„Wildblumen aus Rumänien“ verblühen noch nicht

Ausstellung im Nationalen Kunstmuseum

Montag, 13. Mai 2019

Angiolina Santocono: „Veilchen“

Die am 12. April 2019 im Nationalen Kunstmuseum in Bukarest eröffnete Ausstellung mit dem Titel „Wildblumen aus Rumänien: Eine botanische Geschichte“ wurde nicht vorigen Sonntag, wie angekündigt, geschlossen, sondern bleibt noch bis zum 2. Juni geöffnet. Die Gemälde stammen aus der Sammlung des Nationalen Kunstmuseums und des Botanikmuseums und werden dem Publikum anlässlich der Vorstellung in Rumänien eines in Leder handgebundenen Lexikons der in Siebenbürgen heimischen Wildblumenarten gezeigt.


Zunächst wurden botanische Spitzenforscher und -künstler aus Großbritannien vom britischen Kronprinzen Charles von Wales mit dem Erstellen des Lexikons beauftragt und nach sechs Jahren Arbeit ist die zweibändige Sonderausgabe „The Transylvania Florilegium“ entstanden. Das Florilegium mit 124 Illustrationen ist 2018 beim Addison Publications Verlag für die Wohltätigkeitsstiftung Prinz von Wales in begrenzter Auflage von nur 150 Exemplaren veröffentlicht worden. Vom farbenfrohen, impressionistisch mit Blüten bedeckten Umschlag bis hin zu der mit Wasserfarben dargestellten Flora Siebenbürgens auf den Innenseiten enthüllt sich das Lexikon als ein Meisterstück an sich, das jede Bibliothek veredeln würde. Die zwei Bände des Florilegiums sind in Glaskästen zu sehen und um sie zieren Gemälde der Landschaftsmalerei und Blumenstillleben der wichtigsten rumänischen Künstler die Wände der Museumsgalerie. Nicolae Grigorescu, Theodor Aman, Nicolae Tonitza, Theodor Pallady, Ioan Andreescu, Ștefan Luchian, Samuel Mützner, Mina Byck-Wepper, Ion Șuculescu, Alexandru Sathmary und Alexandru Ciucurencu bilden zusammen ein zeitübergreifendes Kaleidoskop von verschiedenen Strömungen, wie der Impressionismus, Expressionismus und die Avantgarde.


Die Botanikmalerei ist ebenfalls vertreten, vor allem durch Werke der italienischen Botanikforscherin und Künstlerin Angiolina Santocono, die in Rumänien geschaffen hat, durch Bilder von Irina Neacșu, Vorsitzende der bereits offiziell ins Leben gerufenen Rumänischen Gesellschaft der Botaniker-Künstler RSBA und Kuratorin der Ausstellung, und nicht zuletzt durch Originalbilder und Lithografien der Künstler, die zur Entstehung des Transylvania Florilegiums beigetragen haben. Die meist dargestellten Blumenarten sind offenbar Mohnblumen, Primeln, Iris oder Schwertlilien und Veilchen. Zwischen den Gemälden befinden sich erklärende Roll Ups, die den Museumsbesuchern allgemeine Informationen zur Geschichte der botanischen Illustrationen und Blumenbilder, Angaben zur Landschaftsmalerei in der rumänischen Kunst, zum Leben und Werk von Angiolina Santocono, zur Rumänischen Gesellschaft der Botaniker-Künstler und zur Entstehung des „Transylvania Florilegiums“ vermitteln. Darüber hinaus regt ein Text das Publikum zum Nachdenken an, indem er den Übergang eines Werkes von Landschaftsmalerei zum Stillleben, wie beispielsweise Samuel Mützners „Stillleben mit Seeblick“, problematisiert.


Die einmalige Ausstellung, welche Meister der rumänischen Bildkunst mit Botaniker-Künstlern vereint, kann noch bis zum 2. Juni mittwochs bis sonntags im Kretzulescu-Saal des Kunstmuseums (Calea Victoriei 49-53) besichtigt werden.

 

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