Gewinnbringende Woche an der Börse, Bewegung auch am Anleihenmarkt

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Obwohl in der vergangenen Woche nur 27 Emittenten Kursgewinne und 34 Verluste einfuhren, schaffte es die Bukarester Börse, die Handelswoche im Plus zu schließen. Der Finanzwerte-Index litt unter der schwachen Performance einiger SIF-Gesellschaften sowie des Fonds Proprietatea (FP, 0,701 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5). BET-FI verlor auf Wochensicht 0,12 Prozent. Die übrigen wichtigen Indizes konnten zulegen, so der allgemeine Marktindex BET mit seinem Plus von 1,2 Prozent, bis hin zum Energiewerte-Index BET-NG mit einem Plus von 0,17 Prozent. Der Umsatz lag im Durchschnitt bei umgerechnet 5,33 Millionen Euro, insgesamt wurden in der vergangenen Woche um fast 31 Prozent weniger umgesetzt als in der Woche zuvor.

Maschinenbau-Aktien unter Druck

Branchenmäßig traf die allgemeine Zurückhaltung am Kapitalmarkt die Maschinenbauindustrie am stärksten. Keiner der acht Emittenten konnte einen Kursgewinn erzielen. Ob die Lustlosigkeit an der Börse dem bevorstehenden Sommerloch zu verdanken ist oder der Angst um einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU, bleibt abzuwarten.

Fast zu einer Patt-Situation kam es im Energie-Sektor. Der Index legte nur 0,17 Prozent zu, die Zahl der Verlust-Aktien war fast gleich hoch wie die der Gewinnbringer. Eine besondere Rolle spielte der Erdgasversorger Transgaz(TGN, 293 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8), der in der vergangenen Woche sein Allzeithoch von 293 Lei erreichte. Auf Wochensicht gab es ein Plus von 3,9 Prozent.

OMV Petrom (SNP, 0,244 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) mussten einen Verlust von 1,6 Prozent hinnehmen. Der wieder rückläufige Erdölpreis an den internationalen Märkten macht dem Rohölkonzern zu schaffen.

Bank-Aktien atmen auf

Bank-Aktien jedenfalls standen in der vergangenen Woche nicht unter dem Druck des allgemeinen Vertrauensmangels in Finanzwerte vor dem Hintergrund des Referendums zum Verbleib von Großbritannien in der EU, wie die europäischen Bank-Aktien. Bis auf die Banca Comercială Carpatica (BCC, 0,0906 Lei, ISIN ROBACRACNOR6), die ein Minus von 0,65 Prozent verkraften musste, konnten alle gelisteten Banken ein Kursplus aufweisen. Am besten entwickelte sich die Aktien der Banca Transilvania (TLV, 2,19 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1), die einen Anstieg von 5,28 Prozent erzielten. Sie waren auch die umsatzstärksten Aktien dieser Woche mit einem Volumen von 52,95 Millionen Lei (11,7 Millionen Euro).

BVB auf Kundenfang im IT-Sektor

Der Börsenbetreiber BVB bemüht sich um neue Kunden. Zusammen mit dem Ministerium für Kommunikation und Informatisierte Gesellschaft, besser bekannt als Telekommunikationsministerium MCSI, hat BVB am vergangenen Donnerstag eine Workshop-Reihe für IT-Unternehmen gestartet. Zwischen dem 30. August und dem 4. Oktober werden in mehreren Großstädten im Land IT-Unternehmen über die Finanzierungsmöglichkeiten über den Kapitalmarkt informiert werden. Derzeit wird an der Bukarester Börse das Klausenburger Softwarehaus Life is Hard (LIH, 8,7 Lei, ISIN ROLIHCACNOR9) auf dem AeRO-Markt gehandelt. Die Aktie büßte seit Handelsstart im Dezember 2015 etwa 23 Prozent des Ausgabewertes ein. Der Börsengang des Unternehmens war als wichtiges Signal für Nachahmer gewertet worden. Die rumänische IT-Branche (Software und Dienstleistungen) macht zurzeit 7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes des Landes aus.

Mutiges Unternehmen – Finanzierung per Anleihen

Ein wohl nur Kennern bekanntes Unternehmen wagte einen Schritt auf dem Kapitalmarkt. Good People, ein Anbieter von Bio-Lebensmitteln, gab in der vergangenen Woche Unternehmensanleihen im Wert von 4,54 Millionen Lei aus. Die Laufzeit beträgt 5 Jahre, der Zinssatz liegt bei 9 Prozent p.a. Der Zins wird quartalsmäßig ausgezahlt. Die Ausgabe von Unternehmensanleihen kommt einer kleinen Sensation gleich auf einem Markt, der an Bedeutung verliert und Neu-Emissionen dringend nötig hat.

Devisen

Der rumänische Leu leidet anscheinend unter dem Brexit-Druck. Beide harten Devisen legten in der vergangenen Woche kräftig zu, getrieben von den Sorgen um den drohenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Angaben über die Leistungsbilanz und die Arbeitskosten in der Eurozone sowie zur Entwicklung des Bausektors in den USA kamen erst am Freitagnachmittag und somit zu spät für eine Änderung der Trends in der vergangenen Woche. Das gestiegene Interesse für die beiden Hauptdevisen ging zulasten des rumänischen Leu, der in der vergangenen Woche 0,5 Prozent gegen den Euro und 0,9 Prozent gegen den US-Dollar verlor. Dabei erreichte der Euro den Höchststand dieses Jahres bei 4,5396 Lei. Ein Euro kostete am orthodoxen Pfingstmontag 4,5341 Lei, ein US-Dollar 4,0307 Lei.

 

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