JazzGrooves erstmals auf Rumänien-Tournee

Deutsche Kulturzentren Konzert-Gastgeber des deutschen Quintetts

Erstes Konzert in Temeswar: Dirik Schilgen (Mitte) mit den JazzGrooves (v.l.n.r.) Volker Deglmann (Trompete), Daniel Prandl (Piano), Matthias Debus (Bass) und Matthias Dörsam (Saxofon)
Foto: DeKuZe

Dirik Schilgens JazzGrooves hat es zum ersten Mal nach Rumänien verschlagen. Die Band des Jazz-Schlagzeugers besteht inzwischen seit zwölf Jahren und rühmt sich mit drei Alben – die letzte Veröffentlichung erschien pünktlich zum zehnten Jubiläum der Gruppe, die am längsten in der Konstellation Volker Deglmann (Trompete), Matthias Dörsam (Saxofon), Daniel Prandl (Piano), Matthias Debus (Bass) und Dirik Schilgen besteht.

Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie des Goethe Instituts Bukarest tourte das Quintett Anfang März durch Rumänien. Stationen waren Temeswar, Klausenburg/Cluj-Napoca und Jassy/Iaşi. Für zwei der fünf Mitglieder bedeutete die dreitägige Tournee ein Wiedersehen mit dem Land: Matthias Dörsam und Matthias Debus waren mehrmals in Rumänien. Dörsam besuchte das Land schon vor 1990, damals im Auftrag  des bekannten Zirkus-Unternehmens Sarrasani. Heute ist Dörsam unter anderem Produzent und betreibt in Fürth den Kulturtreffpunkt „Studiobühne“.

Die anderen Mitglieder von Schilgens JazzGrooves sind unter anderem als Dozenten tätig: Eine wichtige Einnahmequelle für die professionellen Musiker, die in verschiedenen Projekten mitwirken. Doch das Unterrichten erfordert Zeit und kann manchmal der Musik im Weg stehen. Längere Tourneen im Ausland sind da selten möglich, auch weil die Gruppe aus fünf Mitgliedern besteht.

 

Vielseitiger Jazz aus der Ecke Mannheim

Der Name der Gruppe ist Programm, meint Dirik Schilgens. Das heißt, dass die JazzGrooves eben viel in Richtung Groove machen. Der mehrdeutige Begriff deutet auf die Vielseitigkeit und Vielfarbigkeit ihrer Musik hin, womit die Gruppe auch wirbt. Es ist ein facettenreicher Jazz, der in viele Untergenres ausfächert. Komponiert werden die Stücke von Schilgens. Der Schlagzeuger gründete die Band eben mit dem Wunsch zu komponieren.

Die anderen JazzGroovers kommen alle aus der Ecke Mannheim-Köln, sind nur eine halbe Stunde Autofahrt voneinander entfernt. Momentan wird noch gespielt, sprich das letzte Album „On the Move“ beworben. Allmählich denkt Schilgens aber auch daran, an ein mögliches viertes Album zu arbeiten. „Die kreative Schaffenszeit dauert in der Regel bei mir ein halbes Jahr“, so der Schlagzeuger. Zeit, in der er einfach komponiert, ehe man sich zum Proben trifft. In der Probezeit wird dann noch am Feinschliff gearbeitet.

Ihre vielseitige Musik spricht ein vielseitiges Publikum an. Nicht nur Jazz-Affine lassen sich gerne von den JazzGrooves begeistern, sondern auch Personen, die im Jazz wenig bewandert sind. Gerade darum ist auch die Rumänien-Tournee eine neue spannende Erfahrung für Schilgen und seine Bandkollegen. Viele deutsche Gruppen, die das erste Mal in Rumänien spielten, waren von der Offenheit und der Unvoreingenommenheit des Publikums angetan. Selten wird Musik hier in Schubladen gesteckt. Es ist oft so, dass es sowohl für die deutschen Musiker als auch für das rumänische Publikum eine Entdeckung ist.

JazzGrooves ist die erste deutsche Gruppe, die auf Einladung des Deutschen Kulturzentrums Temeswar in diesem Jahr in Temeswar gespielt hat. Im November trat im gleichen Lokal „Etikheta“ die Jazzgruppe „Tango Transit“ auf.