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Donnerstag, 2.09.2010
  Emil Boc berichtet über die Tätigkeit der Minister
Es geht um die mögliche Regierungsumbildung

Bukarest
(Mediafax/ADZ) - Für gestern Nachmittag war im Parlament die Begegnung zwischen Premier Emil Boc und den Fraktionen der PDL vorgesehen. Dabei sollte eine Einschätzung der Regierung erfolgen sowie der Tätigkeit der einzelnen Minister.

Diesen Termin 1. September hatte Präsident Traian Bãsescu vor zwei Monaten bei einer Besprechung in Snagov genannt, wobei er darauf verwies, dass eine Regierung schließlich die Unterstützung des Parlaments benötige. So haben bereits Dienstag mehrere Vorbesprechungen der führenden PDL-Leute im Victoria-Palast stattgefunden, die sich anschließend ins Schloss Cotroceni zu einer Beratung mit Präsident Bãsescu begaben.

Die Liste der Minister, die ersetzt werden könnten, enthält Namen, auf die sich die Unzufriedenheit der Bevölkerung wegen unpopulärer oder verwirrender Maßnahmen besonders stark konzentriert hat. Das wären Arbeitsminister Mihai Seitan, Finanzminister Sebastian Vlãdescu, Transportminister Radu Berceanu, Landwirtschaftsminister Mihail Dumitru, Bildungsminister Daniel Funeriu, aber auch Kommunikationsminister Gabriel Sandu oder Gesundheitsminister Attila Cseke.

UDMR-Vorsitzender und Vizepremier Béla Markó äußerte als einer der Regierungspartner allerdings, die „Welt würde nicht untergehen, wenn man jetzt keine Regierungsumbildung vornimmt“. Der UDMR sieht auch nicht ein, dass er einen der Minister, die er stellt (Lászlo Borbély, Hunor Kelemen oder Attila Cseke) ersetzen müsse.



Moskau verärgert wegen Moldau-Engagement
Rumänien will Beziehungen zu Russland „von gleich zu gleich“


Bukarest
(ADZ) - Die jüngsten Spionagevorwürfe Russlands gegen einen rumänischen Diplomaten hängen damit zusammen, dass Rumänien sich in letzter Zeit verstärkt für die West-Annäherung der Republik Moldau einsetzt. Das sagte Außenminister Teodor Baconschi in einem Fernsehinterview. Baconschi bestätigte damit Vermutungen von Beobachtern. Dennoch sei Bukarest an guten Beziehungen zu Russland, „von gleich zu gleich“, interessiert, sagte der Minister weiter.

Auf eine Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen den Spionagevorwürfen und Rumäniens Moldau-Politik sagte Baconschi: „Ohne Zweifel gibt es ihn. Russland ist besorgt wegen des (von den USA geplanten) Antiraketenschilds sowie wegen der proeuropäischen, also implizit prorumänischen Orientierung der Allianz für Europäische Integration, die derzeit in Chisinãu regiert.“

Eine Rolle gespielt hätten wohl auch die bevorstehenden Wahlen in der Republik Moldau sowie das ungelöste Problem der von Russland kontrollierten abtrünnigen moldauischen Region Transnistrien.
Moskau hatte vor zwei Wochen den ersten Sekretär der rumänischen Botschaft ausgewiesen. Der Mann sei vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB dabei erwischt worden, wie er einem Russen militärische Geheimnisse abkaufte, hieß es. Baconschi hofft, dass es trotz des Spionageskandals zum geplanten Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow kommen werde.



Staat muss 15 Milliarden Lei bis Jahresende leihen
Finanzministerium hält an 7 Prozent Renditen fest


Bukarest (ADZ) - Das Finanzministerium will im September 4,6 Milliarden Lei (mehr als eine Milliarde Euro) über zehn Staatsanleihen auf dem Binnenmarkt borgen, teilte die Institution mit. 4,6 Milliarden Lei wollte der rumänische Staat auch im August von den einheimischen Banken leihen, schaffte aber nur die Hälfte, weil er nicht gewillt war, mehr als 7 Prozent Rendite zu zahlen.
Das Finanzministerium will auch künftig die 7-Prozent-Grenze für Lei-Anleihen nicht überschreiten, teilte es am Dienstag mit. Analysten bezeichneten diese Entscheidung als „unrealistisch“.

Im Juli hatte der Staat mit Euro-Schatzbriefen im Wert von 1,213 Milliarden Euro (zu 4,9 Prozent Renditen) die seit Juni scheiternden beziehungsweise unvollständigen Lei-Anleihen ausgeglichen. Diese Politik wolle das Finanzministerium auch weiter verfolgen. Die Sparmaßnahmen der Regierung würden bald Erfolge zeigen und dies werde den Druck auf die Anleihen verringern, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums.

Seit Jahresanfang hat der rumänische Staat 25,16 Milliarden Lei von dem einheimischen Kapitalmarkt geliehen. Der Finanzierungsbedarf Rumäniens in den nächsten vier Monaten (bis Jahresende) liegt nach Angaben des Finanzministeriums bei 15 Milliarden Lei. Dies abgesehen von 1,4 Milliarden Euro, ein Kredit, der im November fällig ist und der durch eine andere mittelfristige Euro-Anleihe gedeckt werden soll.



Staatssekretäre verhandeln in Brüssel über Roma
Reisefreiheit der Bürger wird verteidigt


Bukarest (Mediafax/ADZ) - Eine Delegation, die aus drei Staatssekretären besteht – Bogdan Aurescu, Valentin Mocanu und Valentin Fãtuloiu – führt in Brüssel mit den zuständigen Kommissaren Verhandlungen über die Roma-Problematik.

Nach dem Treffen mit Justizkommissar Viviane Reding erklärte Aurescu, dass er versucht habe, den Standpunkt Rumäniens im Zusammenhang mit der Ausweisung von Roma aus Frankreich darzulegen. Die rumänische Seite sei für jede Zusammenarbeit mit Frankreich bereit, man könne jedoch nicht hinnehmen, dass Grundrechte rumänischer Bürger – ganz gleich, welcher Ethnie sie angehören – oder das Image Rumäniens als EU-Mitgliedsstaat beeinträchtigt werden.

Es seien geringfügige Straftaten, die die Roma in Frankreich begehen, argumentierte Aurescu weiter. Außerdem hätten sich im vergangenen Jahr bloß 708 rumänische Staatsbürger in französischen Gefängnissen befunden. Was aber die bisher aus Frankreich rückgeführten 500 Roma betrifft, müsse geprüft werden, ob dies tatsächlich mit ihrem Einverständnis geschehen sei.


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