Mit Hingabe und Optimismus der Gemeinde gewidmet

Apollonia-Hirscher-Preis an Ingeborg Filipescu verliehen

Freitag, 10. Mai 2019

Ingeborg Filipescu erhält den Apollonia-Hirscher-Preis für das Jahr 2018.

Dieter Drotleff erwähnte in seiner Laudatio die wichtigsten Stationen im Leben der Preisträgerin.

Die Preisträgerin erhielt viele Blumensträuße von Mitgliedern der Gemeinschaft und auch von jahrelangen Freunden. Fotos: die Verfasserin

Zum 19. Mal wurde der Apollonia-Hirscher-Preis in festlichem Rahmen am Montag, dem 6. Mai, vor einem zahlreichen Publikum im Forumsfestsaal verliehen. Der Preis, der vom Demokratischen Forum der Deutschen in Kronstadt und den  Heimatortsgemeinschaften Kronstadt und Bartholomae in Deutschland gestiftet ist, wird seit 1998 an Kronstädter Persönlichkeiten verliehen, die sich besondere Verdienste im sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Gemeinschaft erworben haben. Die Auszeichnung für das Jahr 2018 ging an Ingeborg Filipescu.

„Sie ist immer da, wenn sie benötigt wird, möchte aber nicht im Vordergrund stehen“

Die Veranstaltung startete mit der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Ortsforums Thomas [indilariu. Die Lebensstationen von Ingeborg Filipescu erwähnte in seiner Laudatio der Journalist Dieter Drotleff,  er selbst Träger des Preises für das Jahr 2015. Laut Drotleff hat sich Filipescu „mit ganzem Herzen in das soziale und kirchliche Leben seit vielen Jahren impliziert“ und kann „ als Seele der Gemeinschaft betrachtet werden, nachdem sie nun schon seit 47 Jahren Mitglied der Honterusgemeinde ist, seit 27 als ehrenamtliche Lektorin in Kronstadt und den Burzenländer Kirchengemeinden wirkt“.

Ingeborg Filipescu wurde 1935 als Tochter des Prediger-Lehrer-Ehepaares Georg und Rosa Mitter geboren. Krankheiten, der Zweite Weltkrieg und dessen Folgen setzten der Familie nicht nur bezüglich der Deportation des Vaters schwer zu- nur zwei der fünf Kinder lebten 1945 noch. Es war keine Zeit, in der Träume wahr werden können. Und so wurde auch der Lebenstraum von Ingeborg zerstört: ihr Wunsch, Medizin zu studieren. Die Technikerausbildung und der Berufseinstieg brachten aber die Begegnung mit ihrem späteren Gatten, dem Ingenieur Alexandru Filipescu. 1972 wechselte die gebürtige Petersbergerin in die städtische Honterusgemeinde und übernahm auch bald Verantwortung im Blumenauer Kirchenrat, in der Gemeindevertretung und nicht zuletzt im Presbyterium- letzteres mehr als 20 Jahre lang.

Im Sinne der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien sind Lektoren vom Bischof oder dem zuständigen Dechanten  zum Predigerdienst bevollmächtige Gemeindeglieder. Zum Lektorendienst wurde Ingeborg Filipescu bald nach der Wende 1990 vom Pfarrer Burkhard Morscher ermuntert, da dieser ihre Eignung dafür erkannt hatte. Nun sind es schon fast drei Jahrzehnte, seitdem sie den liturgischen Teil der Gottesdienste bestreitet und die Predigt hält, wenn sie Vertretungen in den Gemeinden des Burzenlandes vornimmt. In Kronstadt tut sie das gemeinsam mit den anderen beiden Lektoren Uta Albert und Arthur Arvay. „Sie ist immer da wenn sie benötigt wird, möchte aber nicht im Vordergrund stehen“, betonte Drotleff in seiner Laudatio.

„Sie gehört zu den Säulen, auf denen die Gemeinschaft getragen wird“

Nach Überreichen der Plakette und der Dotation dankte die Preisträgerin für die erwiesene Ehre. In ihrer Rede erwähnte sie, dass die größte Freude die Arbeit als Lektorin in der Honterusgemeinde ist: „Ich habe mit viel Hingabe und Liebe den Dienst getan. Es ist schön, auch im Alter noch gebraucht zu werden und in der Gemeinschaft tätig zu sein“.

Das Wort ergriffen auch Pfarrer Klaus Daniel, Altdechant des Kronstädter Kirchenbezirkes und Stadtpfarrer Christian Plajer, die beide der Preisträgerin für die treue und hingebungsvolle Arbeit im Dienste der deutschen Gemeinschaft dankten. „Sie hat sich in Liebe den Menschen zugewendet, ihren Dienst verantwortungsbewusst getan. Es ist für sie eine Freude, die Gemeinschaft zu fördern. Sie gehört zu den Säulen, auf denen die Gemeinschaft getragen wird“, betonte Pfarrer Daniel.

Stadtpfarrer Plajer dankte allen Menschen, die sich in die Gemeinschaft einbringen. „Wir brauchen einander. Mit dem Apollonia-Hirscher-Preis kommt das zusammen, was uns verbindet. Wir freuen uns, dass wir diese Veranstaltung zusammen mit dem Forum und den Heimatgemeinschaften der Kronstädter in Deutschland organisieren. Ich bin dankbar, dass wir heute zusammen feiern“. Auch Pfarrer Peter Klein aus Petersberg und ein paar langjährige Freunde beglückwünschten  die Preisträgerin.

Den musikalischen Rahmen gestalteten Diana Ionescu (Klavier) und Vlad Maistorovici (Violine). Anschließend konnten die zahlreichen Gäste mit einem Glas Sekt auf die Preisträgerin  anstoßen.

Die Laudatio von Dieter Drotleff auf Ingeborg Filipescu erscheint in der nächsten Nummer der KR.

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