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		<title>adz.ro: Nachrichten</title>
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		<lastBuildDate>Fri, 17 Feb 2012 05:20:00 +0400</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Durch Pulverschnee und Harsch</title>
			<link>http://www.adz.ro/tourismus/artikel-tourismus/artikel/durch-pulverschnee-und-harsch/</link>
			<description>Ich muss zugeben, dass ich kein überschwänglicher Freund des Winters bin. Doch nach den...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich muss zugeben, dass ich kein überschwänglicher Freund des Winters bin. Doch nach den Schneefällen der vergangenen Wochen reizte es mich, die Umgebung von Hermannstadt/Sibiu in dieser Jahreszeit zu erkunden. Das Zibinsgebirge/Munţii Cindrel und das Lauterbachgebirge/Munţii Lotrului bieten sich für Tagesausflüge an. <br /><br />Prinzipiell sei es kein Problem, in die verschneiten Berge zu gehen, meint Iulian P²nescu. Der 30-jährige Hermannstädter ist professioneller Bergführer und kennt sich bestens aus. Mehr als ein halbes Jahr verbringt er pro Jahr in der Natur. Ihn zieht es auch im Winter hinaus. Allerdings ausschließlich privat. Touristen, die wandern möchten, sind in dieser Jahreszeit selten. Wer Wintersport mag, der fährt in der Regel zu professionellen Skianlagen. Dabei wartet in den Bergen auch ohne Lift und Musikbeschallung ein außergewöhnliches Naturerlebnis. <br /><br />Wir starten unsere kleine Wanderung in Răşinari in der Mărginimea Sibiului. Die 5000 Einwohner zählende Gemeinde liegt nur knapp 10 Kilometer südwestlich von Hermannstadt und ist ein guter Ausgangspunkt für einen Ausflug. Wir folgen der Valea Caselor ein Stück hinauf. Gut 500 Meter hinter dem Dorf finden wir ein letztes Haus, wo wir das Auto parken. Von hier geht es los, allerdings nicht ohne vorher wasserdichte Gamaschen (parazăpezi) anzulegen und die Skistöcke auszufahren. <br /><br /><strong>Absolute Stille</strong><br /><br />Mit ruhigen Schritten stapfen wir los. Wir folgen einer ausgetretenen Spur, die das Gehen erleichtert. Normalerweise führt hier ein markierter Wanderweg auf die Almen des Zibinsgebirges, aber die weiß-blauen Zeichen sind unter der Schneedecke verschwunden. Schon nach wenigen Minuten verklingen die Geräusche aus dem Dorf und wir tauchen ein in die absolute Stille des Winterwaldes. Unter unseren Stiefeln knirscht bedächtig der verharschte Schnee. Manchmal löst sich ein Eiskrümel und rollt säuselnd talwärts über die gefrorenen Schneeflächen. <br /><br />Wer in diesen Tagen in die Berge geht, darf keine präparierten Wege erwarten. Mit etwas Glück sind Dorfbewohner zum Holzholen in die Wälder gefahren oder andere Wanderer haben den Weg gespurt. Auch unsere Spur verliert sich irgendwann. Knapp einen halben Meter stark ist die Schneedecke momentan im Zibinsgebirge. Hier voranzukommen, erfordert mehr Zeit und Ausdauer, als ich erwartet habe. <br /><br /><strong>Wanderung gut planen</strong><br /><br />Iulian erklärt mir unterwegs, worauf man bei solchen Touren achten sollte. Am wichtigsten ist, den Zeitaufwand realistisch einzuschätzen. Das Stapfen durch den teilweise knietiefen Pulverschnee kostet Kraft. Man sollte bei der Routenplanung nicht vergessen, dass der Rückweg ebenso anstrengend ist, auch wenn man beim Abstieg wieder den vorgespurten Weg nimmt. Ebenso sollte man den frühen Sonnenuntergang berücksichtigen, wenn man nicht gerade unterwegs übernachten möchte. Prinzipiell sei auch das möglich. Mit einem guten Schlafsack könne ein Wanderer durchaus eine Nacht im Freien übernachten, oder in einer der Sennhütten. <br /><br />Einige dieser Hütten erblicken wir auf unserem Weg. Idyllisch ragen die hölzernen Hütten aus der weißen Winterlandschaft. An den drei Hütten auf dem gegenüberliegenden Hang erkennen wir die Spuren von Skiern im sonst unberührten Schnee. Dort seien er und ein Freund vor Kurzem mit Langlaufskiern gelaufen, erzählt Iulian. Auf Skiern lassen sich die verschneiten Hänge leichter erklimmen, erfahre ich, auch abseits der Wege. Ausgestattet mit sogenanntem „Robbenfell“, synthetischem Leder, das an die Skier gebunden wird, komme man gut bergauf. <br /><br /><strong>Schnee ist nicht gleich Schnee</strong><br /><br />Allerdings müssen für diese Art der Fortbewegung die Schneebedingungen stimmen. Lockerer Pulverschnee ist ideal, ebenso vernünftig verharschter Schnee. Die Schneeverhältnisse bei unserem Aufstieg sind jedoch alles andere als optimal. Nur die ersten drei Zentimeter sind gefroren, zu wenig, um uns oder einen Skifahrer zu tragen. Und so kämpfen wir uns langsam voran, immer auf der Suche nach halbwegs stabil aussehendem Schnee. <br /><br />Das Gute an einer Wanderung im Winter ist, dass man die Kälte kaum spürt, zumindest so lange man sich bewegt. Zu dicke Kleidung ist deshalb genauso wenig angesagt, wie zu dünne. Am besten ist das so genannte Zwiebelschalen-Prinzip. Ein Hemd, ein Pullover und eine wasser- und winddichte Jacke sorgen für den nötigen Feuchtigkeitstransport nach außen, sowie für ausreichende Isolierung. Zur Sicherheit gehören in den Rucksack trotzdem ein Hemd zum Wechseln und ein zweites Paar Socken. Eine Jeans mag bei einer kurzen Tour noch gehen, besser ist aber auf jeden Fall eine Hose aus synthetischem Stoff. <br /><br /><strong>Vorsicht vor Eisglätte</strong><br /><br />Acht geben sollte man auch beim Schuhwerk, wie ich am eigenen Leib erfahren musste. Wasserdichte, knöchelhohe Schuhe sind ein Muss, klar. Dazu ist eine möglichst steife Sohle sehr von Vorteil, wenn der Weg über vereiste Stellen in Hanglage führt. Im Gegensatz zu meinem Führer, der aufmerksam jeden Schritt setzt, übersehe ich die glatte Stelle, über die wir gehen müssen, weil eine Schneewehe den Weg unpassierbar gemacht hat. Prompt verliere ich den Halt und gerate ins Rutschen. Zum Glück habe ich noch die Stöcke, die ich instinktiv in das Eis ramme. So verhindere ich gerade noch, zehn Meter weiter unten in einem Bachlauf zu landen. <br /><br />Hinterher erfahre ich, dass es ratsam ist, an solchen Stellen die Schuhsohlen kräftig in das Eis zu stemmen, was am besten mit möglichst harten Sohlen funktioniert. Glatte Passagen begegnen einem immer wieder bei einer Winterwanderung und können zu einigem Kopfzerbrechen führen. Glücklicher-weise bleibt dies unsere einzige Eisquerung an diesem Tag. <br /><br />Kurz darauf erreichen wir den Bergkamm und folgen  ihm bis zu einer Sennhütte. Recht kühl bläst hier oben der Wind, so dass wir im Innern der 1937 erbauten Hütte unsere Rast einlegen. Die Decke aus Schaffell liegt da, als ob der Schäfer nur kurz hinaus gegangen wäre. Die kärgliche Hütte bietet wohl auch im Sommer nur den allernötigsten Schutz vor den Wetterunbilden. Kein Wunder, dass man sich mit einem Schluck aus der Bierflasche Ablenkung verschafft, von denen noch einige herumliegen. <br /><br /><strong>Sieben Kilometer in vier Stunden</strong><br /><br />Nach der kurzen Pause machen wir uns an den Abstieg. Vorher genießen wir noch einmal den Rundblick. Östlich liegt der Götzenberg/Măgura Cisnădiei, hinter dem man die schroffen Felsen des Fogarascher Gebirges/Munţii Făgăraş im Dunst erkennt. Südlich erheben sich die bis zu 2200 Meter hohen Gipfel des Lauterbachgebirges, im Westen erkennen wir die Spitze des Onceşti, unterhalb derer die Hohe Rinne/Păltiniş liegt, der traditionelle Ausflugsort der Hermannstädter. <br /><br />Von dort aus könne man ebenfalls eine Winterwanderung beginnen, meint Iulian. Zahlreiche Wanderwege beginnen und enden auf der Hohen Rinne. Als Ausgangsort für eine Wanderung bieten sich auch die anderen Mărginime-Dörfer an, wie Gura Râului, Sadu oder Sibiel. Sie alle bieten gute Bedingungen für vergleichsweise einfache Touren. Die Wege sind zudem relativ sicher. Abgesehen von den beschriebenen Eisquerungen muss man sich hier nicht vor Lawinenabgängen sorgen, wie es in den Fogarascher Bergen der Fall ist. <br /><br />Mit den derzeitigen Wetterbedingungen kann man noch einige Wochen die Berge im Wintergewand erleben. In diesem Winter liege außerdem ungewöhnlich viel Schnee, meint der Bergführer. Nach gut vier Stunden bzw. 7,5 Kilometern kommen wir wieder im Tal an. Die Wanderung hat zwar noch immer keinen Winterfreund aus mir gemacht, doch habe ich mich zumindest mit den durchaus schönen Seiten dieser Jahreszeit versöhnt. <br /><br /><strong>Mit oder ohne Bergführer</strong><br /><br />Wer Lust auf eine Winterwanderung hat, kann dies in der Hermannstädter Umgebung relativ problemlos tun. Voraussetzung sind vernünftige Kleidung, Gamaschen und Wander- oder Skistöcke. Eine Sonnenbrille ist empfehlenswert. Starten kann man beispielsweise in den Mărginimedörfern oder auf der Hohen Rinne. Wer die Wege nicht kennt, sollte eine Wanderkarte mitnehmen, die Wegmarkierungen sind derzeit oftmals unter Schnee begraben. <br /><br /><em>Natürlich kann man auch mit erfahrenen Führern in die Berge gehen. Kostenlose Touren bietet beispielsweise die  <link http://www.skv-sibiu.ro _blank>Hermannstädter Sektion des Siebenbürgischen Karpatenvereins</link>. Individuelle Touren bieten in Hermannstadt beispielsweise private <link http://www.mountainguide-sibiu.ro _blank>Bergführer wie Iulian Pănescu an</link>.</em>]]></content:encoded>
			<category>Tourismus</category>
			<category>Startseite</category>
			<category>TopNews</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 05:20:00 +0400</pubDate>
			
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			<title>Eine der beliebtesten Schnee-Adressen</title>
			<link>http://www.adz.ro/tourismus/artikel-tourismus/artikel/eine-der-beliebtesten-schnee-adressen/</link>
			<description>Hat man kurz vor Neujahr Bekannte oder Freunde gefragt, welches Skigebiet sie diesen Winter...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Hat man kurz vor Neujahr Bekannte oder Freunde gefragt, welches Skigebiet sie diesen Winter unbedingt besuchen wollen, so fiel prompt die Antwort: Rânca. Das Wintersportgebiet im Verwaltungskreis Gorj ist in dieser Saison eines der beliebtesten Reiseziele der jungen Bürger Rumäniens von überall her und toppt sogar Straja im Verwaltungskreis Hunedoara, bis vergangene Saison der Ort für den Jugendspaß schlechthin. Mehr als 5000 Touristen feierten Silvester in Rânca. Über einen Meter misst die Schneedecke dort zurzeit und ist ideal fürs genussvolle Dahingleiten auf Skiern oder Snowboards.<br /><br />Der Winterkurort Rânca liegt in 1600-1800 Metern Seehöhe, nahezu 18 Kilometer von der Kleinstadt Novaci entfernt, ein ehemals durch Wanderweidewirtschaft gekennzeichneter Herkunftsort von Schafhirten an der Nationalstraße DN 67 C Novaci-Şugag (die neue Transalpina). Eine moderne Straße führt in Serpentinen bergauf. Links und rechts am Straßenrand erheben sich imposante Buchen und nackte Felsen. Rutschgefahr ist ausgeschlossen, denn der Schnee wird – sobald er sich gesetzt hat – schnell von der Straße geräumt. Den Touristen müssen ideale Bedingungen geboten werden, und das wissen die Einwohner von Rânca, die hier ihre Pensionen und Hotels betreiben.<br /><br /><strong>Ein noch junges Skigebiet</strong><br /><br />Bis vor 1989 gab es in Rânca nur drei Berghütten, die dem Kreis-Tourismus-Unternehmen OJT Gorj, der Universität in Craiova und der Grubengewerkschaft aus dem Braunkohlenpott Olteniens gehörten. Nach der Wende begann sich die Gegend touristisch zu entwickeln. Viele Ortsansässige pachteten Grundstücke und bauten Häuser, die sie dann an Touristen vermieteten. <br /><br />Von Oktober bis Mai können sich Wintersportliebhaber in Rânca vergnügen, doch auch während des übrigen Jahres bietet der Ort zahlreiche natürliche Sehenswürdigkeiten. Hier können Touristen Bergwanderungen unternehmen, an der frischen Luft entspannen oder die vielen Gletscherseen in der Gegend besuchen. Auch Bergsteiger kommen  auf ihre Kosten, denn vom Luftkurort am südlichen Hang des Parâng aus kann man leicht zu den Gipfeln des Massivs wandern.<br /><br />Bereits Anfang November 2011 hat der Winter in Rânca Einzug gehalten. Nun ist die Ski- und Snowboardsaison in voller Blüte und die Berghütten sind zum Großteil ausgebucht.<br /><br /><strong>Skispaß auf drei Pisten</strong><br /><br />Mehr als hundert Wintersportliebhaber tummeln sich auf der sogenannten Anfängerpiste im Corneşu-Gebirge. Die Sonne bräunt ihre Gesichter, doch die Kälte dringt denen, die gerade eine Pause eingelegt haben, bis auf die Knochen. Draußen sind  minus 15 Grad Celsius. <br /><br />Beim Skilift hat sich eine Schlange gebildet. Auf Anfänger zu warten ist um die Mittagszeit nicht möglich. Wer sich nicht am Skilift festhalten kann, der fällt eben raus und die anderen fahren weiter. „An diesen Tagen ist es für Anfänger nicht möglich, sich langsam an den Skilift zu gewöhnen, denn er funktioniert mit Höchstgeschwindigkeit“, erklärt ein Skilehrer der jungen Frau, die sich auf ihrem Snowboard hinaufziehen lassen möchte und die richtigen Bewegungen noch nicht drauf hat. Knapp über 600 Meter misst die Anfängerpiste, mit einem Niveauunterschied von 92 Metern. <br /><br />Tausend Skifahrer können pro Stunde mit dem Skilift befördert werden und trotzdem herrscht oft Gedränge an der Startrampe. Diese Piste ist mit Flutlicht versehen, sodass der Skispaß auch nachts nicht zu Ende kommt. Für gute Unterhaltung in der Nacht sorgt auch die Disko unweit der M1-Piste.<br /><br />Auf die etwas steilere Piste M2 kann man über die Anfängerpiste gelangen. Dafür muss man jedoch erst einmal die Bergspitze erreichen. Die Piste von mittelmäßigem Schwierigkeitsgrad misst 500 Meter bei einem Niveauunterschied von 116 Metern. 559 Skifahrer können pro Stunde mit dem Skilift befördert werden. „Ich finde diese Piste anspruchsvoller. Man ist zwar ziemlich schnell unten, doch man muss steiler fahren, was ich gut finde“, sagt Paul Gribincea (27), der zum ersten Mal in Rânca Ski fährt.<br /><br />Seit diesem Jahr ist auch die Skipiste Rânca 1, die mit Sessellift versehen ist, in Betrieb. Sie misst 860 Meter bei einem Niveauunterschied von 240 Metern. Eine Fahrt mit dem Sessellift kostet 8 Lei, wobei dieser etwa 2000 Wintersportliebhaber pro Stunde befördern kann.<br /><br /><strong>Preise für jeden Geldbeutel</strong><br /><br />Rânca ist der Skiort für die Jugend schlechthin. Die zahlreichen Restaurants entlang der Anfängerpiste warten auf die hungrigen Sportler. 9 Lei kostet hier eine heiße Kuttelsuppe – für ein alkoholfreies Getränk müssen Gäste 5 bis 7 Lei bezahlen.<br /><br />Nach Rânca für einen Tag zu fahren lohnt sich nur für die Einwohner von Baia de Fier, Petroschen/Petroşani oder Râmnicu Vâlcea. Sonst liegen die Städte und Ortschaften weiter als 100 Kilometer entfernt. Die meisten Touristen übernachten in Rânca, wo es zahlreiche Pensionen und auch einige Hotels gibt. Die Preise für ein Doppelzimmer im Hotel beginnen bei 100 Lei und können 180 Lei erreichen, Frühstück eingeschlossen. Pensionen und Privathäuser vermieten ebenfalls an Touristen. Die Preise für eine Übernachtung im Mehrbettzimmer beginnen bei 30 Lei, wenn die gesamte Immobilie angemietet wird. Für Frühstück und Mittagessen müssen die Gäste selbst aufkommen. <br /><br />Wer keine eigene Skiausrüstung besitzt, kann sie vor Ort ausleihen. Das gesamte Ski-Equipment kostet 25 Lei/Tag, Snowboarder müssen dafür 30 Lei aus der Tasche ziehen. Wer sich nicht auf die Skier wagt, der kann Quads und Snowmobile ausleihen. 80 bis 100 Lei kostet eine Stunde Quad-Fahren, das Snowmobil kann gegen 150 Lei pro Stunde ausgeliehen werden. Allerdings muss beim Snowmobil immer ein Verantwortlicher dabei sein.<br /><br /><strong>Ausflüge in die Region</strong><br /><br />Der Winterkurort Rânca hat jedoch mehr als nur gute Wintersportmöglichkeiten zu bieten. Von hier aus kann man zum Beispiel zum Gâlcescu-See oder in die Gilort-Klamm gelangen. Der Gletschersee Gâlcescu (auch: Câlcescu) im Parâng-Gebirge befindet sich in einem Naturreservat. Die Gilort-Klamm ist vor allem im Frühling einen Ausflug wert. Der Gilort-Fluss entspringt unter dem Gipfel Parângul Mare (2519 Meter) und schlängelt sich mit Stromschnellen und Wasserfällen bergab. <br /><br />Besonders sehenswert ist auch die Weiberhöhle (Peştera Muierilor) am Südhang des Parâng-Gebirges. Diese hat eine Länge von 3600 Metern und verfügt über interessante speläologische Formationen. Hier gibt es unter anderen auch die sogenannte „Bärengalerie“, in der Bärenskelette (vom Höhlenbären Ursus Spelaeus) gefunden wurden. <br /><br />Das Wintersportgebiet Rânca ist das ganze Jahr über einen Besuch wert. Wer sich jedoch in der kalten Jahreszeit hierher wagt, der darf die Schneeketten nicht zu Hause vergessen. Die Verkehrspolizei wartet unmittelbar nach Novaci auf all jene, die die Nationalstraße DN 67C nach Rânca befahren wollen. Fahrtsicherheitskontrolle ist angesagt.]]></content:encoded>
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			<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 06:04:00 +0400</pubDate>
			
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			<title>„Echt. Stark. Oberfranken.“</title>
			<link>http://www.adz.ro/tourismus/artikel-tourismus/artikel/echt-stark-oberfranken/</link>
			<description>Hört der Nichtbayer, ganz unabhängig davon ob deutsch oder nicht, das Wort „Bayern“ denkt er sofort...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Hört der Nichtbayer, ganz unabhängig davon ob deutsch oder nicht, das Wort „Bayern“ denkt er sofort an München, Wiesn, Lederhosn und alpine Bergpanoramen. Dabei streckt der Altbayer (also der im Süden wohnende Bajuware) die Brust raus und rückt stolz seine Tracht zurecht. Der Oberfranke dagegen zuckt nur mit den Schultern. Soll ihm doch egal sein, dass der Rest der Welt nicht all zu oft an ihn denkt, dann hat er wenigstens seine Ruh. <br /><br />Sein hochnäsiger Nachbar im Süden, der mit seiner Bierkultur wirbt, interessiert ihn nicht besonders. Schließlich weiß der Oberfranke auch ohne Prahlerei, dass die wahre Bierregion Bayerns im Norden liegt. Oberfranken ist nämlich tatsächlich weltweit die Region mit der höchsten Brauereiendichte.<br />Oberfranken bildet zusammen mit dem südlicheren Mittelfranken und dem westlichen Unterfranken den Norden des Freistaats. <br /><br />Die kleine Fehde zwischen Altbayern und Franken existiert schon so lange, dass den genauen Grund für die Sticheleien keiner mehr so recht kennt. Allerdings beweist sie den Stolz der Franken für ihre Region und ihre Kultur, der nicht von ungefähr kommt:<br /><br />Oberfranken bietet neben den zahlreichen kleinen Brauereien und urigen Gaststuben kulturell wertvolle Kleinstädte, atemberaubende Landschaften und vor allem Menschen, die Gemütlichkeit und Genuss hoch schätzen. <br />„Es gibt so etwas wie ein Oberfranken-Gen, das Heimatverbundenheit bewirkt. Ich mag diese Liebenswürdigkeit und den Charme der Menschen. Oberfranken ist ein Gegenentwurf zur Hektik der Großstädte und es lässt sich hier gut leben“, beschreibt Detlev Schmidt von der Regionalentwicklungsagentur in Bayreuth die Oberfranken.Die folgende kleine Rundreise gibt Einblick in die Kultur und die Spezialitäten des Landes.<br /><br /><strong>Bayreuth - mehr als nur Richard Wagner</strong><br /><br />Die Hauptstadt Oberfrankens, Bayreuth, vor allem bekannt durch ihren berühmten Sohn, Richard Wagner, und die von ihm gegründeten Festspiele im Sommer, ist geprägt durch Markgräfin Wilhelmine, die im 18. Jahrhundert nach Bayreuth verheiratet wurde und die Provinz nach dem Vorbild anderer absolutistischer Herrschaftshäuser zu einer modernen Kulturhochburg umgestalten wollte. Dabei sind sehenswerte Gebäude und Parks im späten Barockstil entstanden. <br /><br />Besonders das Opernhaus zu Bayreuth, nicht zu verwechseln mit dem Festspielhaus, das sich als UNESCO-Weltkulturerbe beworben hat, lädt zu einer Erkundungstour ins absolutistische Europa des 18. Jahrhunderts ein. Wer es weniger dick aufgetragen mag, dem sei ein Besuch in Wilhelmines Parkrefugium am Rande Bayreuths, der Eremitage, ans Herz gelegt. Als Spielwiese der Adligen geplant, konnte hier das einfache Leben eines Eremiten nachempfunden werden.<br /><br />Bei einem Bummel durch die neu renovierte Fußgängerzone der Stadt ist der Besuch einer der vielen Bratwurstbuden ein Muss. Die traditionelle Bayreuther Bratwurst, die „Baraida Brodworscht“ wird mit einer frischen Scheibe Brot, Sauerkraut und Senf gegessen. <br /><br />Wer lieber gemütlich einkehren möchte, statt in der Kälte zu stehen, dem sei die Bauernschenke der Seulbitzer Metzgerei in Bayreuths gleichnamigem Ortsteil ans Herz gelegt. Wirt Willi serviert zünftige kalte Brotzeitplatten aus der hauseigenen Metzgerei, sowie täglich ein warmes Gericht. Dazu schmeckt eine Halbe Maisel’s Weiße, der Bierexportschlager der Stadt. Besonders schön an der Bauernschenke: Touristen verlaufen sich nur selten hierher, hier treffen sich die Einheimischen und man kann noch richtige fränkische Wirtshauskultur zu günstigen Preisen erleben.<br /><br /><strong>Bamberg – südländisches Flair mit Rauchbier</strong><br /><br />Neben Bayreuth ist selbstverständlich Bamberg ein Muss für jeden Oberfrankenbesucher. Während sich das Markgräfliche Opernhaus zu Bayreuth noch bewirbt, ist Bambergs Altstadt seit 1993 bereits UNESCO-Weltkulturerbe. Dem Nebel ist es angeblich zu verdanken, dass die Stadt bei den Bombenangriffen Ende des Zweiten Weltkriegs verschont blieb, während der Nachbar Bayreuth gleich zweimal angegriffen wurde. Durch diesen glücklichen Zufall blieb die einmalige frühmittelalterliche Stadtstruktur erhalten. <br /><br />Wie Rom wurde Bamberg auf sieben Hügeln gebaut; das sorgt für einige wunderbare Aussichtspunkte über die mehr als 2000 Einzeldenkmäler, wie das Alte Rathaus auf der Regnitzinsel. Auch nennt man die ehemalige Fischersiedlung an der Regnitz nördlich der Oberen Brücke „Klein Venedig“. Bamberg wird so zur Stadt mit deutscher Baukunst und südländischem Flair.<br />Traditionell wird hier Rauchbier getrunken, das weltweit fast ausschließlich in Bamberg hergestellt wird. <br /><br />Den eigenwilligen Geschmack, der an geräuchertes Fleisch erinnert, erhält der Gerstensaft vom geräucherten Malz, das beim Brauen verwendet wird. Angeblich braucht es drei „Seidla“ (Halbliterkrüge) um sich an den Geschmack zu gewöhnen, danach verfällt man der Sucht. Wer es ausprobieren möchte, ist im „Schlenkerla“ in der Dominikanerstraße an der richtigen Adresse. Zum Bier passt „Schäufla mit Klos“, wie der Schweinebraten von der Schulter hier heißt.<br /><br /><strong>Für Gipfelstürmer und Höhlenforscher</strong> <br /><br />Besonders bekannt ist die Fränkische Schweiz, das Gebiet zwischen Nürnberg, Bamberg und Bayreuth, für seine atemberaubenden Felsformationen, die vor allem Kletterer aus der ganzen Welt anlocken und der Landschaft den Namen beschert haben. Auch wenn das Hochkraxeln von Felswänden im Winter eher schwer möglich ist, lohnt sich eine Wanderung durch die „Fränkische“stets. <br />Auch im Winter möglich ist dagegen ein Besuch in der Pottensteiner Teufelshöhle, die größte Tropfsteinhöhle der Fränkischen Schweiz. Bei einer der drei Führungen am Tag kann man eindrucksvolle Stalaktiten- und Stalagmitengebilde und riesige Felshallen in stimmungsvoller Beleuchtung bewundern.<br /><br />Zum Einkehren nach einem spannenden Tag empfiehlt sich das Gasthaus von Heldbräu in Waischenfeld, etwa 10 Kilometer nördlich von Pottenstein. Heldbräu ist eine der vielgelobten kleinen Traditionsbrauereien des Oberfrankenlands. Serviert wird, was der durchschnittliche Biergenießer wünscht: Helles, Dunkles, Pils und Weißbier. Ein besonderer Genuss ist das extra zur Fastenzeit vor Ostern vom Hausherrn Helmut Polster gebraute Bockbier, also ein Starkbier mit zumeist mehr als sechs Prozent Alkohol.<br /><br /><strong>Das Fichtelgebirge - sonnige Pisten und Kräuterschnaps</strong><br /><br />Westlich von Bayreuth, im Sechsämterland an der tschechischen Grenze, liegt das Fichtelgebirge. Mit Gipfeln von bis zu 1000 Metern über Normalnull bietet die Region mehrere kleine Skigebiete mit guten Schneebedingungen. Ein Vorteil gegenüber anderen bayrischen Skigebieten am Alpenrand sind die günstigen Preise. Außerdem sind die Pisten im Fichtelgebirge unbekannter und daher auch an einem sonnigem Tag Skifahren und Snowboarden ohne großes Gedrängel am Lift und auf der Piste möglich. Besonders empfehlenswert ist der Ochsenkopflift in Fleckl mit der längsten Abfahrt der Region.<br /><br />Auf der Rundreise durch die Bierregion Oberfranken bietet sich ein Ausflug auf die Kösseine an. Auf dem 939 Meter hoch gelegenen Gipfel steht seit über 100 Jahren das Kösseinehaus. Im Winter ist das urige Gasthaus, das auch Übernachtungen auf dem Berg anbietet, Anziehungspunkt für große und kleine Rodelfans. Der Wanderweg, der vorher zu Fuß bei einer einstündigen Wanderung zum Gipfel führt, bietet bergab eine spannende Schlittenabfahrt. <br /><br />Im Wirtshaus wird neben fränkischer Küche und dem passenden Bier der „Sechsämtertropfen“ als Verdauungsschnaps angeboten. Bei diesem lokalen Nationalgetränk handelt es sich um einen Kräuterlikör aus verschiedenen Heilpflanzen und Beeren, der laut Slogan  „wohl tut“. Außerdem schwört die Sitznachbarin am Tisch: „Weißt, der Sechsämtertropfen, der tut nicht nur beim Trinken wohl, auch am nächsten Tag. Da kannst trinken sovielst willst, ich hab noch nie an Kater ghabt davon“. Also Prost!<br /><br />Wer nach soviel Natur, Kultur und Wirtshaustradition noch nicht müde geworden ist, kann zu einem Besuch ins deutsche Porzellanmuseum nach Selb aufbrechen oder in einer der vielen Thermen Oberfrankens entspannen. Was es sonst noch alles zu erleben gibt, kann man nachlesen unter: <link http://www.oberfranken.bayern-online.de _blank>www.oberfranken.bayern-online.de</link>. Nach weiteren Tipps zu Spezialitäten und empfehlenswerten Wirshäusern kann man auf <link http://www.genussregion-oberfranken.de _blank>www.genussregion-oberfranken.de </link>stöbern.]]></content:encoded>
			<category>Tourismus</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 05:11:00 +0400</pubDate>
			
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			<title>Routen durch das barocke Hermannstadt</title>
			<link>http://www.adz.ro/tourismus/artikel-tourismus/artikel/routen-durch-das-barocke-hermannstadt/</link>
			<description>Hermannstadt/Sibiu ist immer und für jeden ein Besuch wert. Neuerdings kann, wer mag, die Stadt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Hermannstadt/Sibiu ist immer und für jeden ein Besuch wert. Neuerdings kann, wer mag, die Stadt auch via Internet besichtigen. Anders als auf den Webseiten der meisten Ortschaften, wo wichtige Informationen für Touristen sowie Ansichten und Karten zu finden sind, bietet jene Hermannstadts neuerdings auch die Möglichkeit, per Mouseclick Besichtigungstouren zu unternehmen. Mit europäischen Mitteln wurde eine Webseite eingerichtet, die für das barocke Hermannstadt wirbt (<link http://www.baroc.sibiu.ro _blank>www.baroc.sibiu.ro</link>). <br /><br />Unter anderem sind sieben Routen für Spaziergänger vorgeschlagen und mit zahlreichen historischen Daten, Karten und Fotos gespickt. Drei dieser Touren scheinen auf den ersten Blick banal: Sie führen durch das Brukenthal- und das Astra-Museum sowie den Ratsturm. Wer sich von diesem Eindruck verleiten, lässt liegt falsch. <br /><br />Um die sechs Museen des Brukenthal-Komplexes in sieben unterschiedlichen Gebäuden in verschiedenen Stadtteilen zu besichtigen, benötigt es eines Laufzettels. Wer das Naturkunde- und das Jagdmuseum als wenig barock betrachtet und links liegen lässt, wird vom Barock in den Galerien des Brukenthalpalais und des Blauen Stadthauses am Großen Ring/Piaţa Mare, aber auch im Apothekenmuseum am Kleinen Ring/Piaţa Mică regelrecht überwältigt. <br /><br />Ein Aufstieg auf den Ratsturm lohnt insbesondere wegen der Möglichkeit, von oben auf die barocken Gebäude der Altstadt und die zahlreichen Plätze, an klaren Tagen aber auch bis weit auf die Fogarascher Berge, zu blicken. Um das Hermannstadt aus der Zeit des Barock, sowie davor und danach, besser kennenzulernen, seien jedoch insbesondere der Gang durch die Altstadt, die Route entlang der Wehranlage und der ökumenische Weg empfohlen.<br /><br /><strong>Gang durch die Altstadt</strong><br /><br />Es sind die Plätze und Plätzchen in Hermannstadt mit ihren gut erhaltenen und (meist) frisch renovierten Häuserfassaden, die Touristen aus dem In- und Ausland faszinieren. Da werden sofort Vergleiche angestellt mit Städten in anderen mitteleuropäische Staaten – und viele Westeuropäer wundern sich, dass es so weit im europäischen Osten eine so „deutsch“ aussehende Ortschaft gibt. Mancher Architekt oder Kunsthistoriker aber ist erstaunt, hier eine so gut erhaltene Bausubstanz aus mehreren vergangenen Jahrhunderten vorzufinden. <br /><br />Die Fassaden und ihre Ornamente, sowie die Portale der meisten Gebäude, sind in den letzten Jahren wieder richtig in Szene gesetzt worden (nach Ansicht einiger sogar zu sehr). Verweilen sollten Besucher am Großen Ring außer vor dem Brukenthalpalais und dem Blauen Stadthaus unbedingt vor dem Haller-Haus (selbst wenn es in die Renaissance zurückgeht), am Huetplatz sollten die Gebäude des Brukenthalgymnasiums sowie des evangelischen Stadtpfarramtes gewürdigt werden, und am Kleinen Ring das Schatzkästlein oder das sogenannte Hermes-Haus (an dem die Gotik „upgedated“ wurde ...). <br /><br />Zu empfehlen sind eine ganze Reihe weiterer Bauten auch in den Gassen, die zu den Plätzen führen. Nicht verfehlt ist, durch die Tore in die Höfe reinzugucken. Ebenso faszinierend sind die Fingerlings- und Pempflinger-Stiegen in die Unterstadt und zum Muss gehört natürlich die Lügenbrücke.  <br />Die Wehranlagen<br /><br />Am deutlichsten sind die Wehranlagen von Hermannstadt auf alten Fotos zu sehen. Die Stadt hatte  drei Verteidigungsringe und 39 (so Emil Sigerus) oder 41 (so die Webseite) Türme. Die Stadtmauern passierte man durch Tore. <br />Wer die Stiegen vom Stadtpfarramt zur Unterstadt hinuntergeht, schreitet unter dem einstigen Sagturm durch und kann linker Hand an der Pempflingerstiege Reste der einstigen ersten Ringmauer sehen. <br /><br />Ebenso deutlich sind Überbleibsel der Verteidigungsanlage in der Harteneckgasse/Str. Cetăţii bzw. an der Promenade/Bulevardul Coposu zu sehen. In erstgenannter stehen Zimmermanns-, Armbruster- und Töpferturm wohlerhalten und restauriert recht eng beeinander. An der Promenade sind außer den Resten der äußeren Stadtmauer die Haller-Bastei und der dicke Turm unverkennbar. Der dicke Turm wurde 1788 – da als Verteidungsanlage nicht mehr genutzt – zum Theater umgebaut, in ihm befindet sich heute der Konzertssaal der Philharmonie. Mittelalter-Freaks sollten die Mauerreste an der Reitschulgasse/Strada Manejului nicht verpassen, die von der Haller-Bastei Richtung Ursulinenkloster führt. <br /><br /><strong>Der ökumenische Weg</strong><br /><br />In Hermannstadt sind die Zeichen des jahrhundertelangen Beisammenlebens der unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften deutlich zu sehen. In der Ursulinenkirche hält heute die griechisch-katholische Gemeinschaft ihre Gottesdienste. Das Ursulinenkloster wurde von Dominikanern errichtet, sein barockes Antlitz erhielt das Gebäude der Kirche zu Zeiten von Kaiserin Maria Theresia. Weniger bekannt ist die unweit gelegene Fransziskanerkirche, die, wie es der Namen vermuten lässt, einst dem Franziskaner-Orden gehört hat. Einige hundert Meter entfernt von diesen katholischen Kirchen liegt die Synagoge in der Salzgasse/Str. Constituţiei. 1899 erbaut, ist sie das zweitjüngste der 12 Gotteshäuser, deren Besuch am ökumenischen Weg empfohlen wird. <br /><br />Nach der Wende zum vorigen Jahrhundert, 1902, begannen die Arbeiten an der orthodoxen Kathedrale in der Fleischergasse/Str. Mitropoliei, dem „jüngsten“ der „alten“ Gotteshäuser. Besucht werden können aber auch zwei wesentlich ältere orthodoxe Kirchen, und zwar die zwischen 1778 und 1788 gebaute Peter- und Paulskirche („Dintre brazi“) oder die „Biserica din groap²“ in der Kirchengasse/Str. Justiţiei. <br /><br />Die laut Urkunden seit 1292 existierende Spitalskirche/Biserica azilului wird heute ebenfalls von der orthodoxen Kirche genutzt. Der größte Bau ist jener der evangelischen Stadtpfarrkirche, sehr bescheiden wirkt die ebenfalls hauptsächlich von der evangelischen Gemeinde genutzte Johanniskirche. Zwischen den beiden liegt in der Fleischergasse noch die Kirche der reformierten Gemeinschaft.<br /><br />Mehr Informationen zu den verschiedenen Rundgängen und den empfohlenen Besichtigungsobjekten können Interessenten demnächst auch durch Herunterladen der Broschüren erfahren, die für jede Route vorgesehen sind und ebenfalls auf die Webseite gestellt werden. Dass die Webseite als auch die Broschüren nur in rumänischer Sprache angeboten werden, hat einen triftigen Grund: Laut Genehmigung darf die Werbung aus diesen Projektmitteln nur in dieser Sprache erfolgen. Wer sich in spezielle Bereiche von Geschichte und Kultur in Hermannstadt vertiefen möchte, muss zur klassischen Informationsweise, den Büchern, greifen. Aufgrund ihrer lassen sich zum Beispiel ein Maria-Theresia-Weg oder eine Andrei-Şaguna-Route, ein Hans-Otto-Roth-, ein Emil-Cioran- oder ein Oskar-Pastior-Weg finden und beschreiten.]]></content:encoded>
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			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 06:39:00 +0400</pubDate>
			
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			<title>Im Palast der Farben, Formen und klingenden Wände</title>
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			<content:encoded><![CDATA[Wer hätte geahnt, dass man nur 15 Kilometer von Bukarest in  eine völlig andere Welt eintauchen und das hektische Stadtleben für ein paar schöne Stunden bei Musik- und Kunstgenuss ausblenden kann? Oder bei einem Spaziergang unter jahrhundertealten Bäumen, im ausgedehnten Park des Fürsten Brâncoveanu wandeln? Wie einst Prinzessin Martha Bibescu verliebt sich auch der heutige Besucher unweigerlich beim ersten magischen Schritt durch das geschwungene, schmiedeeiserne Turmtor in die weitläufige, schmucke Palastanlage.<br /><br /> Im Sommer ziert sie ein Blumenmeer und hinter den venezianischen Fenstern und kurzen Säulen, den erhabenen Bögen zwischen schlichtem Backstein glitzert geheimnisvoll der See. Weiter darf man nicht blicken, denn das gegenüberliegende Seeufer ist mit geschmacklosen Protzbauten übersät... <br /><br />Doch selbst im Winter oder bei nasskaltem Wetter bietet das heute zum Museum umfunktionierte Schloss ein reichhaltiges Repertoire an Attraktionen. Neben wechselnden, meist zeitgenössischen Kunstausstellungen in mehreren Galerien gibt es über das ganze Jahr verteilt Konzerte, Festivals oder Workshops für Kulturbegeisterte. Aber auch das im Brâncoveanu-Stil errichtete und von venezianischen Baumeistern umgestaltete Schlösschen selbst ist ein sehenswertes architektonisches Kleinod.<br /><br /><strong>Einst Zentrum des gesellschaftlichen Lebens</strong><br /><br />1688 von Fürst Brâncoveanu erbaut, der später von den Türken entmachtet wurde und ein dramatisches Ende durch Enthauptung fand, folgten für den Palast Phasen der Zerstörung, dazwischen jedoch von ungeahnter Blüte. <br />Zuletzt befand er sich im Besitz des Prinzen George Bibescu, dessen Ehefrau Martha sich der Renovierung annahm. Unter ihrer Hand avancierte der Palast schnell zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens, wo Künstler, internationale Diplomaten, Politiker und auch die spätere Königin Maria, eine Freundin Martha Bibescus, ein und aus gingen.<br /><br /> Selbst als der Palast 1916 von der deutschen Luftwaffe bombardiert worden war, nahm Prinzessin Martha 1920 die Renovierungsarbeiten erneut auf sich, diesmal mit Hilfe venezianischer Architekten für die Innengestaltung. Alsbald stolzierten wieder Pfauen auf den dekorativen Wegen des italienischen Gartens, das gesellschaftliche Leben erwachte neu. <br /><br />Selbst 1945, als Martha Bibescu von den Kommunisten enteignet wurde, galt ihr Gedanke dem Schicksal des Palastes. Bevor sie Rumänien für immer verließ, setzte sie durch, dass das Schloss zum nationalen Kulturerbe deklariert wurde. Nur so war es möglich, das in erbärmlichem Zustand befindliche  und leergeplünderte Gebäude nach dem Fall des Kommunismus erneut in eine blühende Stätte von Kunst und Kultur zu verwandeln. Die neue Martha Bibescu, der dies trotz vieler Anfangsschwierigkeiten gelungen ist, heißt Doina Mândru. <br /><br /><strong>Im Reich von  Martha Bibescu</strong><br /><br />Stolz zeigt die Museumsdirektorin, die uns selbst durch die Palastanlage führt, auf die festliche winterliche Beleuchtung im einstigen Reich der Prinzessin. Die „Cuhnia“ – zu Zeiten Brâncoveanus eine Außenküche, heute separate Ausstellungsgalerie – zieren schlichte Kreuze, auf dem begehbaren Eingangsturm prangt unter der rumänischen Flagge eine Glocke, Die Säulen von Schloss und Restaurantkomplex säumen leuchtende Sterne und Kugeln. <br /><br />Im weitläufigen Park baumelt ein Meer an schlichtweißen „Glühwürmchen“ von knorrigen Bäumen. Dahinter die kleine Kirche, mit der Constantin Brâncoveanu sein Bauwerk begonnen hatte. Votivbilder zeigen die ganze Fürstenfamilie. Den unseligen Lenin, der lange hinter der Schlossmauer lag, hat man mittlerweile entsorgt, meint Doina Mândru und verdreht die Augen. Dann treten wir in die Hallen des zweistöckigen Museumspalastes, der täglich außer Montag von 9-17.00 Uhr besichtigt werden kann. <br /><br />Im Obergeschoss, das vor allem durch seine Marmorintarsien, geschwungene steinerne Türrahmen und einen goldenen Boden aus gläsernen venezianischen Mosaiksteinchen beeindruckt, ist standardmäßig die Ausstellung zu sehen – Teppiche, Bilder und Möbel aus der Stiftung von Dan Nasta zur Zeit der Gründung des Museums. In der unteren Etage gastiert seit letztem Oktober die Bilderausstellung „Sigma – Secvenţe şi interferenţe“.<br /><br /><strong>Naturgesetze künstlerisch interpretiert</strong><br /><br />Sie zeigt vor allem frühe Werke einer Bewegung, die sich in den 60er Jahren am Kunstlyzeum Temeswar/Timişoara formierte und in den 70ern die Ausbildung dort durch Integration des deutschen Bauhaus-Stils radikal reformierte. Die zunächst als „Gruppe 111“ bekannten Kunstrebellen restrukturierten sich 1969-1980 in der bekannten „Sigma“-Gruppe, die die Experimente der Vorgänger fortsetzte. <br /><br />Im Mittelpunkt des Interesses standen vor allem Studien, die sich an den damaligen Grenzen der Naturwissenschaft – Mathematik, Physik, Bionik und Kybernetik, Biologie und sogar Psychologie  – orientierten. Zeit, Raum und energetische Schwingung sind nur einige der Lieblingsthemen von Constantin Flondor, Ştefan Bertalan und Roman Cotoşman. Alsbald eroberten die Werke der Freidenker die Ausstellungen in ganz Europa. Gottfried Sello schreibt am 25. April 1969 über die Ausstellung „Elemente und Prinzipien“ in Nürnberg in der „Zeit“: „Zum ersten Mal sind in einer internationalen Ausstellung Künstler aus dem Osten gleichermaßen stark wie aus dem Westen. Am Ende werden die Künstler aus dem Ostblock nicht mehr wie die armen Verwandten angesehen.“<br /><br />In den Brâncoveanu-Räumen wirkungsvoll arrangiert, bestaunen wir Studien über energetische Felder (Flondor), die Fadenplastik „Kommunikation der Räume“ (Bertalan), oder die Illusion eines pulsierenden metallischen Bildes (Flondor), die tatsächlich durch geometrische Muster hinter einer geriffelten Glasplatte hervorgerufen wird. Im zweiten Raum zieht die effektvoll beleuchtete Plastik eines dreidimensionalen Metallknoten (Flondor) den Blick auf sich. Beeindruckend auch die Fotoserie „Konvex-Konkav“ vom selben Artisten, der mit dem Abdruck eines Balls in einer Mehlfläche demonstrierte, dass die Wahrnehmung der Mulde als erhabene Kugel oder als konkave Struktur nur vom Lichteinfall abhängt. <br /><br />Keine Mühe scheute Flondor in seinen „Solarogrammen“, künstlerisch inspirierten Aufzeichnungen des Schattenwurfs, den ein über zwei Berggipfel gespanntes Seil im Zuge der Veränderung des Sonnenlaufs erzeugt. Die Ausstellung wird ergänzt durch Filme aus der Zeit des Lyzeums, die zum Beispiel zeigen, wie Studenten die Geometrie der Winkel zwischen den Seifenblasenmembranen von Schaum auf einer Glasplatte vermessen. <br /><br /><strong>Variationsreiches Programm lockt auch 2012</strong><br /><br />Neben den ständig wechselnden Kunstausstellungen bietet das ehrgeizige Veranstaltungsprogramm auch 2012 zahlreiche Konzerte, Festivals, Workshops, Kurse oder Sonderführungen, sowie Spezialprogramme für Kinder. Mit Diversität und ständiger Variation des Angebots schaffte es Doina Mândru, das Museum seit seiner Gründung 2001 in ein attraktives Veranstaltungszentrum zu verwandeln, das stets unterschiedliche Besucherkreise anzieht. Der Palast in Mogo{oaia ist heute Förderplattform moderner rumänischer Artisten, aber auch Begegnungsort der internationalen Kunstszene. <br /><br />Für die folgenden Wintermonate stehen mehrere Ausstellungen auf dem Programm: <br /><br />15.1.-4.3., Palastmuseum: Ausstellung „Outdoor“ von Francisc Chiuariu. Zwölf Monate lang knipste der aus der Biennale Moskau 2011 bekannte Künstler überraschend Menschen auf der Piaţa Unirii, die er anschließend mit einer Räumlichkeit suggerierenden Technik auf Leinwand malte.<br /><br />26.2.-10.4., Galerie „Casa artelor“: Keramikausstellung „Gedächtnis der Erde, Gedächtnis der Menschheit“  von George Tiutin, von der Antike bis Art Nouveau.<br /><br />11.3.-6.5., Galerie „Cuhnia“: Ausstellung „Symbolische Geometrien von Gemälden“ von Onisim Colta, Marin Gherasim und Silvia Oraviţan.<br /><br />Folgende Musikveranstaltungen sind für die ersten drei Monate geplant: <br /><br />21.1. und 18.2., 11.00-13.00 Uhr, Palast: Musikwettbewerb „Weg zur Berühmtheit“ mit Übertragung durch Radio România, erste beiden Veranstaltungen von insgesamt elf im Laufe des Jahres, zum Thema Violine und Gitarre. Anschließend Führung durch den Palast. Gesangs- oder instrumentalbegleitete Klavierkonzerte finden jeweils um 17.00 Uhr am 12.2. (Jules Massenet, George Enescu), am 26.2. (Beethoven)und am 11.3. (Bach, Paganini etc.) und 25.3.(Beethoven)statt.<br /><br />Weitere Highlights des Jahres sind Ausstellungen wie „Porträts aus Brot“, Demonstrationen und Anleitungen zur  Kinderbuchillustration oder die „Karawane des Handwerks“, bei der den Besuchern Töpferkunst, Schmiede- und  Weberhandwerk in Form von mobilen Ateliers vorgestellt werden. Des weiteren soll 2012 ein orientalisches Musikfest stattfinden, sowie eine Neuauflage der im letzten Sommer sehr beliebten wöchentlichen Veranstaltung „Jazz und Poesie“.]]></content:encoded>
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			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 06:07:00 +0400</pubDate>
			
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			<title>Die Steinkreise der Daker in Sarmizegetusa</title>
			<link>http://www.adz.ro/tourismus/artikel-tourismus/artikel/die-steinkreise-der-daker-in-sarmizegetusa/</link>
			<description>Viele Theorien und Legenden ranken sich um die Daker, den nordischen Thrakerstamm, der bis zu der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Viele Theorien und Legenden ranken sich um die Daker, den nordischen Thrakerstamm, der bis zu der Eroberung durch die Römer im Jahre 106 große Teile des heutigen Rumäniens (Siebenbürgen, Banat, Kleine Walachei) bevölkerte. Kaum ein historisches Subjekt begeistert die heutigen Rumänen so sehr wie ihre mysteriösen Vorfahren, von denen keiner weiß, wohin sie so spurlos verschwunden sind.  Wenn sie es denn taten, weil  die vor allem in der Ceauşescu-Zeit beliebte Kontinuitätstheorie behauptet das Gegenteil... Tatsächlich gehörte es nicht zur Strategie der Römer, unterworfene Völker zu vertreiben. Wo aber sind die Daker dann geblieben? Schwer vorstellbar, dass sie sich mit den Römern fröhlich vermengten und die Sprösslinge mit ihren dakischen Müttern urplötzlich flächendeckend Lateinisch plapperten, woraus sich die heutige rumänische Sprache entwickelt haben soll.  Oder waren die Wurzeln des Rumänischen schon vorher da? Sprechen wir heute, von späteren slawischen Einflüssen abgesehen, eigentlich „dakisch“? <br /><br />Der Historiker Nicolae Densuşianu  vertrat in seinem 1913 erschienenen, über 1000 Seiten starken Werk „Dacia preistorică“ die allerdings umstrittene Theorie,  dass die Wiege der europäischen Zivilisation im heutigen Rumänien lag und die Dakersprache mit einer Form von Vulgärlatein identisch sei, die  schon vor dem Einfall der Römer in diesem Raum existiert haben soll. In Rom zunächst ebenfalls verbreitet, wurde Vulgärlatein dort später von den Adeligen verpönt beziehungsweise zu einer „edleren“  Sprache weiterentwickelt, die wir heute als Latein kennen. Doch das Rätsel  um die Dakersprache wird sich so schnell wohl nicht lösen lassen. Obwohl eine derartige Hochkultur ohne Schrift kaum vorstellbar ist, gehörte es zumindest nicht zu den Gewohnheiten der Daker, Schriftstücke in Stein zu verewigen. Angeblich sollen sie für ihre Amtskorrespondenz Baumschwämme  verwendet haben. So finden wir – mit Ausnahme eines mysteriösen „C“-Zeichens, das in den Dakerfestungen gelegentlich auftaucht und vielleicht nur eine Markierung zur Positionierung darstellt – auch in den Steinkreisen von Sarmizegetusa Regia nicht die klitzekleinste Inschrift...<br /><br /><strong>Mysteriöse Steinkreise</strong> <br /><br />Faszinierend ist auch die Tatsache, dass der Gürtel der megalithischen Steinkreise – wie etwa die in Schottland und England gelegenen, 3000-2500 vor Christus entstandenen Kalendarien von Callanish, Stonehenge und Konsorten – sich gen Osten hin bis ins Dakerreich fortsetzten. Die Steinkreise von Sarmizegetusa Regia, Heiligtum in der Verteidigungsfestung der gleichnamigen dakischen Hauptstadt und heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, wurden als präzises Mondkalendarium identifiziert.<br /><br />Einzigartig für die Bauweise der Daker und daher nur in dieser Region  anzutreffen ist  der „murus dacicus“, eine Steinmauer mit präzise behauenen Quadern, die viereckige Löcher aufweisen . In diese steckte man massive Querbalken für  hölzerne Plattformen. Für private Häuser war hingegen Holz das bevorzugte Baumaterial. Nur die Villen der Adligen hatten steinerne Fundamente und einen Balkon zur Beaufsichtigung der Untertanen. Interessant, dass sich exakt der Stil dieser Dakerhäuser bis heute in einigen Regionen der Maramuresch und in Haţeg bewahrt hat. Erwähnenswert neben Sarmizegetusa Regia sind die Dakerfestungen Costeşti-Cetăţuie, Costeşti-Blidaru, Luncăni-Piatra Roşie, Băniţa und Căpâlna, die alle zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. <br /><br /><strong>Aufbruch nach Sarmizegetusa</strong><br /><br />Sarmizegetusa Regia sollte man nicht mit der zwischen Haţeg und Karansebesch/Caransebeş liegenden römischen Siedlung Sarmizegetusa Ulpia Traiana verwechseln, was leicht geschieht, denn auf einigen Karten sind beide Orte nur als Sarmizegetusa erwähnt. Von Hermannstadt/Sibiu kommend fährt man westlich in Richtung Deva und biegt bei Broos/Oraştie links nach Cetăţuia ab. Die Festung und die Steinkreise von Sarmizegetusa Regia liegen auf einem bewaldeten Plateau, ganz in der Nähe des  Muntele Batrâna,wo die Daker einst eine Eisenmine betrieben. Durch idyllische Dörfer und Landschaft fahren wir bis zwei Kilometer vor die Anlage, wo die unasphaltierte Straße von immer mehr Felsblöcken und Stufen  durchsetzt ist. Wer keinen Geländewagen hat, sollte ab hier einen Fußmarsch vorziehen. <br /><br /><strong>Blutrinne, Steinscheiben und Säulenstümpfe</strong><br /><br />Hoch auf dem Plateau treten wir zwischen riesigen Buchen in den steinernen Ring der Festung. Hier und dort erinnert ein Stück „murus dacicus“ daran, dass wir uns in der größten Anlage befinden, die der von einigen Experten auf 10.000 Jahre geschätzten, alten Kultur der Daker entsprang. Sie wurde in 1200 Metern Höhe auf fünf Terrassen angelegt, nahm eine Fläche von 30.000 Quadratmetern ein und wurde von einem System aus drei Meter dicken und vier bis fünf Meter hohen Steinmauern geschützt. Der  eisige Wind fährt in die trockenen Blätter und wirbelt sie über eine Straße aus gepflasterten Steinen, welche die Römer hier später angelegt hatten. Nach einem kurzen Waldstück treten wir auf eine Lichtung mit atemberaubendem Blick auf die umliegenden Berge. Zu unseren Füßen erstrecken sich die Überreste der steinernen Heiligtümer auf dem flachen, grasbedeckten Plateau. Ins Auge springen der große und der kleine Steinkreis, die Sonnenscheibe aus Andesit und die Säulenstümpfe der rechteckigen Sanktuarien. Von der Sonnenscheibe führt ein meterlanger Abflusskanal zum kleineren der rechteckigen Heiligtümer hin. Wieviel Opferblut für Zamolxe mag hier  geflossen sein? Säulenstümpfe und Steinscheiben von ca. einem Meter Durchmesser liegen wie überdimensionale Tabletten im Gras verstreut herum. Ein klirrendblauer Himmel mit zerrissenen Wolkenfetzen  treibt uns  Schauer über den Rücken. Oder ist es die immer noch spürbare Energie dieses einst so heiligen Ortes?<br /><br /><strong>Gigantische Festungsanlage</strong><br /><br />Eine Informationstafel verrät, dass sich innerhalb der Festungsmauern auch eine Siedlung mit Wohnungen, Werkstätten, Geschäften, Wasserreservoirs und Lagern befand. Die Zivilbürger der Hauptstadt wohnten jedoch neben der Festung auf Terrassen am Fuße des Berges, von denen einige von bis zu 14 Meter hohen Steinmauern gestützt wurden. Die Adligen hatten sogar fließendes Wasser in ihren Wohnungen, welches in Keramikrohren geleitet wurde. Die Straßen waren gepflastert, steinerne Rinnen  und Dränagekanäle zogen sich durch die ganze Stadt. Archäologische Untersuchungen bescheinigen der Gesellschaft in Sarmizegetusa einen hohen Lebensstandard. Nur die einfache Dakerbevölkerung wohnte in primitiven, flachen Holzbauten, die vorwiegend als Schlaflager dienten. Tagsüber hielt man sich im Freien auf.<br /><br />Die Realisierung der Steinkonstruktionen in der Festung bedeutete einen enormen Aufwand. Obwohl es in der unmittelbaren  Umgebung keine geeigneten Steine gab, war die Hauptstadt von Hunderten weiteren Festungen umgeben, die sich über 5000 Quadratmeter ins Land erstreckten. Die Daker bauten in Höhen bis zu 2050 Metern. „Sie ummauern sogar ihre Berge“, notierte ein zeitgenössischer Geschichtsschreiber.  Auf allen Gipfeln fand man behauene Steine, teils bis zu 3 Tonnen schwer. Der Transport solcher Megalithblöcke bleibt bis heute rätselhaft. Doch die Daker waren nicht nur großartige Baumeister, sondern auch gute Techniker, Eisenschmiede, Mathematiker und Astronomen.<br /><br /><strong>Astronomische Zeitmesser</strong> <br /><br />Das Sanktuarium der Daker besteht aus einem großen Steinkreis von 29,40 Metern Durchmesser, als heiliger Kalender bekannt. Er gliedert sich in eine Apsis mit NNW-SSE Ausrichtung mit zwei sie umgebenden, kreisförmigen Anlagen. Der Eingang der Apsis wird durch zwei Kalksteinsäulen markiert. Im Inneren definieren vier später hinzugefügte Holzpfeiler den Altar. Die Kreise um die Apsis bestehen aus je 84 und 210 kleinen Pylonen aus Andesit.<br /><br />Zehn rechteckige Sanktuarien mit Säulen aus Kalkstein und Holz (nachgebildet), ein kleinerer Steinkreis und die Sonnenscheibe mit ihren noch erkennbaren Strahlenarmen komplettieren die Anlage des Kultortes. Der Historiker Vasile Dragomir behauptet, das Heiligtum von Sarmizegetusa könne an Präzision mit dem Kalender von Stonehenge durchaus konkurrieren.  Ähnlich wie die alten Ägypter katalogisierten auch die Daker den Sternenhimmel auf der Basis von Stundenmaßen. <br /><br /><strong>Das Ende von Decebal</strong><br /><br />In den Jahren 101-102 und 105-106 führte der römische Kaiser Trajan zwei Feldzüge gegen Dakerkönig Decebal und besiegte die Daker schließlich. Die Hauptstadt Sarmizegetusa wurde erobert, in Brand gesetzt und weitgehend zerstört. Heute erinnert die gigantische Trajanssäule, die 113 in Rom errichtet wurde und eines der bedeutendsten römischen Kunstwerke darstellt, an das tragische Ereignis. Eine Nachbildung der Säule  befindet sich im Nationalen Museum für Geschichte in Bukarest. Die Tragik der Niederlage reflektiert sich  in kleinsten Details – etwa  einer Szene, in der ein römischer Soldat einer Dakerprinzessin dreist ans Gesäß fasst... Decebal selbst hat die Erniedrigungen nicht miterlebt. Um der römischen Gefangenschaft zu entgehen, nahm er sich unweit von der Festung Căpâlna das Leben. Sein Kopf reiste als Siegesbeweis nach Rom...<br /><br /><strong>Und keine Schriftzeichen...</strong><br /><br />Im Umfeld der Festung von Sarmizegetusa wurden Goldmünzen, Kalksteinblöcke mit griechischen Buchstaben und ein riesiges Kultgefäß mit lateinischem Stempel  „Decebalvs per Scorilo“ (Decebal Sohn von Scorilo) gefunden. Letzteres nährt  Spekulationen über die dakisch-vulgärlateinische Herkunft der rumänischen Sprache, zumal das Gefäß aus der Zeit vor der römischen Eroberung stammen soll! Andererseits gab es außenpolitische Beziehungen, die wohl auch Fremdsprachenkenntnisse erforderten.  Ansonsten gehörte es nicht zur Gewohnheit der Daker, Steinwände, Gebrauchs- oder Kunstgegenstände zu beschriften. So trotzen nur ihre steinernen Monumente als stumme Zeitzeugen den Siegen und den Niederlagen, den Kulturen, die da kommen und wieder untergehen, als wortloser Gruß aus der Vergangenheit...]]></content:encoded>
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			<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 09:00:00 +0400</pubDate>
			
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