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Donnerstag, 4. 2. 2010
 

Das blühende Geschäft mit dem illegalen Schrott
Moldomin Neumoldowa wird ausgeraubt / Von Werner Kremm


Zwar kann niemand sagen, wem das ehemalige Erzanreicherungswerk Moldomin in Neumoldowa noch von Nutzen ist, seit es vor über vier Jahren abgestellt wurde, aber für Schrotthandelsunternehmen scheint es nach wie vor eine Goldgrube zu sein. Offiziell gibt es zwei Unternehmen, eines aus Orawitza und eines aus Neumoldowa – Moldomin-Direktor Iacob Chisãrãu konnte nicht präzisieren, wie sie sich nennen – die mit der Verschrottung eines Teils der Anlagen betraut sind, doch das Betriebsgelände scheint zu einem Selbstbedienungsladen für illegale Schrotthändler geworden zu sein.

Vor Kurzem überraschte die Polizei im Raum des stillgelegten Erzanreicherungswerks zwei vollbeladene Kipplaster, die auf ein Abfahrtszeichen warteten. Es scheint, dass es auch für (illegale) Schrotttransporte die sogenannten „Vor-Fahrer“ oder „Späher“ gibt, die den Lkws einige Kilometer vorausfahren und sondieren, ob „die Luft rein ist“, das heißt keine Polizei auf den Straßen, die Transportpapiere kontrolliert.

„Späher“ auch beim Schrotttransport?

Das „System“ ist von den Forsttransporten (mit illegal gefälltem Holz) bekannt, wo fast kein Lkw sich mehr bewegt, wenn er nicht von „Spähern“ per Mobilfunk Grünlicht für einen bestimmten Streckenabschnitt bekommt. Dies ist, laut Polizeiangaben, auch die Erklärung, wieso man auf den Straßen, die aus (noch bewaldeten) Bergen des Banats kommen, so oft anscheinend grundlos am Straßenrand parkende Forsttransporter sieht. Sie warten ganz einfach auf das Zeichen, gefahrlos, also unbehelligt von der Polizei, weiterfahren zu können. Die „Vor-Fahrer“ oder „Späher“ im Forstwesen verdienen fabelhafte Löhne, weiß weiter die Gerüchteküche zu berichten (von bis zu 10.000 Euro monatlich ist die Rede) und wären nur zu enttarnen, wenn die Besitzer der Forstunternehmen sie, unter ernsthaften Druck gesetzt, verraten würden. Gerade diese „Späher“ waren bei der jüngsten Bilanztagung der Polizei Gegenstand der Rügen von Präfekt Octavian Tunea, der erstmals öffentlich auf das Phänomen aufmerksam machte und von den Polizisten konkrete Fahndungsergebnisse einforderte.

Um einen vom Profit her vergleichbaren Transport von rund 300 Tonnen (illegal verschrottetem) Alteisen scheint es sich bei der jüngsten Polizeiaktion gehandelt zu haben. Neben den bereits beladenen Lkws lag dort noch eine bemerkenswerte Menge zum Transport vorbereiteter Schrott herum. Doch die Sofortreaktionen sowohl des Generaldirektors von Moldomin (ein Ex-Bürgermeister von Neumoldowa, der vorgibt, weder zu wissen, wie die beiden vertraglichen Schrotthandelsfirmen heißen, noch wieviel Alteisen diese laut Vertrag nutzen dürfen) als auch der Besitzerin der Schrotthandelsfirma aus Orawitza, der die beiden Kipplaster gehören (Florica N. erklärte, von den Fahrten der Fahrzeuge ihrer Firma nichts gewusst zu haben), sind wenig aufschlussreich: Keiner will was vom Ganzen gewusst haben.

Verträge sind zum Ignorieren da

Die Polizei selber hält sich bedeckt und argumentiert, während der Untersuchungen und um diese nicht zu gefährden, der Öffentlichkeit keine näheren Auskünfte geben zu können.
Fakt ist, dass den beiden Schrotthandelsfirmen per Vertrag die Verschrottung und der Verkauf einer bestimmten Menge Alteisen vom ehemaligen Anreicherungswerk für Kupferarmerze (Banatite) zugesagt ist, dass die Polizei aber schon länger den Verdacht hegt – der vor allem von den ehemaligen Arbeitnehmern von Moldomin genährt wird, welche die Situation im Werk noch gut kennen – dass beide Schrotthandelsfirmen sich bei der Verschrottung regelrecht selbstbedienen und sich keinen Deut um die vertraglich ausgemachten Mengen und Verschrottungsstellen kümmern.

Bei Moldomin selber gibt es kaum noch Personal und folglich auch kaum noch Kontrollmöglichkeiten. Gelegentliche Verhaftungen von kleinen Schrottdieben – Menschen, die sich ihr karges Einkommen durch Kleindiebstahl aufzubessern versuchen – sind eher Ablenkungsmanöver und Hintergehung der öffentlichen Meinung vor Ort, als dass sie die diebische Verschrottung von Staatseigentum kaschieren könnten.



Studium zwischen den Kulturen
Fünf aus Rumänien stammende Studenten nehmen am Secondos-Programm der Uni Regensburg teil / Von Moritz Kemppel


Jedes Jahr machen in Deutschland mehr als 400.000 Schüler ihr Abitur. Einige von ihnen, deren Eltern oder Großeltern z. B. aus Mittel- oder Osteuropa nach Deutschland gekommen sind, sind zweisprachig aufgewachsen. An diese jungen Menschen richtet sich das Programm der Universität Regensburg und versucht, diese Fähigkeit zu vertiefen und als Chance zu begreifen. Das Secondos-Programm möchte die Möglichkeit bieten, das wertvolle Potenzial der Zweisprachigkeit zu entfalten und für die berufliche und persönliche Zukunft der Teilnehmer nutzbar zu machen.

Der Begriff „Secondos“ kommt aus der Schweiz und bedeutet soviel wie „die in der zweiten (second) Generation befindlichen“ Nachkommen von Zuwanderern. Doch auch Studienanfänger, die keine biografischen Wurzeln, sondern anderweitig eine enge Beziehung zu einem Land haben, verfügen über die Gelegenheit, im Secondos-Programm zu studieren.

Studierende aus allen Fachbereichen können am Programm teilnehmen. Im ersten Studienjahr in Regensburg erhalten sie die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse aufzubauen, zu erweitern oder zu vervollkommnen. Im zweiten Studienjahr gehen die Teilnehmer dann an eine Partneruniversität im Ausland. Dort soll vorrangig in der Landessprache studiert werden. Für den Auslandsaufenthalt bietet die Universität ein umfassendes Betreuungsangebot an, um es den Studierenden zu erleichtern, sich in ungewohnter und doch vertrauter Umgebung zurecht zu finden. Im dritten Studienjahr kehren die Studierenden zurück nach Regensburg, wo sie ihr Bachelorstudium abschließen, gleichzeitig erwerben sie aber auch den Studienabschluss der ausländischen Hochschule.

Diesen Herbst startete das Programm für „Secondos“ aus Rumänien. Partneruniversität ist dabei die Babes-Bolyai-Universität in Klausenburg/Cluj-Napoca. Auch mit der Universität Pécs in Ungarn besteht seit diesem Jahr ein Partnerschaftsabkommen und weitere Verträge sind mit Universitäten in Kroatien, Polen, der Slowakei, Tschechien und der Ukraine in Vorbereitung. In einer weiteren Phase sollen dann auch entsprechende Abmachungen mit Hochschulen in Serbien und Russland getroffen werden.