Kontrovers

Der Umgang mit der Journalistik

Mittwoch, 16. Mai 2018

Als vor etwa eineinhalb Jahrzehnten die damals gängigen und auch vielgelobten Seminare für deutschsprachige Schülerredakteure in Rumänien sich finanziell nicht mehr in alter Form unterstützen ließen und diese eingingen, gab es kaum einen Aufschrei. Nur ganz selten ließ eine leise Stimme erahnen, dass der Untergang nicht der gewünschte Weg ist. Eine scheinbare Sättigung an Schreibinteresse der jungen Leute, aber auch die Sättigung der ohnehin geringen Nachfrage in den Redaktionen, hat für mehr als zehn Jahre dieser Art Projekte ersteinmal ad-acta gelegt. Das Funkforum hat vor  zwei eineinhalb Jahren Schulungen für Jungjournalisten unter leicht veränderter Form wieder aufgenommen.   

Was ist eine Denkpause? Eine Pause zum Nachdenken, oder eine kleine Auszeit während des Überlegens? Wie es dem auch immer sei, eine Pause brauchte die journalistische deutschsprachige Fortbildung, eventuell um neuen Anstoß zu erhalten. Global gesehen macht die deutsche Minderheit und ihr Umfeld zumindest seit dem Jahr 2000 - meines Wissens nach - mehr journalistische Bildung für Schüler, als Mehrheit und alle anderen Minderheiten in Rumänien zusammen. Es bleibt natürlich die Frage offen, warum damals der Anklang geringer war. Möglicherweise war ein Reifeprozess in den Institutionen notwendig, denn heute treten Hochschullehrer für ein Seminar mal locker viel Stunden ab, heute bündeln Schulen aus einer Region ihre Kräfte und möchten je öfter zu den Begünstigten von Seminaren gehören. Und der finanzierende Partner des logistischen Teiles, das ifa, sieht keinen Grund, den neuen Elan einzudämmen.

Und weil es um Journalisten geht: Wenn am Wochenende fünf deutschsprachige und drei rumänische Journalisten aus dem Banat nach Ulm zu den Heimattagen der Banater Schwaben reisen, ist das ebenfalls die Folge eines neuen Trends, ein Trend der nicht einmal so ganz neu ist: Vor sechs Jahren wollten wir es mal probeweise angehen und den Menschen im Banat über mehrere Kanäle zeigen, was denn in Ulm geschieht. Unsere Idee hat sich durchaus bewährt. Das würdigt die Landsmannschaft mit ihrer Einladung nun schon zum vierten Mal für eine Medienreise, das würdigen die anreisenden Journalisten mit ihren Interviews, Storys und Berichten.   

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