Wilhelm Mühle: Informationstafel voller Fehler

Dienstag, 06. August 2013

Foto: Zoltán Pázmány

„Eine Blamage“, nennt der Abgeordnete der deutschen Minderheit im rumänischen Parlament, Ovidiu Ganţ, den fehlerhaften deutschen Text an der Büste des berühmten Floristen Wilhelm Mühle (1844-1908), die anlässlich des Temeswarer Stadtfestes im Rosenpark aufgestellt wurde. Dies sei vor allem in einer Stadt wie Temeswar unzulässig, „wo es einen Germanistik-Lehrstuhl, eine starkes deutsches Forum und eine deutsche Zeitung gibt, die es bestimmt kostenlos übernommen hätten, den Text gegenzulesen“.  Neben der Büste, die von dem Bildhauer Aurel Gheorghe Ardeleanu geschaffen wurde, stehen außerdem Informationstafeln in den Sprachen Rumänisch, Englisch und Französisch. Tafeln in den Sprachen des Banats Ungarisch und Serbisch wurden gar nicht aufgestellt.

 

UPDATE: Die ADZ-Redakteure aus Temeswar haben die fehlerhafte Variante unter die Lupe genommen und (teilweise) umgeschrieben. Die korrigierte Variante, die Sie weiter unten lesen können, wurde per Facebook auch an den Temeswarer Bürgermeister Nicolae Robu verschickt:

 

Wilhelm Mühle (1844 – 1908)

 

wurde in Kulm/Böhmen geboren. 1866 ließ er sich in Temeswar nieder. Hier richtete er den größten Rosengarten mit verschiedenen Blumenarten aus dem Balkan ein. Er galt als einer der beliebtesten Gärtner seiner Zeit und baute zahlreiche Blumen- und Ziersträucherarten an, die er dann in ganz Südosteuropa, aber auch in Budapest und Wien vertrieb. Wilhelm Mühle gründete Fachmagazine und richtete zahlreiche öffentliche Plätze in Temeswar her, einschließlich den Rosenpark. Von seiner Sammlung verschiedener Rosen-Hybridsorten zeigte sich auch Kaiser Franz Josef beeindruckt. Er erhielt das Goldene Verdienstkreuz mit Krone sowie den Offiziersorden und wurde als Lieferant des kaiserlich-königlichen Hofes anerkannt.

Wilhelm Mühle erschuf Rumäniens erste Rosenart und nannte sie „Madame Josephine Mühle“. Ungefähr 2000 verschiedene Arten, Formen, Größen und Farben von Rosen baute er an. Ende der 1930er Jahre gab es eine Vielfalt von Rosen in den privaten Gärten der Banater Blumenzüchter. Aus diesem Grund wurde Temeswar als „Stadt der Gärten und Rosen“ bezeichnet.

Die Büste wurde von dem Bildhauer Aurel Gheorghe Ardeleanu geschaffen.

Kommentare zu diesem Artikel

Filip, 07.08 2013, 03:47
@Klugscheisser (ja wirklich, Scheisse schreibt man neuerdings mit zwei s)
1. Vielleicht sollte es ja heißen, dass die Blumenarten aus dem Balkan kommen und eben nicht, dass sich der Rosengarten auf dem Balkan befindet.
Klugscheißer, 06.08 2013, 18:49
Deutsche Sprache, schwere Sprache.
1. Das Banat liegt nicht auf dem Balkan. Da der Balkan eine Halbinsel heißt es nicht aus sondern auf.

"Hier richtete er den größten Rosengarten mit (verschiedenen Blumenarten) AUF dem Balkan ein." Der Einschub "mit verschiedenen Blumenarten" wirkt grammatikalisch unstimmig.

2. "Wilhelm Mühle gründete Fachmagazine und richtete zahlreiche öffentliche Plätze in Temeswar her, einschließlich den Rosenpark." Einschließlich DES Rosenparks. Oder "Dazu gehört auch der Rosenpark.

3. Wilhelm Mühle erschuf Rumäniens erste Rosenart und nannte sie „Madame Josephine Mühle“. Es gibt ein wahrlich besseres Verb als "erschaffen" in diesem Kontext und dieses heißt züchten.

Den Text hat die Redaktion echt verdammt mittelmäßig korrigiert, dafür dass Temeswar einst eine deutsche Stadt war – nichts für ungut.
Peter, 06.08 2013, 14:37
Ich finde es blamabel für eine Stadt, die Kulturhauptstadt Europas werden möchte, keine anständige Plakette erstellen zu können.

Es ist besonders schlimm, wenn man bedenkt, dass es in der Stadt noch eine deutsche Minderheit gibt und dass es selbst im Stadtrat eine Vetreterin dieser Minderheit sitzt.

Hätte man nicht einfach jemanden zu Rate ziehen können, der mehr tun kann, als bloß Google Translate anzuklicken?

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