Deutschlehrer-Förderprogramm erhält 1,25 Millionen Euro

Jährliche Förderung aus Deutschland auch 2018 in gleicher Höhe

Samstag, 05. Mai 2018

„Diese Art Unterschriften gehören zum Schönsten und Wichtigsten in unseren Beziehungen“, lächelt der deutsche Botschafter Cord Meier-Klodt, hier mit Klaus-Harald Sifft (Saxonia) bei der Vertragsunterzeichnung.
Foto: die Verfasserin

Stolze 1,25 Millionen Euro aus dem deutschen Bundeshaushalt sollen auch dieses Jahr an das Leh-rerförderprogramm für Erzieher und Deutschlehrer an staatlichen Schulen mit Deutsch als Muttersprache in Rumänien gehen. Der Vertrag für die erste Tranche, eine Million Euro, wurde am Mittwoch, dem 2. Mai, in der Deutschen Botschaft Bukarest von Botschafter Cord Meier-Klodt und Klaus-Harald Sifft, dem Leiter der mit der Verteilung der Gelder beauftragten Saxonia Stiftung, feierlich unterzeichnet.

Wegen der vorläufigen Haushaltsführung in Deutschland muss die Auszahlung in diesem Jahr in zwei Tranchen erfolgen – ein Sonderfall, doch der Botschafter zeigt sich zuversichtlich, die Restsumme bis zum Jahresende gewähren zu können. Unter der Konstellation einer schwierigen Regierungsbildung nach den Wahlen in Deutschland sei es ohnehin bemerkenswert, dass das Programm vom Bundestag in unverminderter Höhe weiter gefördert werde, bemerkt er. „Das ist ein Zeichen von Kontinuität – aber auch ein Beleg dafür, dass auch in Berlin diese Arbeit politisch hoch bewertet wird.“

Seit 2015 existiert das vom Siebenbürgenforum initiierte, jährliche Förderprogramm zur Motivation von Deutschlehrern, um deren Abwanderung in lukrativere Wirtschaftszweige zu verhindern. „Unser Ziel ist, dass die Anzahl der Lehrer und Erzieher konstant bleibt – und das ist uns gelungen“, freut sich Sifft und verweist auf die vorliegenden Namenslisten. „Es sind immer dieselben – und selbst wenn manche pensioniert werden, kommen auch neue, junge, hinzu.“ Im letzten Jahr konnten über 700 Lehrer und mehr als 300 Erzieher von dem Programm profitieren. Mindestens auf diesem Niveau wolle man das Förderprogramm halten, ergänzt der Botschafter. „Wenn wir es aufbauen können, umso besser.“

Bis zum 15. Mai können die Anträge noch bei Saxonia eingereicht werden. Als Hauptkriterium muss der Antragsteller an einer staatlichen Schulen unterrichten, an der Deutsch als Muttersprache gelehrt wird, und zudem eine Fortbildung nachweisen, entweder am Zentrum für Lehrerfortbildung in Mediasch/Mediaș (ZFL) oder beim deutschen Kulturzentrum, präzisiert Sifft.

Das Lehrerförderprogramm ist mehr als nur eine Maßnahme, die deutsche Minderheit in Rumänien zu unterstützen, so der Botschafter weiter. „Wir bauen gemeinsam an der Zukunft des Deutschen im Lande und tun dies zugunsten junger Menschen, die an der deutschen Sprache Interesse haben.“ Mit Freude bemerkt er das große Interesse, auch von rumänischer Seite, sei es an DAM- (Deutsch als Muttersprache) oder DAF- (Deutsch als Fremdsprache) Schulen. Beson-ders zu würdigen sei – auch im Sinne des heuer begangenen Jubiläumsjahrs, hundert Jahre modernes Rumänien, wie er hinzufügt – die Tatsache, dass „das Erbe der deutschen Minderheit von Jahrhunderten, die deutsche Sprache, von der rumänischen Bevölkerung so stark nachgefragt wird. Nachgefragt bis zu einem Grad, wo es für uns schon ein echtes operatives Problem darstellt, ausreichend Lehrer zu finden, zu motivieren, zu unterstützen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Das ist eine Herausforderung – aber eine schöne, weil es ein riesiger Vertrauensbeweis ist!“

„Das Förderprogramm vermittelt zunächst nur Sprache“, erklärt Meier-Klodt weiter. „Doch jede Sprache birgt eine Geschichte, eine Kultur, ein Wertesystem. So geht es wohl auch den an Deutsch Interessierten nicht nur um Vokabel und Grammatik, sondern um den Schlüssel, den das Deutsche in vielerlei Hinsicht bietet: Berufsfindung, Studienplanung usw...“. Auf die Frage der Wichtigkeit im Vergleich zu anderen Förderprogrammen angesprochen, vermittelt er klar: „Im Bereich der Sprachförderung ist dies eindeutig ein ganz zentrales Programm, das weit über ‘nur’ die Förderung der deutschen Minderheit hinausgeht.“

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