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Treffen
der ifa-Mitarbeiter
Kulturmanager und Redakteure des Instituts für Auslandsbeziehungen
gaben Stafette weiter
ak. Hermannstadt - Rund 15 scheidende
und neu hinzugekommene Mitarbeiter des Instituts für
Auslandsbeziehungen (ifa) trafen sich am Montag gemeinsam
mit Vertretern ihrer Gastorganisationen im Spiegelsaal des
Forumshauses. Stattgefunden hat die alljährliche Übergabe
der Stafette am Ende eines Entsendungsjahres an die Nachfolgerinnen
und Nachfolger im Amt. Das Treffen bot die Gelegenheit, das
vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, den Neuankömmlingen
einen Überblick über den breiten Tätigkeitsbereich
zu verschaffen und die durchgeführten Projekte vorzustellen.
Dr. Paul Jürgen Porr, der Vorsitzende des Demokratischen
Forums der Deutschen in Siebenbürgen, dankte den Anwesenden
für ihren Einsatz zugunsten der deutschen Minderheiten
in Rumänien. Mit einem weinenden und einem lachenden
Auge sehe man solchen Treffen entgegen: Traurig, weil einige
gehen und froh, dass andere kommen. „Sie kamen als Gesandte
und gehen als Freunde“, verabschiedete er die ifa-Mitarbeiter.
Das Engagement des ifa sei nichts Verwunderliches, bemerkte
Dr. Paul Philippi, der Ehrenvorsitzende des DFDR. Immerhin
haben die Siebenbürger Sachsen bei der Gründung
des Deutschen Auslandsinstituts im Jahre 1917 durch Friedrich
Teutsch, den damaligen Bischof der Evangelischen Kirche, mitgewirkt.
Die besondere Rolle der deutschen Minderheit als Brückenbauer
zwischen Deutschland und Rumänien hob Josef Karl, der
Leiter des Kulturreferats der Deutschen Botschaft in Bukarest
hervor. Er betonte, wie wichtig die Tätigkeit der ifa-Kulturmanager
für das Verwirklichen der Vorhaben der deutschen Minderheit
sei. In der Mehrheitsbevölkerung Rumäniens genießen
die Vertreter der deutschen Minderheit ein hohes Ansehen,
unterstrich Thomas Gerlach, der Generalkonsul der Bundesrepublik
Deutschland in Hermannstadt/Sibiu. In Deutschland gäbe
es jedoch Vorurteile gegen das Land und seine Bevölkerung.
Es sei unter anderem die Aufgabe der Ifa-ner, diese abbauen
zu helfen und den schlechten Ruf Rumäniens zu verbessern.
Die Förderung der deutschen Minderheiten in Mittel- und
Osteuropa habe sich in den letzten 15 Jahren stark gewandelt.
Sie konzentriere sich nicht mehr auf ein Soforthilfeprogramm,
sondern orientiere sich an den lokalen Potenzialen und Möglichkeiten
und helfe den Minderheitenverbänden und -institutionen,
ein eigenständiges und modernes Kultur- und Bildungsprogramm
durchzuführen, unterstrich in seinem Begrüßungswort
ifa-Koordinator Tilo Krauße. Dabei gehe es vorrangig
darum, die deutschen Minderheiten in der Rolle als „kulturelles
Bindeglied und Botschafter“ zu stärken. Auch wenn
sich der Schwerpunkt der Förderung von der Brauchtumspflege
und dem Erhalt bzw. dem Gebrauch der deutschen Sprache zur
Organisationsentwicklung hin verlagert habe, bieten viele
der Kulturmanager Sprachkurse an, um auf diesem Weg dem Sprachverlust
entgegenzuwirken, betonte Krauße.
Die Brauchtumspflege spielt in Siebenbürgen weiterhin
eine große Rolle. Das Zusammentragen einer Datenbank
zu sächsischen Traditionen und Bräuchen, mit Interviews,
Fotos und Texten, war einer der Schwerpunkte der Arbeit von
Julia Jürgens, ifa-Kulturmanagerin beim Landeskonsistorium
der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien. Sie wird dieses
Vorhaben in den nächsten Monaten zu Ende bringen, auch
wenn ihre Dienstzeit in Siebenbürgen beendet ist.
Beim Ortsforum Sathmar bleibt Andrea Scherf für ein weiteres
Jahr tätig. Ebenfalls setzt in der Bukarester Redaktion
der ADZ Peter Martin seine Arbeit fort. Ein Novum ist hingegen
die Stelle einer Kulturmanagerin bei der Evangelische Akademie
Siebenbürgen (EAS), die Janina Härtel angetreten
hat. In ihren Aufgabenbereich gehört u.a. die Verankerung
der EAS in dem Netzwerk der Evangelischen Akademien in Europa.
Beim Jugendzentrum Seligstadt werden die begonnenen Projekte
von der neuen Kulturmanagerin Katharina Haberkor durchgeführt.
Beim Treffen in Hermannstadt wurden auch die neuen Kulturmanagerinnen
in Ungarn und Serbien vorgestellt.

Rosskur
für Temescher Schulwesen
180 Schulleiter ihres Amts enthoben
bw.Temeswar – Nicht
mit Antibiotika oder althergebrachten Hausmitteln, sondern
mit einer strengen Rosskur soll das kranke Temescher Schulwesen
wieder gesunden. Die schönen Schulferien sind längst
passé und vergessen, obwohl noch fast zwei Wochen bis
zum Beginn des neuen Schuljahrs sind.
Gemäß der von der Krise diktierten Vorgangsweise
der PDL-Regierung wurde auch im Temescher Schulwesen durch
Personal- und Stellenreduzierung hart durchgegriffen. Am 1.
September wurden in erster Phase die Schulleitungen geköpft
und 180 Schuldirektoren des Kreises Temesch ihres Amtes enthoben.
176 neue Schulleiter wurden gleichzeitig „in dienstlichem
Interesse“ ernannt und sollen ihr Amt zeitweilig, nur
ein Schuljahr bzw. bis zum 31. August 2011 ausüben.
Cornel Petroman, der stellvertretende Temescher Generalschulinspektor,
betrachtet das Ganze eher gelassen: „Einige Direktoren
werden selbstverständlich dieselben sein, andere wieder
werden neu im Amt sein!“ Die Differenz von vier Direktorsposten
ergibt sich aus dem gleichzeitig stattfinden Zusammenschluss
von Schulen.
Auch das Schulinspektorat wird gründlich umgekrempelt:
Von den insgesamt 33 Schulinspektoren werden, laut dem erst
vor Kurzem zum Temescher Generalschulinspektor ernannten Marin
Popescu (der ehemalige Generalschulinspektor Sandu Golcea
wurde Berater des Unterrichtsministers Daniel Funeriu), 13
Inspektoren ohne Stelle bleiben. Anstatt drei Stellvertreter
wird Popescu, übrigens der vierte Generalschulinspektor
des Kreises in einem Jahr, nur zwei haben.
Von diesen Maßnahmen am stärksten betroffen dürfte
die Schulinspekorstätigkeit im Bereich der nationalen
Minderheiten sein: Bisher betreuten fünf Inspektoren
die Schulen und den Unterricht der nationalen Minderheiten
im Kreis Temesch. Auf Anordnung des Unterrichtsministeriums
wird sich im Schuljahr 2010-2011 um die Schulbelange der Minderheiten
nur ein einziger Schulinspektor kümmern. Auch von den
zwölf Angestellten des Lehrerhauses müssen nun zwei
gehen.

Zehn
bedeutende Hermannstädter
Bürger werden zu den Wahlurnen gerufen
ak. Hermannstadt - Als Ausländer würde
man gerne wissen, wer denn Samuel von Brukenthal oder Andrei
Saguna waren, oder wodurch sich Albert Huet ausgezeichnet
hat. Etwas Außerordentliches müssen diese Menschen
wohl geleistet haben, dass man ihre Namen den Plätzen
und Straßen der Stadt verliehen hat. Oft konfrontieren
besonders neugierige Touristen die Hermannstädter mit
Fragen nach Persönlichkeiten und bekommen nicht selten
keine oder nur eine ausweichende Antwort. Damit soll nun Schluss
sein.
Vor einigen Monaten taten sich zwei an der Geschichte und
den Persönlichkeiten ihrer Stadt interessierte Blogger,
Rãzvan Pop und Tudor Popa, zusammen. So erblickte die
Initiative „10 große Hermannstädter“/„10
mari sibieni“ das Licht der Welt. Sie entfaltete sich
zuerst in der virtuellen Welt, im Internet, und fand dort
einen großen Anklang.
Dutzende und später Hunderte von Vorschlägen, wer
denn würdig sei, der „größte“
Hermannstädter genannt zu werden, sind eingegangen. Auf
der endgültigen Liste stehen 215 Persönlichkeiten
des öffentlichen Lebens aus dem 13. bis 21. Jahrhundert:
Gebürtige Hermannstädter oder Menschen, die durch
ihre Tätigkeit und Verdienste um die Stadt mit ihr unzertrennlich
verbunden sind. Die Palette reicht von den mittelalterlichen
Grafen und Bürgermeistern über Wissenschaftler und
Geschäftsmänner bis zu den zeitgenössischen
Künstlern und Sportlern. Dabei ist leider nicht zu übersehen,
dass unter den Kandidaten nur acht Frauen sind.
Ab dem 1. September kann nun jeder auf den Internetseiten
der Organisatoren seinen Kandidaten unterstützen. Die
Wahl dauert einen Monat und am 1. Oktober werden die Ergebnisse
präsentiert. Von jenen zehn, die die meisten Stimmen
auf sich vereinen, wird im zweiten Wahlgang der bedeutendste
Hermannstädter gewählt. Damit diese Abstimmung so
demokratisch wie möglich abläuft, wollen die Organisatoren
sich nicht nur auf das Internet verlassen. Auch in den Zeitungen
sollen die Stimmzettel erscheinen. Im Unterschied zu den politischen
Wahlen gibt es bei dieser keine Altersgrenze, jeder darf mitstimmen.
Diese Wahl ist jedoch nicht das wichtigste Ziel dieser Initiative.
Die Hermannstädter und alle, die sich für die Geschichte
dieser Stadt interessieren, bekommen die Möglichkeit,
alle auf der Liste stehenden Menschen besser kennenzulernen.
In einer Broschüre sollen die Kurzbiografien dieser Persönlichkeiten
publiziert werden. „Eine solche Broschüre müsste
es in jedem Haus in Hermannstadt geben“, betonte Rãzvan
Pop.
Dabei spiele es keine Rolle, welcher Nationalität diese
Menschen waren oder welcher Kirche sie angehörten, sie
haben alle in unserer Stadt gewirkt und verdienen es, dass
ihre Nachkommen sie heute kennen und würdigen, so die
Initiatoren. Die kompletten Listen der vorgeschlagenen Hermannstädter
können auf den Blogs www.razvanpop.ro und www.cemerita.ro
eingesehen werden, auf denen man auch die Stimmen abgeben
kann.

Brassoviaburg
archäologischer Park?
Aussichtsplatz und Info-Punkt eingerichtet
hib. Kronstadt - Das Bürgermeisteramt
Kronstadt/Brasov und die Kreisdirektion für Kultur kündigen
ein Projekt an, durch welches die Grundmauern der Brassoviaburg
auf der Zinne freigelegt und für Besucher zugänglich
gemacht werden sollen.
Die in mehreren Chroniken erwähnte Wehranlage, deren
Mauerwerk Mitte des 15. Jahrhunderts abgetragen wurde, um
für den Bau der Wehranlagen und Mauern von Kronstadt
benutzt zu werden, wurde während der Zwischenkriegsjahre
erforscht.
Nach Einholung der notwendigen Genehmigungen und Bewilligungen
von den zuständigen Behörden soll erstmals in diesem
Herbst das wuchernde Gestrüpp entfernt werden, sodass
nächstes Jahr mit den eigentlichen Ausgrabungen und Freilegungen
begonnen werden kann. Diese sollen von Freiwilligen unter
Aufsicht von Hermannstädter Fachleuten durchgeführt
werden.
Neben den beiden vorhandenen Grundmauern von etwa 100 und
150 Metern Länge, wird ein Aussichtsplatz auf dem Gelände
mit Bänken und ein Info-Punkt eingerichtet werden.
Erreichbar ist der Standort sowohl über die Seilbahn
als auch über eine teilweise noch unbefestigte Straße
vom Burggrundviertel aus. .
Täglich in deutscher Sprache.
In Rumänien und weltweit.
Seit über 60 Jahren.
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