade Europas, nur 57 Zentimeter breit. Auf dem Bauernmarkt in der Kaiserstraße gibt es jeden Vormittag ausschließlich regionale, saisonale Spezialitäten, wie zum Beispiel Eisenkrauttee. Wo exotisch anmutend „Grumpara“ draufsteht, sind zwar nur Kartoffel drin (das Wort erinnert schon irgendwie an unsere Banater „Krumpiere“), aber dafür garantiert regional. Der Großteil der vorarlbergischen Küche dreht sich um verschiedene Käsespezialitäten. Auf dem Bauernmarkt gibt es den original Räßkäse, der ein tolles Mitbringsel ist aus der schönen österreichischen Toskana und die Hauptzutat in „Grumpara mit Käs“, zum zu Hause selber Nachkochen.

Kommentare zu diesem Artikel

Brigitte, 15.03 2017, 14:57
Wenn Eine(r) eine Reise tut...dann sollte sie auch Geografiekenntnisse haben oder sie zumindest auf dieser Reise erlangen. Vorarlberg ist nicht im östlichsten Teil Österreichs gelegen, wie im Artikel behauptet wird, sondern im westlichsten!

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