Kirchentag wird ins Bewusstsein eingehen

Letzte Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Geschäftsführerin Liliana Şelaru bietet wichtige Informationen für Teilnehmer

Donnerstag, 21. September 2017

Geschäftsführerin Liliana Şelaru in ihrem Büro
Foto: der Verfasser

Die Arbeitsgruppe des Kirchentags hat ihre Vorbereitungen im Wesentlichen zu Ende gebracht. „Unserem Glauben entspringt ein guter Mut, mit dem wir die Vorbereitungen abschließen“, sagt Liliana Şelaru, Geschäftsführerin der Kirchengemeinde Kronstadt. Seit dem Mediascher Kirchentag von 1999 hat es keinen mehr in unserer Landeskirche gegeben. Über Anlass und Umstände dieses außergewöhnlichen Kirchentages zum Reformationsjubiläum gaben uns bisher Frank-Thomas Ziegler, Bereichsleiter Schwarze Kirche (KR 29/20.07.), Richard Sterner, Direktor für Immobilienverwaltung (KR 31/03.08.) und Dr. Steffen Schlandt, Kantor der Schwarzen Kirche (KR 37/14.09.), Auskunft. Diesmal sprechen wir mit Geschäftsführerin Liliana Şelaru. Als studierte Mathematiklehrerin unterrichtete Frau Şelaru neun Jahre lang in Fogarasch, wechselte dann aber in die Privatwirtschaft. Aus beiden Tätigkeitsbereichen schöpfend, übt sie seit acht Jahren feinfühlig das Amt einer Geschäftsführerin der Honterusgemeinde aus. Von ihr erfahren wir neue Einzelheiten über den Ablauf.

Das ausführliche Programm des dreitägigen Festes wird den Teilnehmern in Form eines dreisprachigen Programmhefts überreicht werden, das sie gemeinsam mit dem Teilnehmerabzeichen bei der Ankunft in Kronstadt am Info-Stand erhalten. Der Auftakt zum Kirchentag findet am Freitag, 29. September, an der ungarischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Herzen Kronstadts (Bahnstraße) statt. Hier werden Bischof Reinhart Guib, Bischofsvikar József Zelenák und Pfarrer István Koszta die Teilnehmer begrüßen (19 Uhr). Nach gemeinsamer Mahlzeit und buntem Abend klingt die Begegnung mit einer feierlichen Andacht aus, so dass alle für den großen Samstag gerüstet sind. Am folgenden Morgen finden sich die Teilnehmer auf dem Honterushof ein. Ab 7 Uhr erwartet sie dort ein Info-Stand. Alle Teilnehmer sind gebeten, sich hier zunächst anzumelden. Am Info-Stand erhalten alle registrierten Teilnehmer ihre Teilnehmerabzeichen und das dreisprachige Programmheft. Für Teilnehmer, die Simultanübersetzungen ins Ungarische und Rumänische wünschen, liegen Kopfhörer bereit. Für die Kopfhörer ist ein Personalausweis als Pfand zu hinterlegen.

An dem Info-Stand kann auch der Teilnehmerbeitrag entrichtet werden, falls dies noch nicht geschehen sein sollte. Teilnehmern, die mit dem PKW anreisen, steht auf dem Hof des nahen Sportlyzeums ein Parkplatz zur Verfügung. Reisebusse können auf der Klostergasse (Str. Mureşenilor) beim Marktplatz kurz halten, um die Fahrgäste aussteigen zu lassen. Die Reisebusse können anschließend auf dem Stadtparkplatz für Busse unter der Zinne parken.
Die Veranstaltungen beginnen mit Bibelarbeiten in deutscher, ungarischer und rumänischer Sprache (9 Uhr). Um 10.30 Uhr öffnet die Schwarze Kirche ihre Tore für den Festgottesdienst. Hier ist keine Sitzordnung festgelegt: Gäste und Kirchenglieder sollen ins Gespräch kommen. Ehrenamtliche junge Helfer stehen bereit, um die Teilnehmer zu empfangen. Da die Kirche lediglich 600 Personen aufnehmen kann, wird auf dem Hof neben dem Honterusdenkmal ein großer Bildschirm angebracht: So können alle Teilnehmer, ob drinnen oder draußen, den Gottesdienst verfolgen. Auf der Nordseite der Kirche steht ein großes Festzelt bereit. Hier wird das schmackhafte Mittagessen ausgeschenkt. Später findet hier auch die Podiumsdiskussion statt. Der Tag schließt mit der Uraufführung der eigens für den Kirchentag komponierten „Messe von Kronstadt“ in der Schwarzen Kirche; zahlreiche Sänger aus evangelischen Chören Siebenbürgens sind beteiligt und singen auf Deutsch, Ungarisch, Rumänisch, Latein und Englisch. Den liturgischen Rahmen der „Messe von Kronstadt“ bieten Bischof Reinhart Guib und Pfarrer István Koszta.

Der Kirchentag klingt am Vormittag des Sonntag, 1. Oktober, mit Gottesdiensten in 15 deutschen und 4 ungarischen Gemeinden des Burzenlandes aus. Im Anschluss an den Kirchentag findet schließlich noch im Hof der Evangelischen Kirche A.B. Bartholomä die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrags zwischen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien statt.
Der Plan, in Kronstadt einen Kirchentag zum Reformationsjubiläum zu feiern, fand früh Sympathie und Zustimmung. Der Lutherische Weltbund, die Evangelische Landeskirche in Württemberg und das Kronstädter Bürgermeisteramt erklärten sich bereit, den Kirchentag nachdrücklich zu fördern. Letzteres unterstützte übrigens auch den Vorschlag der Evangelischen Kirche A.B., die Verleihung des gesetzlich geschützten Titels „Reformationsstadt Europas“ für Kronstadt bei der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zu erwirken. Großzügig gefördert wird der Kirchentag aber auch durch das Demokratische Forum der Deutschen im Kreis Kronstadt, die Regionalgruppe Burzenland, die Heimatgemeinschaft der Kronstädter und die Michael-Schmidt-Stiftung. Die Partner des Kirchentages sind das Bezirkskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. in Kronstadt, das Jugendwerk der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, die Gemeinschaft evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD e.V. (Hilfskomitee) sowie der Siebenbürgisch-Sächsische Kulturrat e.V.

Zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland haben ihre Teilnahme bestätigt. Bischof Reinhart Guib, die Bischofsvikare Dr. Daniel Zikeli und József Zelenák, Pfarrer der Evangelischen Kirche A.B. und der Evangelisch-Lutherischen Kirche und Geistliche anderer Konfessionen nehmen teil. Aus dem Ausland werden Präses i.R. Nikolaus Schneider (Berlin), die Präsidentin des Werkes „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel, Pröbstin Martina Helmer-Pham Xuan (Königslutter am Elm), Dr. Berthold  W. Köber (Flacht b. Limburg), Dr. Ulrich A. Wien (Landau), Pfr. Daniel Lenski (Berlin), Pfarrerin Hannelore Agnethler (Augsburg) und nicht zuletzt der christliche Illusionskünstler Tommy Bright (Aspach), der auch das Kinderprogramm mitgestaltet, erwartet. Der Kirchentag wird ein unvergessliches Fest der Begegnung, der Musik und der nachwirkenden Eindrücke. Im Zentrum steht freilich nicht die irdische Welt, sondern der im Aufbruch befindliche Glaube: „Evangelisch in Rumänien“.



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