„Stein auf Stein in Kronstadt“

Freitag, 10. November 2017


"Stein auf Stein" in Kronstadt ist eine Zusammenstellung von einzelnen Artikeln aus einer Reihe, die sich die Redaktion von Brassói Lapok noch in den 1990er Jahren vorgenommen hatte. Mit der Aufgabe zu entsprechenden Archiv-Recherchen und der Textredaktion ist der Journalist Balázs János beuaftragt worden. Daraus enstand dann 2005 das vorliegende Buch.

Man könnte beinahe sagen, es handelt sich hierbei um einen Reiseführer. In rund 62 reich bebilderten Kapiteln wird die Stadtgeschichte Kronstadts unterhaltsam und auch ohne tiefgreifende Geschichtskenntnisse leicht erschließbar erzählt. Zahlreiche der beschriebenen Gebäude sind vielen als Markenzeichen der Stadt bekannt, aber darüber hinaus, dass es sie gibt, wissen wenige genauer über sie Bescheid. Noch viel weniger bekannt sein dürften die jeweiligen Bauherren sowie der Wechsel der Besitzer im Laufe der Jahrzehnte, ja sogar der Jahrhunderte.

Die Kapitel sind nach Themen gruppiert: die Stadtmauer und seine Basteien, öffentliche Gebäude wie Rathaus, Post usw., Kirchen der verschiedenen Konfessionen, Schulen, Hotels und Herbergen, Club- und Vereinsgebäude, Patrizierhäuser von Kronstädter Persönlicheiten und vieles mehr. Selbst Kronstädter dürften beispielsweise kaum wissen, dass Abgesandte der Hohen Pforte (Osmanische Emissäre) grundsätzlich außerhalb der Stadtmauern der Inneren Stadt, etwa am oberen Ende der heutigen Langgasse, beherbergt wurden. Darüber hinaus gab es Vorlieben für bestimmte Wirtshäuser in den äußeren Stadtbezirken unter den Szeklern, den Moldauern oder etwa der Reisenden aus Muntenien.

Das Ergebnis einer jahrelangen und sehr gründlichen Archivarbeit des Autors bereichert den Inhalt mit reizvollen Details im Stadtgeschehen (z.B. Empfindlichkeiten des Papageis des österreichischen Stadtkommandanten beim Stundenschlag im Rathausturm um 1727, die erste Gerichtsverhandlung im neuen „Justizpalast“ um 1901 - ein Mord aus Eifersucht -, oder die mittelalterliche Badanstalt an der Stelle des Hotel Krone, oder Einweihungsfeier des ARO-Hotels mit Bukarester Politprominenz und andere).

Und noch eine Besonderheit kennzeichnet das vorliegende Werk: das Original wurde von einem ungarischen Journalisten und Schriftsteller zweifelsfrei aus ungarischer Sicht geschrieben. Hätte der Verfasser auch nur im Ansatz „einseitige“ Anwandlungen gezeigt, wäre mir sicher nicht eingefallen, auch nur eine der Passagen seines Werkes zu übersetzen. Da ich das aber nicht empfinde, (und Rückmeldungen das inzwischen auch bestätigen), denke ich, kann die Übersetzung – sowohl (oder insbesondere) Landsleuten als auch Nichtlandsleuten – unsere Geburts- und Heimatstadt, Kronstadt, besser bekanntmachen und näherbringen.

Untertitel:     Eine Stadtgeschichte der „Stadt im Osten“, Kronstadt
Autor:     János Balázs (Text und Recherchen), Judit Petki (Fotos)
Übersetzer: Francisc Incze
Eigenverlag bei epubli Berlin, ISBN 978-3-7418-7314-0, Softcover, 377 Seiten,
über 400 s/w Bilder, VKP 24,99 Euro (bitte direkt bei epubli)

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