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20
Jahre Hilfe zur Selbsthilfe
Die „Vereinigte Aktion für Rumänien” feiert
20 Jahre humanitäre Hilfe und Zusammenarbeit mit dem Deutschen
Forum
heb. Klausenburg – Am
Dienstag hat der Vorstand der „Vereinigten Aktion für
Rumänien” (VAR) aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums
der Berliner Organisation einige seiner Hilfsprojekte im Kreis
Klausenburg/Cluj besucht. 1990 fuhr der jetzige Ehrenvorsitzende
Erich Brockhaus zum ersten Mal mit Hilfsgütern nach Südsiebenbürgen.
„Wir haben aber schnell erkannt, dass Hilfsgüter
der Zukunft des Landes nichts bringen“, so Erich Brockhaus.
Er nahm Kontakt zum Demokratischen Forum der Deutschen in Klausenburg
auf, um einen Partner vor Ort für den Aufbau von Projekten
zu haben. „Dies war der Beginn einer langjährigen,
sehr freundschaftlichen und erfolgreichen Partnerschaft“,
so Brockhaus weiter. Wichtig sei es der VAR gewesen, etwas für
die Bildung im Land zu tun. Das zeigen die aktuellen Projekte,
die von Christian Mücke, seit Anfang März Vorsitzender
der VAR, vorgestellt wurden.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem zusammen mit der orthodoxen
Kirche betriebenen Projekt „Christiana“ in Klausenburg,
in dem Kinder aus benachteiligten Familien in einer Armenküche
und in der Nachmittagsbetreuung versorgt werden. Außerdem
baute und betreut die VAR die Schule im Dorf Turea (Kreis Klausenburg),
die von rumänischen, ungarischen und Romakindern besucht
wird. Nach langjährigen Diskussionen über die Schließung
der Schule ist nun klar: Die Schule bleibt bestehen.
Des Weiteren betreut die VAR im Dorf Someseni ein ökologisches
Projekt für Kinder. In Huedin renovierte die VAR eine Schule
in einer Romasiedlung und will die Kinder dort auf den Übergang
in die 5. Klasse vorbereiten. Christian Mücke betont: „Ohne
die Leute vor Ort hätten wir keinen Erfolg.“
Neben diesen Projekten laufe in Recea Cristur ein sehr erfolgreiches
Agrarprojekt, in dem 14 Romafamilien Land und Saatgut zur Verfügung
gestellt bekommen und sich so selbst versorgen können.
„Die Schulung der Roma ist unser größter Erfolg.
Wir haben erkannt, dass sie mehr Selbstwertgefühl bekommen,
sich ihren Lebensunterhalt selber erarbeiten und von den anderen
als Partner angesehen werden, wenn man sie gleich behandelt“,
erklärt Erich Brockhaus, der für sein Engagement im
Jahr 2000 das Bundesverdienstkreuz und 2006 das Ehrenkreuz des
rumänisch-orthodoxen Patriarchen erhalten hat.
In Zukunft wird sich die VAR auch für alte Menschen engagieren.
So soll, von der stellvertretenden Vorsitzenden Ioana Boca geleitet,
ein Projekt entstehen, in dem Studenten der sozialen Berufe
alte Menschen in Krankenhäusern besuchen. Beginnen wird
das Projekt mit zehn Freiwilligen im Krankenhaus für Onkologie
in Klausenburg. Außerdem will sich die VAR auch der deutschen
Minderheit zuwenden und in Hamruden/Homorod bei Reps/Rupea ein
Projekt für alte Menschen entwickeln.
Mit ihren Projekten will die VAR auch den Behörden zeigen,
wo es Probleme gibt und wo diese aktiv werden müssen. Denn
der Ansatz der VAR ist „Hilfe zur Selbsthilfe“,
das Ziel ist also, dass die Projekte irgendwann von den Menschen
vor Ort übernommen werden, was in einigen Fällen sogar
schon gelungen ist.

Kuratorentag
zum Thema Orgeln
Fünfzig Vertreter evangelischer Gemeinden aus dem Land
nahmen teil
fp. Hermannstadt – Das
diesjährige Treffen der Kuratoren der evangelischen Kirchengemeinden
fand am Samstag in Hermannstadt/Sibiu statt. Eingeladen waren
alle Kuratoren aus Gemeinden mit über 20 Mitgliedern. Teilgenommen
haben fünfzig Kuratoren und Kuratorinnen aus dem ganzen
Land.
Trotz schlechten Wetters und schneebedeckter glatter Straßen
waren sie von sehr weit her angereist: aus Jassy/Iasi und Râmnicu
Vâlcea, aus Lugosch/Lugoj und Bistritz/Bistrita. Das Thema
des diesjährigen Kuratorentages war das bedrohte Kulturgut
Orgel. Und das ist für viele Kuratoren ein Sorgenkind.
Die Zusammenkunft begann mit einem Abendmahlsgottesdienst in
der Hermannstädter Stadtpfarrkirche. Die Predigt, die geistlich
das Thema des Tages aufgriff, hielt Bischof D. Dr. Christoph
Klein. Im Festsaal des Bischofshauses sprachen dann zum Thema
Orgel die Organisten Ursula Philippi (Hermannstadt), Erich Türk
(Klausenburg/Cluj-Napoca) und Steffen Schlandt (Kronstadt/Brasov)
und veranschaulichten ihre Vorträge mit eindrucksvollen
Bildern.
Nach dem Mittagessen gab es eine gemeinsame Ausfahrt nach Thalheim/Daia,
um die dortige zerstörte und ausgeraubte Orgel zu begutachten.
Zurück im Bischofshaus wurde in der Runde über dieses
Erlebnis diskutiert. Die diesbezüglichen Fragen der Kuratoren
konnte Kurt Philippi, Musikwart der Landeskirche, kompetent
beantworten. Der Kuratorentag endete mit einer Schlussandacht,
gehalten von Landeskirchenkurator Friedrich Philippi.

Schlechteste
Rückzahler
Zwangsversteigerungen durch Banken nehmen zu
wk. Reschitza – Die Bewohner des Banater
Berglands befinden sich bei nahezu allen Banken ganz weit oben
auf der Liste der Schuldner, gegen die Zwangsversteigerungen
angestrebt werden. Obwohl viele der Schuldner von ihren Gläubigern
Zahlungsaufschübe und zeitweilige Zahlungsunterbrechungen
erlangt haben, zum Beispiel wegen plötzlicher Veränderungen
in ihrem Berufsleben (Arbeitslosigkeit, Entlassungen usw.),
kann auf der Website der Nationalbank BNR nachgelesen werden,
dass die Bewohner des Banater Berglands den Banken 39 Millionen
Lei bei Krediten in der Landeswährung und 12 Millionen
Lei bei Krediten in harter Währung (Euro und Dollar) schulden.
Insgesamt haben die Bewohner des Banater Berglands Kredite über
mehr als eine Milliarde Lei bei den Banken aufgenommen, die
sich jetzt in der Rückzahlungsphase befinden. Die meisten
Schuldner haben die Banken in den Kleinstädten des Kreises
Karasch-Severin. Und hier stehen in der nächsten Zeit auch
die meisten Zwangsversteigerungen an.
Immobilien und Grundstücke, mit denen die Kredite besichert
waren, die nun nicht mehr rückgezahlt werden können,
kommen unter den Hammer. Die meisten Versteigerungsankündigungen
stehen auf den Internetseiten der Banken. Allerdings ist der
Wert der Grundstücke und Immobilien in der Regel extrem
hoch angesetzt, weil bei der Kreditaufnahme einerseits der Wert
vor Steuern angegeben werden musste und andererseits der Kreditnehmer
in der Regel hohe Summen lieh, die mit hohen Garantiewerten
gesichert werden mussten. Erfahrene Grundstücks- und Immobilienhändler
gehen daher erst zum dritten, vierten oder noch später
angesetzten Termin zu den Versteigerungen, wenn die Werte sich
dem gegenwärtig realen Marktwert zu nähern beginnen.
So reden die Grundstücks- und Immobilienmakler, die allerdings
anonym bleiben möchten.
Allein in Bokschan sind seit Beginn dieses Jahres von einer
einzigen Bank Grundstücke und Immobilien im Wert von 1.212.112
Lei im Rahmen von Zwangsversteigerungen angeboten worden.
Karasch-Severin gehört neben dem Kreis Arge{ zu den administrativen
Einheiten mit der höchstverschuldeten Bevölkerung.
6,3 Prozent der Kreditnehmer sind mit ihren Rückzahlungen
im Hintertreffen – das ist heute rumänienweit Spitze.

Umweltprobleme
identifizieren
Lucian-Blaga-Universität startet Forschungsprojekt zur
Umweltpolitik
hw. Hermannstadt – Der Verein Ecoturism
Regional lässt von der Lucian-Blaga-Universität die
„Umweltpolitiken in Rumänien und in der Welt“
untersuchen. Das gaben Vertreter der Fakultät für
Politik, Internationale Beziehungen und Europäische Studien
Anfang dieser Woche bekannt. Bei der Projektpräsentation
waren nach Angaben der Veranstalter neben Projektleiter Dr.
Eugen Strãutiu verschiedene Vertreter der Universität
sowie des Vereins Ecoturism Region Hermannstadt/Sibiu anwesend.
Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen umweltrelevante Themen
auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene untersucht
werden. Geplant ist die Recherche von Organisationen und Projekten
im Umweltbereich im Kreis Hermannstadt. Diese Informationen
sollen laut Strãutiu in eine Datenbank einfließen.
Diese wird nach Abschluss des Projekts auf der Internetseite
der Fakultät veröffentlicht. Außerdem wolle
man die Informationen staatlichen Institutionen wie dem Kreisrat
und der Regionalen Umweltagentur zur Verfügung stellen.
Darüber hinaus ist die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse
in Buchform Teil des Projekts. Unter dem Titel „Politiken
und Umweltprojekte in Rumänien und im Kreis Hermannstadt.
Lokale Lösungen auf globale Probleme“ sollen die
Forschungsergebnisse der kommenden Monate zusammengefasst werden.
Die Studie wird laut Strãutiu rund 12.000 Lei kosten,
die der Verein Ecoturism Regional aufbringen will. Rund die
Hälfte dieser Summe sei bereits eingeworben worden. Bis
Mitte 2011 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Exerzitien für Jugendliche
Priestertreffen in Temeswar
rn. Temeswar – Das Diözesan-Jugendzentrum
des römisch-katholischen Bistums in Temeswar/Timisoara
organisiert während der Fastenzeit verschiedene geistliche
Exerzitien für Jugendliche. Vom 12. bis 14. März finden
im Marienheim-Haus (Str. Aurora 8) die Exerzitien unter der
Leitung des Lugoscher Priesters Mihail-Titi Dumitresc statt.
In der selben Zeitspanne finden in der Reschitzaer römisch-katholischen
Pfarrei Exerzitien für junge Familien statt. Koordiniert
werden sie von Schw. Tari M. Böbe aus Deutschland. Das
römisch-katholische Lyzeum „Gerhardinum“ in
Temeswar organisiert Exerzitien für die Schüler der
Hildegardis-Schule in Lippa/Lipova.
Am Samstag beteiligt sich Bischof Martin Roos am Treffen der
deutschen Gemeinschaften in Ulm, Deutschland. Aus diesem Anlass
hält der Bischof einen Vortrag über die kirchliche
Gemeinschaft der Temeswarer Diözese.
Anlässlich des Heiligen Priesterjahres finden landesweit
verschiedene Priestertreffen statt. Ein solches Treffen wird
in der Zeitspanne 15.-18. März von der Temeswarer Diözese
beherbergt. Erwartet werden Gäste aus Rumänien sowie
aus den Diözesen Szeged-Csanád, Ungarn, und Zrenjanin,
Serbien. Ungefähr 150 Priester werden an dem Treffen teilnehmen.
Vorträge über das Priestersein heute, Diskussionsrunden
und Heilige Messen stehen auf dem Programm. Ehrengast der Veranstaltung
ist der Weihbischof von Esztergom-Budapest, Udvardy György.
Während der Fastenzeit findet in der Millennium-Kirche
der Temeswarer Fabrikstadt jeden Montag- und Freitagnachmittag
die Andacht zum Kreuzweg mit Predigten in rumänischer und
ungarischer Sprache statt. Ein solcher Gebetsnachmittag ist
für den 15. März um 17 Uhr vorgesehen.

Kronstädter Rentner wenden sich an das Gericht
rs. Kronstadt – Eine von 1200 Rentnern
aus Kronstadt/Brasov unterzeichnete Beschwerde wurde am Dienstag
dem Kronstädter Amtsgericht vorgelegt. Die Rentner verlangen,
dass die Regierung auf gerichtlichem Weg dazu gebracht wird,
den Rentenpunkt in diesem Jahr auf 45 Prozent des durchschnittlichen
Bruttolohnes, also auf 826 Lei, festzulegen.
Die Rentner sind unzufrieden, dass dieser Rentenpunktwert erst
im nächsten Jahr gültig sein soll. Sie berufen sich
auch auf eine Antwort des Verfassungsgerichtes, in der es heißt,
der Regierungserlass Nr. 114/2009 (der den Rentenpunktwert auf
732 Lei festsetzt – also 39,9 Prozent des durchschnittlichen
Bruttolohnes) sei nicht verfassungsgemäß.
Vasile Zaharescu, Vorsitzender der Kronstädter Rentnergewerkschaft,
sagte, ähnliche Schritte werden auch in den anderen Kreisen
erwartet. Man habe Unterstützung auch seitens der europäischen
Rentnerföderation zugesagt bekommen, die den Sozialausschuss
der Europäischen Union über die Benachteiligung der
rumänischen Rentner informieren will.

Wahrsagerinnen im Existenzkampf
Abgeordneter will Gesetz gegen Magie
st. Temeswar – Der Temescher Abgeordnete
Alin Popoviciu will einen Gesetzesvorschlag zur Debatte bringen,
wonach Wahrsagen und Kartenlegen in Rumänien verboten wird.
Bei Gesetzesübertretung müssen die Wahrsagerinnen
wegen Betrugs mit hohen Haftstrafen rechnen, sagte Popoviciu.
Nun reagieren die Wahrsagerinnen: Sie wollen ihre magischen
Kräfte einsetzen, um den Abgeordneten von „diesen
bösen Gedanken abzubringen“.
Das Projekt stünde vor dem Abschluss, sagte der Abgeordnete
aus dem Kreis Temsch/Timis. Als orthodoxer Gläubiger fürchte
er die Zauberformeln von Wahrsagerinnen nicht. „Ich will
diese Praktiken unterbinden, da bereits zu viele Leute Opfer
dieser Betrügereien geworden sind“, so der Parlamentarier.
Im Vorfeld seiner Initiative habe er auch mit orthodoxen Geistlichen
aus seinem Wahlkreis (im Raum Großsanktnikolaus/Sânnicolau
Mare) zu diesem Thema gesprochen, und diese würden seine
Idee unterstützen.
Im Kreis der Wahrsagerinnen, die nun auch um ihre Existenz bangen
müssen, herrscht indessen helle Aufregung. Popoviciu wolle
sich mit solchen Vorschlägen einen Namen machen, glaubt
Maria Câmpina, die in Rumänien Königin der Weißen
Magie genannt wird. Andere wiederum weissagen, Alin Popoviciu
werde von Schwarzer Magie heimgesucht und dann benötige
er die Unterstützung der Weißen Magie ganz dringend.

Betrunkenen-Schilder müssen
weg
Straßenverkehrsordnung lässt solche Tafeln nicht
zu
st. Arad – Eigenartig sind die Hinweisschilder
auf Betrunkene schon in der Kleinstadt Petschka/Pecica im Verwaltungskreis
Arad. Weil sie jedoch auch unkonventionell sind, müssen
sie nun abgebaut werde. Die Stadtverwaltung hatte nämlich
zehn Verkehrsschilder anbringen lassen, die auf betrunkene Bürger
hinwiesen (ADZ berichtete). Nun fordert die Polizei, dass die
Schilder abmontiert werden, da die Straßenverkehrsordnung
solche Hinweistafeln nicht zulässt.
Wie ein Schild zum Vorfahrtsbeachten, nur mit der Spitze nach
oben – so sehen die Schilder aus. Darauf ist auf Initiative
der Kommune in Petschka ein kriechender Mann zu sehen, mit einer
Flasche in Reichweite. An verkehrsreichen Straßen und
in der Nähe von Kneipen wurden die Warnschilder aufgestellt.
Autofahrer sollten dort besonders gut aufpassen, da die Gefahr
bestand, dass etwaige Betrunkene auftauchen.
Mehrere Unfälle soll es gerade in dieser Hinsicht gegeben
haben, einige sogar mit Todesfolge. Bürgermeister Petru
Antal sagte, er habe in einer Stadt in Deutschland ähnliche
Schilder gesehen und die Idee mit nach Hause genommen. |
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