Bukarests Aktienmarkt bremst Wachstum, neue Börsengänge angekündigt

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 23. Januar 2018

Bukarests Börse bremste den Aufwärtstrend, der seit Jahresbeginn eingesetzt hatte. Statt der 3,22 Prozent durchschnittlichen Zuwachses der Vorwoche, schaffte die Börse in der vergangenen Woche nur noch 1,39 Prozent. Der Handel startete mit leichten Korrekturen, im Durchschnitt von 0,14 Prozent. Nur der Finanzwerte-Index konnte schon zu Beginn der Woche Gewinne einfahren (+0,26 Prozent). Auch am Folgetag lag die Börse auf der Verlustseite, erst am Mittwoch setzten wieder Gewinne ein. Im Durchschnitt legten die Indizes 0,9 Prozent zu. Am Tag danach gingen die Gewinne bereits wieder zurück (im Durchschnitt +0,65 Prozent), aber immer noch standen alle Indizes im grünen Bereich. Der Freitag schließlich schloss mit gemischten Gefühlen.

Die Indizes

Immerhin reichte es für den Marktindex, die Woche mit einem Plus von 1,12 Prozent abzuschließen. Damit konsolidierte der BET-Index die Position jenseits der 8000 Punkte. Mit einem Wochenplus von 1,07 Prozent folgte ihm der BETPlus-Index. Ähnlich erging es dem Energiewerte-Index BET-NG. Der Wochengewinn von 1,88 Prozent festigte die Position jenseits der 700-Punkte-Marke. Auch der ROTX-Index profitierte vom Wochenplus von 1,02 Prozent, um seine Position jenseits der 17.000-Punkte-Marke zu festigen. Den höchsten Kurszuwachs erreichte der Finanzwerte-Index BET-FI: plus 1,84 Prozent. Damit schaffte dieser Index den Sprung über die nächste psychologische Marke von 42.000 Punkten.

Der Umsatz

Erfreulich war die Entwicklung des Umsatzes. An drei der vergangenen fünf Handelstage lag er im zweistelligen Millionenbereich. Insgesamt wurden Aktien für etwas mehr als 51,2 Millionen Euro gehandelt. Das macht einen Tagesdurchschnitt von 10,24 Millionen Euro. Die höchsten Umsätze (33,7 Prozent) wurden mit BRD-Aktien (BRD, 13,7 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) erzielt. Es folgt der Erdgas-Erzeuger Romgaz (SNG, 35,1 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) mit einem Anteil von 17,9 Prozent am Gesamtumsatz. Während sich der Run für die BRD-Papiere nicht auszahlte, schlossen sie doch zur Vorwoche unverändert, legten SNG-Aktien auf Wochensicht 3,7 Prozent zu.

Die Aktien

Insgesamt war es eine gute Woche für die Aktien an der Bu-karester Börse. Genauer gesagt, für 38 Emittenten. Sie schlossen die Woche mit Kursgewinnen ab. Allen voran das Chemiewerk Carbochim (CBC, 10,8 Lei, ISIN ROCBCHACNOR3) und der Förderdienstleister Dafora (DAFR, 0,0274 Lei, ISIN RODAFRACNOR5), die jeweils 28 Prozent Kursgewinn verbuchen konnten. Am anderen Ende der Skala führten der Elektromotoren-Hersteller Retrasib (RTRA, 0,264 Lei, ISIN RORTRAACNOR6) und der Maschinenbauer Uztel (UZT, 1,38 Lei, ISIN ROUZTEACNOR5) mit minus 14,8 beziehungsweise 8,6 Prozent Minus die Liste der 24 Emittenten mit Kursverlusten an.

Die Aussichten

Schenkt man Mircea Ursache, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Finanzaufsichtsbehörde ASF, Glauben, wird das laufende Jahr ein Meilenstein der Börsengänge. Tatsächlich haben mindestens drei private Unternehmen Pläne für Börsengänge bekanntgegeben. Das ist der Flussspediteur TTS Galaţi, der Lebensmittelhersteller Cris-Tim und der Weinerzeuger Purcari, als jüngster Anwärter. Auch der Börsengang des größten Stromerzeugers, Hidroelectrica, wird heiß erwartet. Für Purcari stehe eine Sondergenehmigung an, die von der Finanzaufsicht in Zypern für die Listung des Weinerzeugers in Rumänien beantragt wurde. Purcari ist auf Zypern registriert, will sich aber an der Bukarester Börse listen lassen. Am Unternehmen sind der US-Fonds Horizon Capital, mit 63,55 Prozent, International Finance Corporation mit 6,41 Prozent und der Gründer Victor Bostan mit 30,03 Prozent beteiligt. Zusammen wollen sie 49 Prozent des Unternehmens an die Börse bringen. 2016 schloss das Unternehmen mit einem Gewinn von 23,1 Millionen Lei ab.

Devisen

Die sonderbare politische Krise hat die rumänische Landeswährung kräftig unter Druck gesetzt. Unter den Wirtschaftsteilnehmern ist die Nervosität groß, die kommende Regierung könnte neue wirtschaftspolitische Ideen aufbringen. Gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung verlor der Leu auf Wochensicht 0,51 Prozent oder 0,024 Lei. Somit schoss der Euro zeitweilig auf einen neuen Höchststand von 4,6673 Lei, musste aber bis Freitag noch ein wenig bis 4,6614 Lei nachgeben. Der US-Dollar hingegen litt weiter unter der Schwäche zum Euro. Hier konnte der Leu sich weiterhin durchsetzen. Auf Wochensicht verlor die amerikanische Währung 0,68 Prozent oder 0,026 Lei. Gestern kostete ein US-Dollar folglich 3,7984 Lei.
 

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