Tourismus

Auf den Schwingen des blauen Vogels

Sonntag, 19. November 2017

„Mit Gottes Hilfe wurde dieses Tor errichtet” steht dort eingekerbt, auf Ungarisch, gefolgt von Namen und Datum. Ringsum geschnitzte Ornamente oder naive Malereien in den Farben Blau, Grün, Rot und Weiß: Blumengirlanden, Blätterdickicht; Tulpen, Sonne und Mond – die typischen Szeklersymbole. Trotzdem könnte man beim Anblick der geschnitzten hölzernen Tore mit Wagen-Einfahrt und separatem Fußgänger-Türchen glauben, man sei in der Maramuresch...

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Hut ab vor diesem Museum!

Sonntag, 12. November 2017

Lajos tritt in die Pedale und lacht. Schaut auf, und das Rattern der fußbetriebenen Nähmaschine hält inne: „Meine Großmutter sagte immer, als ich klein war: Pass gut auf, welchen Hut der Mensch trägt, der dir auf der Straße entgegen kommt. Wenn die Krempe nach oben gebogen ist, musst du ihn Respekt gebührend grüßen. Wenn sie nach unten zeigt, dann kannst du ihn duzen und einfach ‘Servus’ sagen!” Mit Hüten kennt er sich aus - und auch mit dem...

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„Gesta Hungarorum“ im Freilichtmuseum von Ópusztaszer

Sonntag, 05. November 2017

Leben Sie in Westrumänien? In Sathmar/Satu Mare, Großwardein/Oradea, Arad oder Temeswar/Timişoara? Wenn ja, dann geben Sie es zu: Sie waren sicherlich einige Male in Ungarn, bis spät in die 2000er Jahre auf Einkaufstouren, in Debrecen, Szeged, Makó, Gyula oder Békéscsaba. In den jüngsten Jahren dann einfach ins Freibad, denn jede ungarische Kleinstadt zwischen Nyíregyháza und Szeged hat ausgiebig und klug in Frei- und Thermalbäder investiert,...

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Klöster, tiefe Wälder und die letzte Waldbahn der Karpaten

Sonntag, 29. Oktober 2017

Chişinău, Hauptstadt der Republik Moldau – nicht gerade ein typisches Urlaubsziel, aber doch ein idealer Ausgangspunkt für eine Reise durch die faszinierenden Kulturlandschaften der Moldau, der Bukowina und der Maramuresch. Von Berlin ist Chişinău im Direktflug in nur zwei Stunden zu erreichen und bietet gute Hotels, die ansonsten in Moldawien noch eher selten sind. Von Chişinău führte uns ein Tagesausflug zum historisch-archäologischen Komplex...

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Im Reich des Sternenprinzen Csaba

Sonntag, 22. Oktober 2017

Links die gelbe Sonne, rechts der blaue Mond. Darunter Berge, Wald, sanfte grüne Hügel. Auf einmal zerreisst ein fürchterliches Brausen die Luft! Ein Schwert wirbelt um die Feuerkrone, die das Gesicht des wilden Reiters umgibt. Sein Gewand scheint aus Sternenseide, sein Pferd ein schnaubender Thron, geschmückt mit roten Quasten, güldenen Glöckchen und Fahnen. So stellen sich die Szekler ihren mythischen Beschützer vor, den Prinzen Csaba,...

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Auf der Suche nach dem großen Meister: zu Hause bei Constantin Brâncuşi

Sonntag, 15. Oktober 2017

„Früher kamen immer viele Schulklassen, auch Familien mit Kindern und manchmal auch Seniorengruppen und ein paar wenige Ausländer, doch in diesem Jahr kann ich mir nicht vorstellen, warum die Leute nicht mehr kommen. Sie bleiben vor der Pforte stehen, schauen sich das winzig kleine, hölzerne Haus an, knipsen schnell ein Selfie vor dem Zaun und hauen ab“, sagt die dunkelhaarige, spindeldürre Frau, auf die 50 zugehend, und beginnt sofort zu...

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Der Alte Südfriedhof und seine Besucher

Sonntag, 08. Oktober 2017

Früher Vormittag, eine Kehrmaschine brummt und schnauft, ein Friedhofsgärtner sammelt mit einer Zange den Müll ein. Kurz verschwindet seine grüne Uniform hinter der üppigen Vegetation, zurück kommt er mit einem Arm voller bunter Verpackungen und einer leeren Flasche Sekt... Ein paar Schritte weiter trinkt ein Passant seinen Kalinka Kefir, den Blick an einen Grabstein geheftet. Er hat gerade gefrühstückt, mit der anderen Hand zerknüllt er eine...

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Durch ein kleines Land mit großen Denkmälern

Freitag, 29. September 2017

Kaum nimmt er die Ausweise entgegen, schon brüllt der gelangweilte Grenzbeamte ein auf dem ganzen Balkan verständliches „Haide, haide“ und winkt uns durch. Eine halbe Stunde beträgt die Wartezeit am serbisch-mazedonischen Grenzübergang Preševo–Tabanovce, von der Unfreundlichkeit der mazedonischen Grenzpolizei, auf die man zu Hause hingewiesen wurde, ist nichts zu spüren. Auf der serbischen Autobahn A1 fahren fast nur Autos mit deutschem,...

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