Papstbesuche 1999 und 2019 in Rumänien

Mittwoch, 30. Januar 2019

Fotos: der Verfasser

Als am 11. Januar im Vatikan bekannt wurde, dass Papst Franziskus Rumänien in der Zeitspanne 31. Mai - 2. Juni besuchen wird, war die Freude in den katholischen Kreisen Rumäniens riesig groß. Besonders die Bukarester römisch-katholische Erzdiözese, die Jassyer Diözese, der Marianische Wallfahrtsort in Schomlenberg / Șumuleu Ciuc bei Miercurea Ciuc und nicht zuletzt der Besuch in Blasendorf / Blaj, dem Hauptsitz des Großerzbistums der griechisch-katholischen Kirche in Rumänien, erfreuten die Gläubigen, denn da wird Papst Franziskus seine Kirche in unserem Lande besuchen.

Ich erinnerte mich in diesen Tagen an meine persönlichen Eindrücke von 1999, als Papst Johannes Paul II. zum ersten Mal als Römischer Bischof und Nachfolger Petri, Oberhaupt der katholischen Kirche ein mehrheitlich orthodoxes Land besuchte. Es geschah in der Zeitspanne 7. - 9. Mai 1999 in Bukarest. Ich war damals beim katholischen Gottesdienst in Bukarest dabei und hier meine damaligen Eindrücke:

„Ich hatte das Glück, einer der über zweihunderttausend im Bukarester Izvor-Park befindlichen Teilnehmer am katholischen Festgottesdienst des Papstes zu sein. Glück und Segen kann man wohl sagen, denn die einzigartige Stimmung, die ich dort miterleben konnte, war weder im Fernsehen noch im Rundfunk so zu spüren, wie sie tatsächlich an Ort und Stelle war. Eigentlich kann man diese Stimmung mit Worten nicht erzählen.

Die Vivat-Papa-Rufe aus den Herzen aller hier Anwesenden, das Schimmern von Tausenden von Flaggen und Schärpen, das Warten auf das Papamobil mit dem Papst verhalfen zu einer außergewöhnlichen Stimmung. Als der Papst in der rumänischen Landessprache die Festmesse begann, war die Begeisterung ohne Ende. Die Predigt und die anschließenden Gebete wurden andächtig und mit besonderer Pietät von allen gehört.

Der ergreifendste Augenblick war zum Schluss der Festmesse, als der Papst und der rumänisch-orthodoxe Patriarch Teoctist über die Wichtigkeit dieses Augenblicks sprachen und sie einander den Friedensgruß gaben. Alles bebte vor Begeisterung, die Rufe Unitate (Einheit) bezeugten das. Einzigartig und tiefbewegend!

Zum Schluss des Festgottesdienstes sprach der Papst einige Worte in den Sprachen der Katholiken aus Siebenbürgen, dem Banat und der Moldau. Der Papst ermutigte uns deutsche Katholiken in Rumänien, unseren Glauben und unsere Kultur weiter zu pflegen, um sie zu erhalten. Somit ist unsere Identität für die Zukunft gesichert. Kraftgebende Worte sprach seine Heiligkeit auch in Ungarisch und Polnisch.

Mit diesen Worten, die wir bei dieser Festmesse hören und miterleben konnten, gingen wir nach Hause, voller Begeisterung und Freude dabei gewesen zu sein.

Ein Mann, der die Weltgeschichte zum Ende dieses Jahrhunderts bewegte, kam nach Rumänien, war als Gast drei Tage hier, eroberte das einheimische Volk und ging mit Millionen neuen Freunden und Bewunderern von verschiedenen christlichen Religionen nach Rom zurück! Das kann nur einer: der Heilige Vater Papst Johannes Paul II.!“ („Echo der Vortragsreihe“ Nr. 6 / 1999, Seite 26 - 27)

Seither hat sich so manches in der Ökumene Rumäniens verändert. Es kamen Zeiten des Aufwärmens in den Beziehungen zwischen der römisch- und griechisch-katholischen auf der einen Seite, und der rumänisch-orthodoxen Kirche Rumäniens auf der anderen Seite, in den letzten Jahren wurde dies leider aber rückläufig. Hoffen wir, dass mit dem Besuch von Papst Franziskus ein neuer Aufschwung in der Ökumene in unserem Lande kommen wird, das noch vor einigen Jahren als Vorzeigeschild diesbezüglich galt.

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