Neue Straßenproteste gegen Justiz- und Steuerreform der Regierung

Demonstranten fordern „Rücknahme (der Steuerreform) und Rücktritt“

Dienstag, 14. November 2017

Die jüngste Waffe der Bukarester Protestler im Kampf gegen umstrittene Reformen sind neuerdings Toilettenpapier-Rollen. Diese waren zunächst am Mittwoch beim Regierungssitz und am Sonntagabend nun auch beim PSD-Sitz zum Einsatz gekommen.
Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Tausende Menschen sind am Sonntagabend in Bukarest, Klausenburg/Cluj, Temeswar/Timişoara, Kronstadt/Braşov, Bistritz, Neumarkt/Tg. Mureş, Baia Mare, Galatz, Karlsburg/Alba Iulia, Piteşti, Tulcea und weiteren Städten abermals auf die Straße gegangen, um gegen die umstrittenen Reformpläne der PSD zu demonstrieren.

In der Hauptstadt zogen die Menschen zunächst vor den Regierungs- und anschließend vor den Hauptsitz der PSD, um ihrem Unmut sowohl gegenüber der von Premier Mihai Tudose jüngst per Eilerlass verfügten Steuerreform als auch der von der Koalition angestrebten politischen Unterordnung der Justiz Luft zu machen. Überall im Land schwenkten die Menschen Rumänien- und Europafahnen, riefen „Abgang“, „Neuwahlen“, „Rücknahme (der Steuerreform – Anm. d. Red.) und Rücktritt“, „Nieder mit Tăriceanu, Dragnea und Dorneanu“, „PSD, die rote Pest“, „Verräter“ „Diebe“ und „Mafiosi“. In Bukarest bewarfen die aufgebrachten Protestler den Hauptsitz der PSD mit Toilettenpapier-Rollen, worauf die vor Ort mit einem Großaufgebot vertretene Gendarmerie prompt Geldstrafen gegen einige Demonstranten verhängte.

Die PSD scheint von der neuen, landesweiten Protestwelle zwar genervt, jedoch nicht zum Einlenken gewillt zu sein. So erläuterte PSD-Chef Liviu Dragnea auf einem Parteitag der Jusos wenige Stunden vor den neuerlichen Demonstrationen, dass die Protestler „schlecht informiert“ seien – sonst würden sie nämlich nicht Sturm laufen gegen ein Regierungsprogramm, das von „Millionen Wählern“ gutgeheißen worden sei. Da die Organisatoren des Juso-Parteitags Dragnea zu den Klängen des „Fluch der Karibik“-Soundtracks Einzug halten ließen, hob der Parteichef zudem hervor, dass die PSD-Mitglieder derzeit „gehetzt werden wie Piraten“.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 14.11 2017, 10:49
Welch ein Wunder ist geschehen, Dragnea trifft den Nagel auf den Kopf. Schon allein den Soundtrack von "Fluch der Karibik" zu spielen zeugt von seiner Geisteshaltung. Nur zur Info, in diesem Film wird die Piraterie glorifiziert, also Menschen die sich fremdes Eigentum aneignen werden zu Helden, nur der Unterschied zwischen Fiktion und Realität ist diesem Mann scheinbar völlig verloren gegangen. Deswegen darf er sich nicht wundern, dass die Parteimitglieder wie Piraten gehetzt werden, wie schon gesagt: ".....sich fremdes Eigentum aneignen."
Manfred, 14.11 2017, 10:32
Sie werden nicht nur gehetzt wie Piraten,sie sind welche!Ist die Bevölkerung etwa auch für den neuerlichen Kurssturz des Leu verantwortlich?Die Protestler sind schlecht informiert?Selbst wenn es so wäre,wer ist dafür wieder verantwortlich???Die Leute haben ganz einfach die Schnauze davon voll,von kriminellen Amateuren regiert zu werden !

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