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Mittwoch, 10. 3. 2010
  Online-Datenbank mit potenziellen Blutspendern
24 Prozent der Benutzer kennen ihre Blutgruppe nicht / Von Raluca Nelepcu


Der Blutmangel in den rumänischen Krankenhäusern ist seit Jahren ein Problem, das nicht nur Ärzte sorgt, sondern vor allem Patienten und deren Angehörige manchmal verzweifeln lassen. Benötigt eine Person dringend eine Bluttransfusion, so muss sich die Familie darum kümmern, Spender für den Leidenden zu finden. Um der Lösung dieses Problems näher zu kommen, hat ein Mann aus Jassy/Iasi daran gedacht, eine Online-Datenbank einzurichten, in die sich alle (potenziellen) Blutspender Rumäniens eintragen können. Das Portal www.donor.ro funktioniert seit Januar dieses Jahres und umfasst über 270 eingetragene Personen.

Der Wirtschaftswissenschaftler Dan Zaharia (34) aus Jassy, Experte im Ausbau von Retail-Netzwerken, spendete vor etwa einem Jahr zum ersten Mal Blut. Damals schon konnte er feststellen, wie rudimentär die Datenbank für Spender mit seltenen Blutgruppen ist. Die seltensten Blutgruppen in Rumänien sind AB positiv und B negativ. „Außerdem hatte ich die E-Mails satt, in denen es um eine dringende Nachfragte nach Blut geht, und wollte eine Alternative dazu schaffen“, sagt Dan Zaharia.

So kam er auf die Idee, die Online-Datenbank zu gründen – eine originelle Idee, denn Zaharia habe im Internet kein ähnliches Portal in englischer Sprache gefunden. Die Benutzer der Datenbank haben die Möglichkeit, mit einem einfachen Mausklick auf „Cautã“ (Suche) Blutspender zu finden. Außerdem können sie Inserate aufgeben, in denen Notfälle publik gemacht werden. Die Datenbank ist anonym, nur der Verwalter kennt alle von den Benutzern angegebenen Informationen.

Um sich in die Datenbank einzuschreiben, müssen Interessenten ein kurzes Formular rechts auf der Homepage ausfüllen. Name, Ortschaft, Telefonnummer, Blutgruppe und Rhesusfaktor müssen eingetragen werden. „24 Prozent der Benutzer kennen ihre Blutgruppe nicht und acht Prozent kennen weder die eigene Blutgruppe, noch den Rhesusfaktor“, sagt Dan Zaharia. „Kennst du deine Blutgruppe? Oder willst du, dass es die Ärzte aus dem OP-Raum vor dir erfahren?“: Mit diesen Worten möchte Dan Zaharia auf seiner Internetseite die Bürger Rumäniens überzeugen, dass es unheimlich wichtig ist, seine eigene Blutgruppe zu kennen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um diese zu erfahren: Man geht in ein Labor, wo man gegen geringe Kosten einen Bluttest machen lassen kann. Im Falle einer Spende erfährt man seine Blutgruppe kostenlos. Bei schwangeren Frauen und Neugeborenen wird der Test ebenfalls gratis vorgenommen.

Die meisten Personen, die sich in die Datenbank eingeschrieben haben, stammen aus Jassy (48 Prozent) und Bukarest (25 Prozent). Es folgen die Verwaltungskreise Bacãu, Klausenburg/Cluj und Temesch/Timis mit jeweils drei Prozent der Benutzer. Von allen Mitgliedern sind 36 Prozent Männer und der Rest Frauen. Die meisten Blutgruppen, die in der Datenbank vertreten sind, sind A Rh positiv und B Rh positiv. Die wenigsten Mitglieder haben die Blutgruppe B negativ und AB negativ.

Die Internetseite von Dan Zaharia beantwortet stichwortartig ein paar wichtige Fragen, die sich jemand stellt, bevor er zum Blutspender wird: Wer darf spenden, wozu wird das entnommene Blut verwendet, wieso ist es wichtig, Blut zu spenden, usw. Die Seite enthält die Adressen aller Blutspendezentralen in Rumänien sowie deren Öffnungszeiten. „Ausreden retten keine Leben“, lautet eine Werbung im Rundfunk, und diese Idee versucht auch die Internetseite von Dan Zaharia zu vermitteln. „Irgendwo, irgendjemand lebt dank Ihrer Geste“, versucht der Mann aus Jassy die potenziellen Spender zu sensibilisieren. Was nur wenige der Nicht-Spender wissen: Bei einer Transfusion werden 450 Milliliter Blut entnommen. Das ist recht wenig, wenn man bedenkt, dass im menschlichen Körper fünf Liter Blut kreisen. Das Blut regeneriert sich quantitativ in zwei Stunden, qualitativ in etwa zwei Wochen. Die Spender werden für ihre Geste mit Lebensmittelcoupons im Wert von 55 Lei und einem freien Arbeitstag belohnt.