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Online-Datenbank
mit potenziellen Blutspendern
24 Prozent der Benutzer kennen ihre Blutgruppe nicht / Von Raluca
Nelepcu
Der Blutmangel in den rumänischen Krankenhäusern
ist seit Jahren ein Problem, das nicht nur Ärzte sorgt,
sondern vor allem Patienten und deren Angehörige manchmal
verzweifeln lassen. Benötigt eine Person dringend eine
Bluttransfusion, so muss sich die Familie darum kümmern,
Spender für den Leidenden zu finden. Um der Lösung
dieses Problems näher zu kommen, hat ein Mann aus Jassy/Iasi
daran gedacht, eine Online-Datenbank einzurichten, in die sich
alle (potenziellen) Blutspender Rumäniens eintragen können.
Das Portal www.donor.ro funktioniert
seit Januar dieses Jahres und umfasst über 270 eingetragene
Personen.
Der Wirtschaftswissenschaftler Dan Zaharia (34) aus Jassy, Experte
im Ausbau von Retail-Netzwerken, spendete vor etwa einem Jahr
zum ersten Mal Blut. Damals schon konnte er feststellen, wie
rudimentär die Datenbank für Spender mit seltenen
Blutgruppen ist. Die seltensten Blutgruppen in Rumänien
sind AB positiv und B negativ. „Außerdem hatte ich
die E-Mails satt, in denen es um eine dringende Nachfragte nach
Blut geht, und wollte eine Alternative dazu schaffen“,
sagt Dan Zaharia.
So kam er auf die Idee, die Online-Datenbank zu gründen
– eine originelle Idee, denn Zaharia habe im Internet
kein ähnliches Portal in englischer Sprache gefunden. Die
Benutzer der Datenbank haben die Möglichkeit, mit einem
einfachen Mausklick auf „Cautã“ (Suche) Blutspender
zu finden. Außerdem können sie Inserate aufgeben,
in denen Notfälle publik gemacht werden. Die Datenbank
ist anonym, nur der Verwalter kennt alle von den Benutzern angegebenen
Informationen.
Um sich in die Datenbank einzuschreiben, müssen Interessenten
ein kurzes Formular rechts auf der Homepage ausfüllen.
Name, Ortschaft, Telefonnummer, Blutgruppe und Rhesusfaktor
müssen eingetragen werden. „24 Prozent der Benutzer
kennen ihre Blutgruppe nicht und acht Prozent kennen weder die
eigene Blutgruppe, noch den Rhesusfaktor“, sagt Dan Zaharia.
„Kennst du deine Blutgruppe? Oder willst du, dass es die
Ärzte aus dem OP-Raum vor dir erfahren?“: Mit diesen
Worten möchte Dan Zaharia auf seiner Internetseite die
Bürger Rumäniens überzeugen, dass es unheimlich
wichtig ist, seine eigene Blutgruppe zu kennen. Es gibt mehrere
Möglichkeiten, um diese zu erfahren: Man geht in ein Labor,
wo man gegen geringe Kosten einen Bluttest machen lassen kann.
Im Falle einer Spende erfährt man seine Blutgruppe kostenlos.
Bei schwangeren Frauen und Neugeborenen wird der Test ebenfalls
gratis vorgenommen.
Die meisten Personen, die sich in die Datenbank eingeschrieben
haben, stammen aus Jassy (48 Prozent) und Bukarest (25 Prozent).
Es folgen die Verwaltungskreise Bacãu, Klausenburg/Cluj
und Temesch/Timis mit jeweils drei Prozent der Benutzer. Von
allen Mitgliedern sind 36 Prozent Männer und der Rest Frauen.
Die meisten Blutgruppen, die in der Datenbank vertreten sind,
sind A Rh positiv und B Rh positiv. Die wenigsten Mitglieder
haben die Blutgruppe B negativ und AB negativ.
Die Internetseite von Dan Zaharia beantwortet stichwortartig
ein paar wichtige Fragen, die sich jemand stellt, bevor er zum
Blutspender wird: Wer darf spenden, wozu wird das entnommene
Blut verwendet, wieso ist es wichtig, Blut zu spenden, usw.
Die Seite enthält die Adressen aller Blutspendezentralen
in Rumänien sowie deren Öffnungszeiten. „Ausreden
retten keine Leben“, lautet eine Werbung im Rundfunk,
und diese Idee versucht auch die Internetseite von Dan Zaharia
zu vermitteln. „Irgendwo, irgendjemand lebt dank Ihrer
Geste“, versucht der Mann aus Jassy die potenziellen Spender
zu sensibilisieren. Was nur wenige der Nicht-Spender wissen:
Bei einer Transfusion werden 450 Milliliter Blut entnommen.
Das ist recht wenig, wenn man bedenkt, dass im menschlichen
Körper fünf Liter Blut kreisen. Das Blut regeneriert
sich quantitativ in zwei Stunden, qualitativ in etwa zwei Wochen.
Die Spender werden für ihre Geste mit Lebensmittelcoupons
im Wert von 55 Lei und einem freien Arbeitstag belohnt. |
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