Börse absolviert eine gute Woche, Banken stehen weiterhin im Fokus der Anleger

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 12. März 2019

Bukarests Börse absolvierte eine gute Woche mit Kurszuwächsen zwischen 0,67 Prozent für den Energiewerte-Index BET-NG und 2,48 Prozent für den in Zusammenarbeit mit der Wiener Börse berechneten ROTX-Index. Dazwi-schen lagen der Finanzwerte-Index BET-FI mit einem Wochenplus von 1,88 Prozent und der Hauptindex BET mit plus 2,36 Prozent. Dieser lag deutlich über dem Wochendurchschnitt von 1,95 Prozent. BET-FI und ROTX nutzten die Gunst der Woche und kletterten über ihre jeweilige psychologische Grenze.

Die Umsätze waren ordentlich, im Vergleich zur Vorwoche wurde im Durchschnitt 53 Prozent mehr mit Aktien umgesetzt. Der Gesamtumsatz lag in der vergangenen Woche bei 227,8 Millionen Lei (48 Millionen Euro), was einem Tagesdurchschnitt von 45,55 Millionen Lei oder 9,6 Millionen Euro entspricht. Etwas mehr als ein Viertel davon (27,5 Prozent) geht allerdings auf Sonderdeals zurück. Umsatzbringer war, wie gewöhnlich, die Banca Transilvania (TLV, 2,055 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit einem Anteil von 40 Prozent am Gesamtumsatz (und knapp 30 Prozent an den Deals). BRD-Aktien (BRD, 12,6 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) waren für 16,8 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich. Mit einem Wochenzuwachs von 7,59 Prozent beziehungsweise 6,06 Prozent waren die beiden Bankaktien auch die Nummer Eins und Drei unter den Gewinnern der Woche.

Die Aktien der beiden Banken erlebten ein Comeback, nachdem der amtierende Finanzminister verkündet hat, dass die neulich beschlossene zusätzliche Besteuerung der Aktiva von Banken dahingehend verändert werde, dass sie nunmehr zweimal im Jahr erhoben werde und nicht, wie bisher festgelegt, quartalsmäßig. Gegen die als Eilerlass 114 bekannte Maßnahme haben zahlreiche Banken und Versicherungen protestiert.

Banca Transilvania bringt sich in den Fokus der Anleger

Die einzige rein rumänische, an der Bukarester Börse gelistete Bank hat sich in der vergangenen Woche selbst in den Fokus der Anleger gerückt. Bereits zu Beginn der Woche kündigte das Geldinstitut an, 15 Millionen eigener Aktien (0,3 Prozent des Stammkapitals) zu dem zum Zeitpunkt des Rückkaufs am Markt gültigen Mindestpreis aufkaufen zu wollen. Die Attraktivität des Angebots aber liegt im Höchstpreis: Die Bank ist bereit, bis zu vier Lei je Aktie zu zahlen, knapp das Doppelte des derzeitigen Marktpreises. Damit signalisiert die Bank, dass für die TLV-Aktie noch viel Luft nach oben ist. Das Angebot läuft am 30. Mai aus. Auf der außerordentlichen Vollversammlung vom April letzten Jahres wurde ein Volumen von 35 Millionen Aktien für den Rückkauf festgeschrieben, das entspricht 0,73 Prozent des Stammkapitals.
Eine weitere Aktie, die in den Fokus der Anleger geraten wird, dürfte die des Rohreherstellers TMK Slatina (ART, 3,7 Lei, ISIN ROARTEACNOR4) sein. Die Mehrheitseigentümer – der russische TMK-Konzern hält über die Düsseldorfer Niederlassung TMK Europe GmbH 92,7 Prozent – plant, Aktien des rumänischen Betriebs zu veräußern. Dafür wurde, Medienberichten zufolge, die Makler-sparte der Raiffeisen Bank beauftragt. Nur 7,3 Prozent der TMK-Aktien befindet sich im Streubesitz und sind derzeit über die Börse handelbar.

Anleger dürften auch auf eine andere Nachricht gespannt warten. Die Regierung ist der Schaffung eines Staatsfonds im Wert von knapp 20 Milliarden Lei näher gekommen. Das Projekt eines entsprechenden Eilerlasses ist veröffentlicht worden. Der Fonds soll aus staatlichen Beteiligungen gespeist werden, darunter Aktien von Petrom (SNP, 0,3435 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9), wo der rumänische Staat noch einen Teil der Aktien hält. Die genaue Zusammensetzung des Fonds ist jedoch noch nicht bekannt.

Devisen

Die europäische Gemeinschaftswährung machte in der ver-gangenen Woche eine Seitwärtsbewegung durch, der Wochenverlust von 0,05 Prozent fällt nicht ins Gewicht. Der Euro schloss die vergangene Handelswoche bei einem Stand von 4,741 Lei ab, nur um 0,0023 Lei unter dem Vorwochenstand. Der US-Dollar hingegen spielte seine momentane Stärke gegenüber dem Leu voll aus. Die nordamerikanische Leitwährung legte auf Wochensicht 1,32 Prozent gegenüber dem rumänischen Leu zu, das entspricht einem Zuwachs des Kurses um 0,0554 Lei. Der US-Dollar startete gestern bei 4,2261 Lei.

 

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