Jubiläum als willkommene Gelegenheit für Rückschau

Verband der siebenbürgisch-sächsischen Heimatortsgemeinschaften veröffentlichte Dokumentation anläßlich seines zwanzigjährigen Bestehens

Samstag, 30. Dezember 2017

Eine inhaltsreiche Dokumentation veröffentlichte der Verband der siebenbürgisch-sächsischen Heimatortsgemeinschaften (HOG) anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums, das 2017 begangen wurde. Praktisch handelt es sich um eine Festschrift dieses Verbandes, der 1997 gegründet worden ist und mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen – der ehemaligen Landsmannschaft – in Deutschland, seither bestens zusammenarbeitet, sich für die Belange der in Deutschland lebenden ehemaligen Siebenbürger Sachsen einsetzt. In seinem Grußwort einleitend zu dieser ausführlichen Dokumentation, die rund 180 Seiten umfasst, betont Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien: „Die HOGs waren und sind wie nach 1990, auch 2017, den Gemeinden und der Basis unserer Kirche immer am nächsten gewesen. Sie haben an der Zertrennung der Gemeinden, dem Zurückgehen der Mitglieder, dem Abnehmen der Kräfte mit der Heimatkirche mitgefühlt und diese mit oft unkomplizierten und pragmatischen Hilfen unterstützt und mitgetragen...Die Regionalgruppen, die inzwischen die Kirchenbezirke abdecken, und die Verbandsleitungen suchen vermehrt den Kontakt und die Zusammenarbeit mit der Heimatkirche und den Kirchenbezirken, den Gemeindeverbänden und Gemeinden“.

In der Einführung von Horst Göbbel, den Grußworten von Bischof Reinhart Guib, Dr. Bernd Fabritius, Präsident des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V., Herta Daniel, Bundesvorsitzende des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Martin Bottesch, Vorsitzender des Regionalverbands Siebenbürgen des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Prof. Dr. Berthold Köber, Vorstandsvorsitzender der Gemeinschaft evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD – Hilfskomitee, wird deren Wertschätzung für die Tätigkeit des HOG-Verbands zum Ausdruck gebracht. Höhepunkt der Zusammenarbeit zwischen diesem und dem Siebenbürgen-Forum war die Ausrichtung des diesjährigen Sachsentreffens im August in Hermannstadt mit einem durchschlagenden Erfolg, an dem sich auch der Staatspräsident Rumäniens Klaus Johannis, zahlreiche hochrangige Gäste aus dem In- und Ausland beteiligten.

Zusammengeschlossen haben sich die siebenbürgisch-sächsischen Heimatortsgemeinschaften auf ihrer neunten Tagung am 28. Februar – 2. März 1997 im Feriendorf Gomadingen in der Schwäbischen Alb zu einem Dachverband. Gegenwärtig werden in Deutschland ca. 200 aktive Heimatortsgemeinschaften gezählt von denen 131 Mitglied im Dachverband sind. In der Satzung wird die Bindung der HOGs an die evangelische Kirche hervorgehoben. In Deutschland ist der Verband der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften als gemeinnütziger Verein eingetragen und hat seinen Sitz auf Schloss Horneck in Gundelsheim am Neckar.

Dem Verband gehören die Regionalgruppen Burzenland, Hermannstadt und Harbachtal, Mediasch und Umgebung, Mühlbächer Umgebung, Nordsiebenbürgen, Repser und Fogarascher Land, sowie Schäßburger Raum an. Diese sowie deren jeweilig zugehörigen Heimatortsgemeinschaften werden ausführlich durch Text und Bild vorgestellt, deren Vorsitzende genannt. Der HOG-Verband ist ein Verein zur Förderung der Gemeinschaft und des Zusammenschlusses der siebenbürgisch-sächsischen Heimatortsgemeinschaften, Nachbarschaften, Regionalgruppen und heimatortsgebundener Gruppierungen. Zweck des Vereins ist die Heimatpflege und Heimatkunde, die gemeinsame Bewahrung des kulturellen Erbes der Siebenbürger Sachsen, und ist parteipolitisch nicht gebunden. Der Verband der Heimatortsgemeinschaften steht in engen Beziehungen zum Regionalforum Siebenbürgen und zur Evangelischen Landeskirche A.B., es gibt regelmäßige Austausche zwischen diesen, deren Vertreter beteiligen sich an den Sitzungen der Vorstände bzw. am Kuratorentag oder anderen landeskirchlichen Veranstaltungen. Auf das diesjährige Sachsentreffen in Hermannstadt wird auch ausführlich im Band eingegangen und wird als das wichtigste Ergebnis der Zusammenarbeit dieser Organisationen genannt. Die Ansprachen von Staatspräsident Klaus Johannis und dem damals amtierenden Vorsitzenden des HOG-Verbands Hans Gärtner werden im Inhalt veröffentlicht.

Auf der in Bad Kissingen stattgefundenen Tagung im Oktober l.J. fanden Neuwahlen des Vorstandes statt. Dem neuen Vorstand gehören Ilse Welther (Vorsitzende), Sunnhild Walzer, Hans Georg Richter, Horst Müller, Gretel Theil an. Die bisherigen Vorsitzenden des Verband waren Horst Göbbel (1997 – 2001), Michael Konnerth (2001 – 2013), Hans Gärtner (2013 – 2017), und seit Kurzem ist es somit Ilse Welther die aus Felmern im Fogarascher Gebiet stammt.

Der aufliegende Band, der eine inhaltsreiche Dokumentation zur zwanzigjährigen Existenz des Verbandes der siebenbürgisch-sächsischen Heimatortsgemeinschaften bietet, sollte nicht nur an die Heimatortsgemeinschaften in Deutschland, sondern auch an die hier verbliebenen Gemeinschaften, an Kirchengemeinden, Pfarrer, Kuratoren gelangen, um die bedeutende Rolle der HOGs und des diese umfassenden Verbandes besser zu kennen, für die gegenseitige Zusammenarbeit sich bewusst einzusetzen.

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