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Donnerstag, 11. 3. 2010
  20 Jahre Hilfe zur Selbsthilfe
Die „Vereinigte Aktion für Rumänien” feiert 20 Jahre humanitäre Hilfe und Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forum

heb. Klausenburg – Am Dienstag hat der Vorstand der „Vereinigten Aktion für Rumänien” (VAR) aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums der Berliner Organisation einige seiner Hilfsprojekte im Kreis Klausenburg/Cluj besucht. 1990 fuhr der jetzige Ehrenvorsitzende Erich Brockhaus zum ersten Mal mit Hilfsgütern nach Südsiebenbürgen. „Wir haben aber schnell erkannt, dass Hilfsgüter der Zukunft des Landes nichts bringen“, so Erich Brockhaus.

Er nahm Kontakt zum Demokratischen Forum der Deutschen in Klausenburg auf, um einen Partner vor Ort für den Aufbau von Projekten zu haben. „Dies war der Beginn einer langjährigen, sehr freundschaftlichen und erfolgreichen Partnerschaft“, so Brockhaus weiter. Wichtig sei es der VAR gewesen, etwas für die Bildung im Land zu tun. Das zeigen die aktuellen Projekte, die von Christian Mücke, seit Anfang März Vorsitzender der VAR, vorgestellt wurden.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem zusammen mit der orthodoxen Kirche betriebenen Projekt „Christiana“ in Klausenburg, in dem Kinder aus benachteiligten Familien in einer Armenküche und in der Nachmittagsbetreuung versorgt werden. Außerdem baute und betreut die VAR die Schule im Dorf Turea (Kreis Klausenburg), die von rumänischen, ungarischen und Romakindern besucht wird. Nach langjährigen Diskussionen über die Schließung der Schule ist nun klar: Die Schule bleibt bestehen.

Des Weiteren betreut die VAR im Dorf Someseni ein ökologisches Projekt für Kinder. In Huedin renovierte die VAR eine Schule in einer Romasiedlung und will die Kinder dort auf den Übergang in die 5. Klasse vorbereiten. Christian Mücke betont: „Ohne die Leute vor Ort hätten wir keinen Erfolg.“

Neben diesen Projekten laufe in Recea Cristur ein sehr erfolgreiches Agrarprojekt, in dem 14 Romafamilien Land und Saatgut zur Verfügung gestellt bekommen und sich so selbst versorgen können. „Die Schulung der Roma ist unser größter Erfolg. Wir haben erkannt, dass sie mehr Selbstwertgefühl bekommen, sich ihren Lebensunterhalt selber erarbeiten und von den anderen als Partner angesehen werden, wenn man sie gleich behandelt“, erklärt Erich Brockhaus, der für sein Engagement im Jahr 2000 das Bundesverdienstkreuz und 2006 das Ehrenkreuz des rumänisch-orthodoxen Patriarchen erhalten hat.

In Zukunft wird sich die VAR auch für alte Menschen engagieren. So soll, von der stellvertretenden Vorsitzenden Ioana Boca geleitet, ein Projekt entstehen, in dem Studenten der sozialen Berufe alte Menschen in Krankenhäusern besuchen. Beginnen wird das Projekt mit zehn Freiwilligen im Krankenhaus für Onkologie in Klausenburg. Außerdem will sich die VAR auch der deutschen Minderheit zuwenden und in Hamruden/Homorod bei Reps/Rupea ein Projekt für alte Menschen entwickeln.

Mit ihren Projekten will die VAR auch den Behörden zeigen, wo es Probleme gibt und wo diese aktiv werden müssen. Denn der Ansatz der VAR ist „Hilfe zur Selbsthilfe“, das Ziel ist also, dass die Projekte irgendwann von den Menschen vor Ort übernommen werden, was in einigen Fällen sogar schon gelungen ist.



Kuratorentag zum Thema Orgeln
Fünfzig Vertreter evangelischer Gemeinden aus dem Land nahmen teil

fp. Hermannstadt – Das diesjährige Treffen der Kuratoren der evangelischen Kirchengemeinden fand am Samstag in Hermannstadt/Sibiu statt. Eingeladen waren alle Kuratoren aus Gemeinden mit über 20 Mitgliedern. Teilgenommen haben fünfzig Kuratoren und Kuratorinnen aus dem ganzen Land.

Trotz schlechten Wetters und schneebedeckter glatter Straßen waren sie von sehr weit her angereist: aus Jassy/Iasi und Râmnicu Vâlcea, aus Lugosch/Lugoj und Bistritz/Bistrita. Das Thema des diesjährigen Kuratorentages war das bedrohte Kulturgut Orgel. Und das ist für viele Kuratoren ein Sorgenkind.

Die Zusammenkunft begann mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Hermannstädter Stadtpfarrkirche. Die Predigt, die geistlich das Thema des Tages aufgriff, hielt Bischof D. Dr. Christoph Klein. Im Festsaal des Bischofshauses sprachen dann zum Thema Orgel die Organisten Ursula Philippi (Hermannstadt), Erich Türk (Klausenburg/Cluj-Napoca) und Steffen Schlandt (Kronstadt/Brasov) und veranschaulichten ihre Vorträge mit eindrucksvollen Bildern.

Nach dem Mittagessen gab es eine gemeinsame Ausfahrt nach Thalheim/Daia, um die dortige zerstörte und ausgeraubte Orgel zu begutachten. Zurück im Bischofshaus wurde in der Runde über dieses Erlebnis diskutiert. Die diesbezüglichen Fragen der Kuratoren konnte Kurt Philippi, Musikwart der Landeskirche, kompetent beantworten. Der Kuratorentag endete mit einer Schlussandacht, gehalten von Landeskirchenkurator Friedrich Philippi.



Schlechteste Rückzahler
Zwangsversteigerungen durch Banken nehmen zu

wk. Reschitza – Die Bewohner des Banater Berglands befinden sich bei nahezu allen Banken ganz weit oben auf der Liste der Schuldner, gegen die Zwangsversteigerungen angestrebt werden. Obwohl viele der Schuldner von ihren Gläubigern Zahlungsaufschübe und zeitweilige Zahlungsunterbrechungen erlangt haben, zum Beispiel wegen plötzlicher Veränderungen in ihrem Berufsleben (Arbeitslosigkeit, Entlassungen usw.), kann auf der Website der Nationalbank BNR nachgelesen werden, dass die Bewohner des Banater Berglands den Banken 39 Millionen Lei bei Krediten in der Landeswährung und 12 Millionen Lei bei Krediten in harter Währung (Euro und Dollar) schulden.

Insgesamt haben die Bewohner des Banater Berglands Kredite über mehr als eine Milliarde Lei bei den Banken aufgenommen, die sich jetzt in der Rückzahlungsphase befinden. Die meisten Schuldner haben die Banken in den Kleinstädten des Kreises Karasch-Severin. Und hier stehen in der nächsten Zeit auch die meisten Zwangsversteigerungen an.

Immobilien und Grundstücke, mit denen die Kredite besichert waren, die nun nicht mehr rückgezahlt werden können, kommen unter den Hammer. Die meisten Versteigerungsankündigungen stehen auf den Internetseiten der Banken. Allerdings ist der Wert der Grundstücke und Immobilien in der Regel extrem hoch angesetzt, weil bei der Kreditaufnahme einerseits der Wert vor Steuern angegeben werden musste und andererseits der Kreditnehmer in der Regel hohe Summen lieh, die mit hohen Garantiewerten gesichert werden mussten. Erfahrene Grundstücks- und Immobilienhändler gehen daher erst zum dritten, vierten oder noch später angesetzten Termin zu den Versteigerungen, wenn die Werte sich dem gegenwärtig realen Marktwert zu nähern beginnen. So reden die Grundstücks- und Immobilienmakler, die allerdings anonym bleiben möchten.

Allein in Bokschan sind seit Beginn dieses Jahres von einer einzigen Bank Grundstücke und Immobilien im Wert von 1.212.112 Lei im Rahmen von Zwangsversteigerungen angeboten worden.

Karasch-Severin gehört neben dem Kreis Arge{ zu den administrativen Einheiten mit der höchstverschuldeten Bevölkerung. 6,3 Prozent der Kreditnehmer sind mit ihren Rückzahlungen im Hintertreffen – das ist heute rumänienweit Spitze.



Umweltprobleme identifizieren
Lucian-Blaga-Universität startet Forschungsprojekt zur Umweltpolitik

hw. Hermannstadt – Der Verein Ecoturism Regional lässt von der Lucian-Blaga-Universität die „Umweltpolitiken in Rumänien und in der Welt“ untersuchen. Das gaben Vertreter der Fakultät für Politik, Internationale Beziehungen und Europäische Studien Anfang dieser Woche bekannt. Bei der Projektpräsentation waren nach Angaben der Veranstalter neben Projektleiter Dr. Eugen Strãutiu verschiedene Vertreter der Universität sowie des Vereins Ecoturism Region Hermannstadt/Sibiu anwesend.

Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen umweltrelevante Themen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene untersucht werden. Geplant ist die Recherche von Organisationen und Projekten im Umweltbereich im Kreis Hermannstadt. Diese Informationen sollen laut Strãutiu in eine Datenbank einfließen. Diese wird nach Abschluss des Projekts auf der Internetseite der Fakultät veröffentlicht. Außerdem wolle man die Informationen staatlichen Institutionen wie dem Kreisrat und der Regionalen Umweltagentur zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus ist die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in Buchform Teil des Projekts. Unter dem Titel „Politiken und Umweltprojekte in Rumänien und im Kreis Hermannstadt. Lokale Lösungen auf globale Probleme“ sollen die Forschungsergebnisse der kommenden Monate zusammengefasst werden.

Die Studie wird laut Strãutiu rund 12.000 Lei kosten, die der Verein Ecoturism Regional aufbringen will. Rund die Hälfte dieser Summe sei bereits eingeworben worden. Bis Mitte 2011 soll das Projekt abgeschlossen sein.



Exerzitien für Jugendliche
Priestertreffen in Temeswar


rn. Temeswar – Das Diözesan-Jugendzentrum des römisch-katholischen Bistums in Temeswar/Timisoara organisiert während der Fastenzeit verschiedene geistliche Exerzitien für Jugendliche. Vom 12. bis 14. März finden im Marienheim-Haus (Str. Aurora 8) die Exerzitien unter der Leitung des Lugoscher Priesters Mihail-Titi Dumitresc statt. In der selben Zeitspanne finden in der Reschitzaer römisch-katholischen Pfarrei Exerzitien für junge Familien statt. Koordiniert werden sie von Schw. Tari M. Böbe aus Deutschland. Das römisch-katholische Lyzeum „Gerhardinum“ in Temeswar organisiert Exerzitien für die Schüler der Hildegardis-Schule in Lippa/Lipova.

Am Samstag beteiligt sich Bischof Martin Roos am Treffen der deutschen Gemeinschaften in Ulm, Deutschland. Aus diesem Anlass hält der Bischof einen Vortrag über die kirchliche Gemeinschaft der Temeswarer Diözese.

Anlässlich des Heiligen Priesterjahres finden landesweit verschiedene Priestertreffen statt. Ein solches Treffen wird in der Zeitspanne 15.-18. März von der Temeswarer Diözese beherbergt. Erwartet werden Gäste aus Rumänien sowie aus den Diözesen Szeged-Csanád, Ungarn, und Zrenjanin, Serbien. Ungefähr 150 Priester werden an dem Treffen teilnehmen. Vorträge über das Priestersein heute, Diskussionsrunden und Heilige Messen stehen auf dem Programm. Ehrengast der Veranstaltung ist der Weihbischof von Esztergom-Budapest, Udvardy György.
Während der Fastenzeit findet in der Millennium-Kirche der Temeswarer Fabrikstadt jeden Montag- und Freitagnachmittag die Andacht zum Kreuzweg mit Predigten in rumänischer und ungarischer Sprache statt. Ein solcher Gebetsnachmittag ist für den 15. März um 17 Uhr vorgesehen.



Kronstädter Rentner wenden sich an das Gericht

rs. Kronstadt – Eine von 1200 Rentnern aus Kronstadt/Brasov unterzeichnete Beschwerde wurde am Dienstag dem Kronstädter Amtsgericht vorgelegt. Die Rentner verlangen, dass die Regierung auf gerichtlichem Weg dazu gebracht wird, den Rentenpunkt in diesem Jahr auf 45 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohnes, also auf 826 Lei, festzulegen.

Die Rentner sind unzufrieden, dass dieser Rentenpunktwert erst im nächsten Jahr gültig sein soll. Sie berufen sich auch auf eine Antwort des Verfassungsgerichtes, in der es heißt, der Regierungserlass Nr. 114/2009 (der den Rentenpunktwert auf 732 Lei festsetzt – also 39,9 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohnes) sei nicht verfassungsgemäß.

Vasile Zaharescu, Vorsitzender der Kronstädter Rentnergewerkschaft, sagte, ähnliche Schritte werden auch in den anderen Kreisen erwartet. Man habe Unterstützung auch seitens der europäischen Rentnerföderation zugesagt bekommen, die den Sozialausschuss der Europäischen Union über die Benachteiligung der rumänischen Rentner informieren will.



Wahrsagerinnen im Existenzkampf
Abgeordneter will Gesetz gegen Magie


st. Temeswar – Der Temescher Abgeordnete Alin Popoviciu will einen Gesetzesvorschlag zur Debatte bringen, wonach Wahrsagen und Kartenlegen in Rumänien verboten wird. Bei Gesetzesübertretung müssen die Wahrsagerinnen wegen Betrugs mit hohen Haftstrafen rechnen, sagte Popoviciu. Nun reagieren die Wahrsagerinnen: Sie wollen ihre magischen Kräfte einsetzen, um den Abgeordneten von „diesen bösen Gedanken abzubringen“.

Das Projekt stünde vor dem Abschluss, sagte der Abgeordnete aus dem Kreis Temsch/Timis. Als orthodoxer Gläubiger fürchte er die Zauberformeln von Wahrsagerinnen nicht. „Ich will diese Praktiken unterbinden, da bereits zu viele Leute Opfer dieser Betrügereien geworden sind“, so der Parlamentarier. Im Vorfeld seiner Initiative habe er auch mit orthodoxen Geistlichen aus seinem Wahlkreis (im Raum Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare) zu diesem Thema gesprochen, und diese würden seine Idee unterstützen.

Im Kreis der Wahrsagerinnen, die nun auch um ihre Existenz bangen müssen, herrscht indessen helle Aufregung. Popoviciu wolle sich mit solchen Vorschlägen einen Namen machen, glaubt Maria Câmpina, die in Rumänien Königin der Weißen Magie genannt wird. Andere wiederum weissagen, Alin Popoviciu werde von Schwarzer Magie heimgesucht und dann benötige er die Unterstützung der Weißen Magie ganz dringend.



Betrunkenen-Schilder müssen weg
Straßenverkehrsordnung lässt solche Tafeln nicht zu

st. Arad – Eigenartig sind die Hinweisschilder auf Betrunkene schon in der Kleinstadt Petschka/Pecica im Verwaltungskreis Arad. Weil sie jedoch auch unkonventionell sind, müssen sie nun abgebaut werde. Die Stadtverwaltung hatte nämlich zehn Verkehrsschilder anbringen lassen, die auf betrunkene Bürger hinwiesen (ADZ berichtete). Nun fordert die Polizei, dass die Schilder abmontiert werden, da die Straßenverkehrsordnung solche Hinweistafeln nicht zulässt.
Wie ein Schild zum Vorfahrtsbeachten, nur mit der Spitze nach oben – so sehen die Schilder aus. Darauf ist auf Initiative der Kommune in Petschka ein kriechender Mann zu sehen, mit einer Flasche in Reichweite. An verkehrsreichen Straßen und in der Nähe von Kneipen wurden die Warnschilder aufgestellt. Autofahrer sollten dort besonders gut aufpassen, da die Gefahr bestand, dass etwaige Betrunkene auftauchen.

Mehrere Unfälle soll es gerade in dieser Hinsicht gegeben haben, einige sogar mit Todesfolge. Bürgermeister Petru Antal sagte, er habe in einer Stadt in Deutschland ähnliche Schilder gesehen und die Idee mit nach Hause genommen.