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Donnerstag, 2.09.2010
 

Treffen der ifa-Mitarbeiter
Kulturmanager und Redakteure des Instituts für Auslandsbeziehungen gaben Stafette weiter

ak. Hermannstadt - Rund 15 scheidende und neu hinzugekommene Mitarbeiter des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) trafen sich am Montag gemeinsam mit Vertretern ihrer Gastorganisationen im Spiegelsaal des Forumshauses. Stattgefunden hat die alljährliche Übergabe der Stafette am Ende eines Entsendungsjahres an die Nachfolgerinnen und Nachfolger im Amt. Das Treffen bot die Gelegenheit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, den Neuankömmlingen einen Überblick über den breiten Tätigkeitsbereich zu verschaffen und die durchgeführten Projekte vorzustellen.
Dr. Paul Jürgen Porr, der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Siebenbürgen, dankte den Anwesenden für ihren Einsatz zugunsten der deutschen Minderheiten in Rumänien. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sehe man solchen Treffen entgegen: Traurig, weil einige gehen und froh, dass andere kommen. „Sie kamen als Gesandte und gehen als Freunde“, verabschiedete er die ifa-Mitarbeiter.

Das Engagement des ifa sei nichts Verwunderliches, bemerkte Dr. Paul Philippi, der Ehrenvorsitzende des DFDR. Immerhin haben die Siebenbürger Sachsen bei der Gründung des Deutschen Auslandsinstituts im Jahre 1917 durch Friedrich Teutsch, den damaligen Bischof der Evangelischen Kirche, mitgewirkt. Die besondere Rolle der deutschen Minderheit als Brückenbauer zwischen Deutschland und Rumänien hob Josef Karl, der Leiter des Kulturreferats der Deutschen Botschaft in Bukarest hervor. Er betonte, wie wichtig die Tätigkeit der ifa-Kulturmanager für das Verwirklichen der Vorhaben der deutschen Minderheit sei. In der Mehrheitsbevölkerung Rumäniens genießen die Vertreter der deutschen Minderheit ein hohes Ansehen, unterstrich Thomas Gerlach, der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt/Sibiu. In Deutschland gäbe es jedoch Vorurteile gegen das Land und seine Bevölkerung. Es sei unter anderem die Aufgabe der Ifa-ner, diese abbauen zu helfen und den schlechten Ruf Rumäniens zu verbessern.

Die Förderung der deutschen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa habe sich in den letzten 15 Jahren stark gewandelt. Sie konzentriere sich nicht mehr auf ein Soforthilfeprogramm, sondern orientiere sich an den lokalen Potenzialen und Möglichkeiten und helfe den Minderheitenverbänden und -institutionen, ein eigenständiges und modernes Kultur- und Bildungsprogramm durchzuführen, unterstrich in seinem Begrüßungswort ifa-Koordinator Tilo Krauße. Dabei gehe es vorrangig darum, die deutschen Minderheiten in der Rolle als „kulturelles Bindeglied und Botschafter“ zu stärken. Auch wenn sich der Schwerpunkt der Förderung von der Brauchtumspflege und dem Erhalt bzw. dem Gebrauch der deutschen Sprache zur Organisationsentwicklung hin verlagert habe, bieten viele der Kulturmanager Sprachkurse an, um auf diesem Weg dem Sprachverlust entgegenzuwirken, betonte Krauße.

Die Brauchtumspflege spielt in Siebenbürgen weiterhin eine große Rolle. Das Zusammentragen einer Datenbank zu sächsischen Traditionen und Bräuchen, mit Interviews, Fotos und Texten, war einer der Schwerpunkte der Arbeit von Julia Jürgens, ifa-Kulturmanagerin beim Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien. Sie wird dieses Vorhaben in den nächsten Monaten zu Ende bringen, auch wenn ihre Dienstzeit in Siebenbürgen beendet ist.

Beim Ortsforum Sathmar bleibt Andrea Scherf für ein weiteres Jahr tätig. Ebenfalls setzt in der Bukarester Redaktion der ADZ Peter Martin seine Arbeit fort. Ein Novum ist hingegen die Stelle einer Kulturmanagerin bei der Evangelische Akademie Siebenbürgen (EAS), die Janina Härtel angetreten hat. In ihren Aufgabenbereich gehört u.a. die Verankerung der EAS in dem Netzwerk der Evangelischen Akademien in Europa. Beim Jugendzentrum Seligstadt werden die begonnenen Projekte von der neuen Kulturmanagerin Katharina Haberkor durchgeführt. Beim Treffen in Hermannstadt wurden auch die neuen Kulturmanagerinnen in Ungarn und Serbien vorgestellt.



Rosskur für Temescher Schulwesen
180 Schulleiter ihres Amts enthoben

bw.Temeswar – Nicht mit Antibiotika oder althergebrachten Hausmitteln, sondern mit einer strengen Rosskur soll das kranke Temescher Schulwesen wieder gesunden. Die schönen Schulferien sind längst passé und vergessen, obwohl noch fast zwei Wochen bis zum Beginn des neuen Schuljahrs sind.

Gemäß der von der Krise diktierten Vorgangsweise der PDL-Regierung wurde auch im Temescher Schulwesen durch Personal- und Stellenreduzierung hart durchgegriffen. Am 1. September wurden in erster Phase die Schulleitungen geköpft und 180 Schuldirektoren des Kreises Temesch ihres Amtes enthoben. 176 neue Schulleiter wurden gleichzeitig „in dienstlichem Interesse“ ernannt und sollen ihr Amt zeitweilig, nur ein Schuljahr bzw. bis zum 31. August 2011 ausüben.

Cornel Petroman, der stellvertretende Temescher Generalschulinspektor, betrachtet das Ganze eher gelassen: „Einige Direktoren werden selbstverständlich dieselben sein, andere wieder werden neu im Amt sein!“ Die Differenz von vier Direktorsposten ergibt sich aus dem gleichzeitig stattfinden Zusammenschluss von Schulen.

Auch das Schulinspektorat wird gründlich umgekrempelt: Von den insgesamt 33 Schulinspektoren werden, laut dem erst vor Kurzem zum Temescher Generalschulinspektor ernannten Marin Popescu (der ehemalige Generalschulinspektor Sandu Golcea wurde Berater des Unterrichtsministers Daniel Funeriu), 13 Inspektoren ohne Stelle bleiben. Anstatt drei Stellvertreter wird Popescu, übrigens der vierte Generalschulinspektor des Kreises in einem Jahr, nur zwei haben.

Von diesen Maßnahmen am stärksten betroffen dürfte die Schulinspekorstätigkeit im Bereich der nationalen Minderheiten sein: Bisher betreuten fünf Inspektoren die Schulen und den Unterricht der nationalen Minderheiten im Kreis Temesch. Auf Anordnung des Unterrichtsministeriums wird sich im Schuljahr 2010-2011 um die Schulbelange der Minderheiten nur ein einziger Schulinspektor kümmern. Auch von den zwölf Angestellten des Lehrerhauses müssen nun zwei gehen.



Zehn bedeutende Hermannstädter
Bürger werden zu den Wahlurnen gerufen


ak. Hermannstadt - Als Ausländer würde man gerne wissen, wer denn Samuel von Brukenthal oder Andrei Saguna waren, oder wodurch sich Albert Huet ausgezeichnet hat. Etwas Außerordentliches müssen diese Menschen wohl geleistet haben, dass man ihre Namen den Plätzen und Straßen der Stadt verliehen hat. Oft konfrontieren besonders neugierige Touristen die Hermannstädter mit Fragen nach Persönlichkeiten und bekommen nicht selten keine oder nur eine ausweichende Antwort. Damit soll nun Schluss sein.

Vor einigen Monaten taten sich zwei an der Geschichte und den Persönlichkeiten ihrer Stadt interessierte Blogger, Rãzvan Pop und Tudor Popa, zusammen. So erblickte die Initiative „10 große Hermannstädter“/„10 mari sibieni“ das Licht der Welt. Sie entfaltete sich zuerst in der virtuellen Welt, im Internet, und fand dort einen großen Anklang.

Dutzende und später Hunderte von Vorschlägen, wer denn würdig sei, der „größte“ Hermannstädter genannt zu werden, sind eingegangen. Auf der endgültigen Liste stehen 215 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus dem 13. bis 21. Jahrhundert: Gebürtige Hermannstädter oder Menschen, die durch ihre Tätigkeit und Verdienste um die Stadt mit ihr unzertrennlich verbunden sind. Die Palette reicht von den mittelalterlichen Grafen und Bürgermeistern über Wissenschaftler und Geschäftsmänner bis zu den zeitgenössischen Künstlern und Sportlern. Dabei ist leider nicht zu übersehen, dass unter den Kandidaten nur acht Frauen sind.

Ab dem 1. September kann nun jeder auf den Internetseiten der Organisatoren seinen Kandidaten unterstützen. Die Wahl dauert einen Monat und am 1. Oktober werden die Ergebnisse präsentiert. Von jenen zehn, die die meisten Stimmen auf sich vereinen, wird im zweiten Wahlgang der bedeutendste Hermannstädter gewählt. Damit diese Abstimmung so demokratisch wie möglich abläuft, wollen die Organisatoren sich nicht nur auf das Internet verlassen. Auch in den Zeitungen sollen die Stimmzettel erscheinen. Im Unterschied zu den politischen Wahlen gibt es bei dieser keine Altersgrenze, jeder darf mitstimmen.

Diese Wahl ist jedoch nicht das wichtigste Ziel dieser Initiative. Die Hermannstädter und alle, die sich für die Geschichte dieser Stadt interessieren, bekommen die Möglichkeit, alle auf der Liste stehenden Menschen besser kennenzulernen. In einer Broschüre sollen die Kurzbiografien dieser Persönlichkeiten publiziert werden. „Eine solche Broschüre müsste es in jedem Haus in Hermannstadt geben“, betonte Rãzvan Pop.

Dabei spiele es keine Rolle, welcher Nationalität diese Menschen waren oder welcher Kirche sie angehörten, sie haben alle in unserer Stadt gewirkt und verdienen es, dass ihre Nachkommen sie heute kennen und würdigen, so die Initiatoren. Die kompletten Listen der vorgeschlagenen Hermannstädter können auf den Blogs www.razvanpop.ro und www.cemerita.ro eingesehen werden, auf denen man auch die Stimmen abgeben kann.



Brassoviaburg archäologischer Park?
Aussichtsplatz und Info-Punkt eingerichtet

hib. Kronstadt - Das Bürgermeisteramt Kronstadt/Brasov und die Kreisdirektion für Kultur kündigen ein Projekt an, durch welches die Grundmauern der Brassoviaburg auf der Zinne freigelegt und für Besucher zugänglich gemacht werden sollen.

Die in mehreren Chroniken erwähnte Wehranlage, deren Mauerwerk Mitte des 15. Jahrhunderts abgetragen wurde, um für den Bau der Wehranlagen und Mauern von Kronstadt benutzt zu werden, wurde während der Zwischenkriegsjahre erforscht.

Nach Einholung der notwendigen Genehmigungen und Bewilligungen von den zuständigen Behörden soll erstmals in diesem Herbst das wuchernde Gestrüpp entfernt werden, sodass nächstes Jahr mit den eigentlichen Ausgrabungen und Freilegungen begonnen werden kann. Diese sollen von Freiwilligen unter Aufsicht von Hermannstädter Fachleuten durchgeführt werden.

Neben den beiden vorhandenen Grundmauern von etwa 100 und 150 Metern Länge, wird ein Aussichtsplatz auf dem Gelände mit Bänken und ein Info-Punkt eingerichtet werden.
Erreichbar ist der Standort sowohl über die Seilbahn als auch über eine teilweise noch unbefestigte Straße vom Burggrundviertel aus. .



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