Kopf der Temeswarer Immobilienmafia dingfest

Ionelaș Cârpaci-Sandner kehrte nach Rumänien zurück und ergab sich der Polizei

Mittwoch, 25. April 2018

Temeswar – Der Kopf der berüchtigten Temeswarer Immobilienmafia, Ionelaș Cârpaci, wurde Ende vergangener Woche in Tschanad/Cenad festgenommen. Der 52-jährige Cârpaci ist bereits seit Juni 2016 auf der Flucht, nachdem ihn kurz zuvor der Oberste Kassations- und Justizhof zu langen Jahren Haft verurteilte. Daraufhin war er aus Rumänien geflohen.

In der Zwischenzeit war Ionelaș Cârpaci in Deutschland untergetaucht, wo er als deutscher Staatsbürger Zuflucht fand und dabei auch seinen Namen zu Ionel Sandner wechselte. Vorher, im Januar 2016, verurteilte ihn das Temeswarer Berufungsgericht zu einer Haftstrafe von zehn Jahren und vier Monaten für einen millionenschweren Immobilienbetrug. Vor Jahren hatte er ein wertvolles Grundstück, das er durch Urkundenfälschung von der Stadtverwaltung ergattert hatte, an eine Immobilienfirma verschachert. Nach einem Einspruch verringerte der Oberste Kassations- und Justizhof die Haftstrafe auf sieben Jahre und zwei Monate und verpflichtete Cârpaci dazu, die geprellte Firma mit 1,5 Millionen Euro zu entschädigen (die ADZ berichtete).

Cârpaci entschied sich nun, nach Rumänien zurückzukehren und sich der rumänischen Polizei zu stellen, da er demnächst auch in Deutschland inhaftiert werden sollte. Er bevorzuge das Absitzen der Gefängnisstrafe in einer rumänischen Haftanstalt, da er hier von mehreren Vorteilen profitieren könne – z. B. einer Minderung des Urteils und eine kürzere Zeit im Gefängnis, infolge der unangemessenen Gefängnisbedingungen, unter Umständen sogar Haftentschädigung in Euro, wenn sich die Idee des Justizministers Tudorel Toader durchsetzt.

Der sogenannte „Immobilienhai“ wurde also am Sonntagnachmittag bei der Einfahrt nach Rumänien am Grenzübergang Tschanad festgenommen. Die rumänischen Grenzschutzpolizisten waren bei der Ausweiskontrolle erstaunt, zu entdecken, dass es sich bei dem Mann im Auto der Marke Mercedes mit Frankfurter Kennzeichen, um den berühmten Cârpaci, den rumänischen Staatsbürger, der sich seit fast zwei Jahren ganz oben auf der internationalen Fahndungsliste befindet, handelt. Kurz darauf wurde Ionelaș-Cârpaci-Sander ins Temeswarer Popa-Șapcă-Gefängnis eingewiesen.

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