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Aktiv- und Kreativurlaub mit Kindern – die Alternative zum All-inclusive-Paket

Montag, 23. April 2018

Kletterkurse und geführte Touren gibt es für Anfänger und Fortgeschrittene im Apuseni-Gebirge.
Foto: pensiuneagradia.ro

Kreativ-Camp für die ganze Familie: Warum nicht mal ein neues Hobby lernen?
Fotos (3): Pixabay

Abenteuer und Naturgenuss: Paddeln macht auch Kindern Spaß.

Kinderhotels bieten Beschäftigung und oft auch Gelegenheit zum Toben.

Die Urlaubssaison naht wieder und die meisten überlegen bereits, wie, wann und wo sie ihren Jahresurlaub verbringen sollen. Vor allem für Familien, deren Kinder auch im Urlaub beschäftigt werden wollen, stellt Aktivurlaub oft die beste Option dar. Sei es auf dem Pferderücken, im Kajak, im Kanu oder auf Wanderwegen, Aktivtourismus hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Aber auch kreativen Hobbys kann man an vielen Urlaubsorten nachgehen. Eine große Bandbreite an Angeboten gibt es zunehmend auch in Rumänien.

Dabei sollte der Urlaub den individuellen Bedürfnissen der Familie, insbesondere der Kinder, angepasst werden. Reist man mit einem Baby, das erst wenige Monate alt ist, halten sich dessen Bedürfnisse noch relativ in Grenzen. Steht das Kleinkind mit etwas über einem Jahr bereits auf den eigenen Beinen, steigen das Bedürfnis an Beschäftigung, am sozialen Austausch mit Gleichaltrigen und das notwendige Maß an Überwachung. Dann werden Reiseziele attraktiv, die genügend Raum zum Austoben bieten und wo sich auch größere Kindergruppen in Sicherheit und erzieherisch sinnvoll tummeln können.

Auf der einen Seite greifen in der warmen Saison viele Familien auf die All-inclusive-Angebote der Ressorts an den Küsten Griechenlands, der Türkei oder Bulgariens zurück, wo neben Unterkunft, Verpflegung und Getränken auch ein vielseitiges Programm für Kinder inbegriffen ist. Doch ist es nicht jedermanns Sache, seine Kinder den halben Tag jemand anderem zu übergeben, um selbst in der Sonne zu faulenzen. Hier ein paar Anregungen für Alternativen:

Das Donaudelta entdecken

Ein fast das ganze Jahr über beliebtes Urlaubsziel und zudem als UNESCO-Weltnaturerbe ein besonderes Schmuckstück der europäischen Natur stellt das Donaudelta dar. Wer Natur hautnah erleben will, ist hier am richtigen Ort - solange einem die Hitze nicht viel ausmacht und man der glücklichen Blutgruppe angehört, die den Mücken nicht unbedingt zusagt. Wer Bewegung liebt und eventuell dabei auch noch angeln oder an einem Teambuilding teilnehmen möchte, dem bietet das Kajak- oder Kanufahren reichlich Gelegenheit. Zelten, traditionelle Fischsuppe kochen, singen, am Lagerfeuer sitzen und sich einmal Zeit zum Abschalten nehmen – solche Aktivitäten sind auch für Kinder und Jugendliche geeignet und bieten diesen reichlich Möglichkeiten, vorhandenen Überschuss an Energie loszuwerden. Die Angebote hierzu beginnen bei Tagesreisen oder Ausflügen mit rund 160 Lei pro Person. Maßgeschneiderte Angebote für Hobbyfotografen, bei denen die Entdeckung der Fauna des Donaudeltas im Mittelpunkt steht, gibt es für ungefähr 1500 Lei pro Person (vier Tage und drei Nächte). Eine Woche im Delta mit abwechslungsreichem Programm, bei dem auch ein umfassendes Bild des Donaudeltas vermittelt wird, kann man für um die 1700 Lei pro Person erleben. Die vielfältigen Urlaubsangebote studiert man am besten schon rechtzeitig vor Saisonbeginn.

Auch der Berg ruft

Wer nicht zu den Liebhabern der weiten Gewässer und der Hitze gehört, dem bietet die Bergwelt reichlich Gelegenheit zum Zeitvertreib. Das weniger bekannte und daher auch weniger überlaufene Apuseni-Gebirge lockt mit Angeboten zu Überlebens-Camps, Wanderungen oder Klettertouren, unter anderem auch für Kinder ab fünf Jahren. Für die meisten Familien wird ein solcher Urlaub zum unvergesslichen Ereignis, weil er Natur- und Bergerlebnis näher bringt. So manche Bergtour lässt den Wanderer an seine Grenzen stoßen, zwingt ihn zur Auseinandersetzung mit sich selbst. Die angeratensten Monate für einen solchen Urlaub sind Juli und August, wobei sich die Kosten für Teambuilding-Programme, Expeditionen oder Kletterkurse stark unterscheiden können.

Vor allem für Bergsteiger sei hier ein Wort der Warnung ausgesprochen: Zahlreiche lokale und regionale Zeitungen berichteten im Januar über den Diebstahl mehrerer zig Meter Sicherungskabel an beliebten Kletterpfaden und Wanderwegen.

Mit den Eltern ins Kreativ-Camp

Ein Familien-Zeltlager im Buchenland kann für viele die ideale Lösung sein. Während die Eltern beispielsweise einen Kochkurs belegen, können sich die Kinder unter qualifizierter Aufsicht und Anleitung Kreativ- und Theaterworkshops widmen, sich für Töpferei oder das Eierbemalen begeistern lassen und abends vielleicht an einem Märchenworkshop teilnehmen. Hierfür liegen die Kosten für eine komplette Urlaubswoche bei rund 1000 Euro für eine Familie mit zwei Kindern.

Ob Stadt oder Land: Ab ins Familien-Hotel!

Eine weitere Urlaubsmöglichkeit stellen City Breaks dar. Für Familien mit sehr kleinen Kindern ist der erste und augenscheinlichste Vorteil, dass man nicht fernab der Zivilisation weilt. Der Kauf von Windeln, vergessenen Pflegeprodukten oder Babynahrung stellt damit kein logistisches Problem dar. Kinderhotels sind auf die Bedürfnisse von Familien spezialisiert. Es gibt sie in Städten, aber auch auf dem Land locken Familien spezialisierte Unterkünfte. In deren Angebotspalette finden sich – neben Betreuung und dem Angebot von typischen Produkten – Aktivitäten wie Schwimmkurse, Windel-Ski-Schulen, Sport oder Wellness mit Kind. Hinzu kommen oft ausgedehnte Outdoor- und Indoor-Spielflächen, Streichelzoo, Turnhalle oder Kinderkino. Besonders Österreich setzt auf Kinderhotels, die Angebotspalette ist groß (www.kinderhotels.com).

Rechtzeitige Planung lässt die Vorfreude steigen und verhilft oft zu substanziellen Frühbucherrabatten. Gemeinsame Altivitäten geben dem Familienleben neue Impulse. Das Wichtigste aber ist, dass man auch im aktiven Urlaub zum Entspannen kommt.

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Einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK zufolge bevorzugen knapp 60 Prozent der Befragten in Rumänien entspannende Urlaube, nur 35 Prozent wollen auch in der Ferienzeit aktiv sein. Dabei sind die über 40-Jährigen am anfälligsten für Sedentarismus.
Nach Geschlechtern aufgeschlüsselt unterscheiden sich Männer und Frauen fast unmerklich, mit 60 bzw. 58 Prozent, zugunsten des beschaulichen Urlaubs.
Die Aufschlüsselung auf Altersgruppen bringt keine Überraschung: 43 Prozent der Jugendlichen bevorzugen aktiven Urlaub, 51 Prozent wollen sich erholen. Mit zunehmendem Alter nimmt jedoch das Interesse am Aktivurlaub ab. Von den 50- bis 60 -Jährigen begeistert sich nur noch ein Drittel für aktiven Urlaub.

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